Freitag, 30. Mai 2014

Rezension: Zeit der großen Worte - Herbert Günther

Meine Bewertung: ★★★


Short facts


Titel: Zeit der großen Worte
AutorIn: Herbert Günther
VerlagGerstenberg Verlag 2014
Seiten: 314
ISBN: 978-3-8369-5757-1



Ohne große Worte


Es ist die Geschichte eines Jungen, der den Weg ins Erwachsenenalter mit dem Ausbruch des 1. Weltkriegs bestreitet. Paul ist 14 Jahre alt, als sein Vater und sein älterer Bruder Max große Worte von Heldentum und Vaterlandspflicht schmetternd, freiwillig in den Krieg ziehen.


Gemeinsam mit Paul erlebt man die Schwere dieser Zeit, wie sich das Leben in der Stadt wie auch am Land verändert und sich der Alltag den Grauen des Krieges unterwirft.
Ein besonderer Platz wird Büchern eingeräumt. Gleichzeitig mit dem Krieg entdeckt Paul seine Liebe zu Büchern und Geschichten, wodurch er beschließt später Buchhändler zu werden.
Bücher, weißt du, die sind geduldig, sie warten auf uns, bis wir Zeit haben, sie zu entdecken. (S. 62)
Ich bin ja selbst bibliophil, daher hat mir dieser Aspekt sehr gut gefallen. Allerdings muss ich gestehen, hat es mich gleichzeitig an „Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak erinnert und ich frage mich, ob das wirklich ein Zufall ist, handelt doch auch Zusaks Werk vom Krieg.
Die Nebenfiguren - egal ob die feurerrote Ida oder der an der Front eingesetzte Bruder Max - haben auf mich sehr authentisch gewirkt und Paul selbst, mit den typischen Zweifeln und der Neugierde eines 14jährigen, war mir sofort sympathisch.
Mir fehlt trotzdem das Besondere. Obwohl man viel vom Leben vor und während des 1. Weltkriegs erfährt, hat es das Buch nicht geschafft, mir die Atmosphäre von damals zu vermitteln. Ich hoffte, einen Eindruck von der politischen Stimmung, der Front, den Kasernen, Lazaretten und den raren Ernten zu bekommen, das wurde leider nicht erreicht.
Trotzdem halte ich es für ein annehmbares Jugendbuch, das den 1. Weltkrieg beleuchten und jungen Menschen näherbringen kann. 

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