Montag, 18. August 2014

Read 2.0: eReader - Was spricht dafür und was dagegen?

Zu den Vor- und Nachteilen des elektronischen Lesegeräts


Quelle: pixabay.com
Es mag zwar schon ein abgewetztes Thema sein, aber weil ich mich vor Kurzem damit beschäftigt habe, soll es auch hier seinen Platz finden.

An allen Ecken lacht er uns an, der eReader! Und nicht nur, dass er uns anlächelt, verführerisch zublinzelt und sogar winkt - nein - er löst auch immer wieder hitzige Diskussionen aus.

Bücher sind eben ein emotionales Thema. Bücher liest man nicht nur, man verbindet Gefühle mit ihnen. Man will sie nicht nur lesen, sondern genauso wahrnehmen, sie riechen und die Seiten zwischen den Fingern spüren.

Aber Hand auf’s Herz, wer schleppt eigentlich noch CDs oder gar Kassetten mit sich herum? Und den Plattenspieler lassen die meisten von uns wohl auch lieber zuhause.

Die Medienwelt verändert sich, mit ihr natürlich die Mediennutzung und mittlerweile auch unser Leseverhalten.

Doch was spricht für den eReader und was dagegen?


Dafür spricht:
  • eBooks sind platzsparend (das Ende des überfüllten Bücherregals?)
  • die digitale Bibliothek lässt sich leicht transportieren (der Muskelkater kommt dann tatsächlich vom Sport)
  • Notizen sind möglich, ohne dass man mit unhandlichen Post-its herumhantiert oder sein Buch vollschmiert (keine Tintenkleckse mehr!)
  • durch integrierte Lexika und Wörterbücher lassen sich fremde Begriffe oder Vokabeln bei fremdsprachiger Lektüre einfach nachschlagen (was wieder als präventive Maßnahme für den Muskelkater betrachtet werden kann)
  • durch eine Suchfunktion kann man nach bestimmten Textstellen suchen (kein endloses herumblättern mehr)
  • nicht alle eBooks sind als Printversion erhältlich (viele Neuerscheinungen gibt es sehr günstig nur als eBook)
  • eBooks sind günstiger als die Printversion (es lässt sich auch noch Geld sparen)
  • man kann 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, Bücher kaufen und die Lieferung erfolgt prompt, frei Haus (egal wie dick, schwer und groß die Bücher sind)
  • die Schriftgröße lässt sich verstellen, nicht nur für ältere Menschen ein Vorteil (auch für Eitle!)
  • für die Herstellung von eBooks müssen keine Bäume gefällt werden (der ökologische Aspekt)
  • durch die eingebaute Beleuchtung lässt es sich mit den meisten eReadern gut im Dunkeln lesen (kann vielleicht sogar Ehen retten)


Dagegen spricht:
  • eBooks kann man weder verleihen, noch weiterverkaufen, sie tauschen oder einer Bibliothek spenden (wenn man sie hat, dann hat man sie)
  • das Gefühl fehlt, man spürt weder das Papier beim Umblättern noch riecht man den typischen Buchgeruch (statt liebevollem Leineneinband, ein Metallgehäuse!)
  • der eReader kostet Geld (ja, den muss man sich auch erst einmal kaufen)
  • viele eBooks sind nicht wirklich günstiger als die Printversion (oft nur um wenige Euro)
  • nicht alle gedruckten Bücher sind als eBook erhältlich (man wird nicht alles am eReader lesen können)
  • verschiedene Dateiformate erschweren den Kauf von eBooks (man muss schon auf das Gerät achten und sich gleich von Vornherein für den einen oder anderen Händler entscheiden)
  • eBooks kann man allerdings nur kaufen, wenn man Zugang zu einer Internetverbindung hat (wenn das Internet mal wieder spinnt, kann man statt dem Surfen im Ernstfall nicht einmal lesen)
  • wer sein überfülltes Bücherregal als Statussymbol ansieht, wird mit dem eReader keine Freude haben (wer liebt sie nicht?)
  • das Thema Datenschutz spielt eine Rolle, weil Anbieter Daten über die Leser sammeln (immer diese Datensammler)
  • der eReader ist ein elektronisches Gerät, er benötigt Strom und muss aufgeladen werden (blöd, wenn der Akku im Urlaub schwach wird und das Ladegerät daheim liegen geblieben ist)


Puh! Pro- und Contra-Argumente en masse! Die beiden Listen sind tatsächlich länger als geglaubt!

Zugegeben, die Stärken des elektronischen Buchdeckels sind augenscheinlich, aber natürlich dürfen auch die Schwächen nicht übersehen werden.


Welche Vor- und/oder Nachteile gibt es noch?

Wie seht ihr das?



Quellen:
http://www.lesen.net
http://allesebook.de
http://ebook-fieber.de

Kommentare:

  1. Also deiner Liste ist ja mal sehr ausführlich. Ich kann dir da nur voll und ganz zustimmen. Welche Argumente mehr ziehen, muss dann aber wohl jeder für sich entscheiden.
    Ich denke, ich hab einen ganz guten Mittelweg gefunden. Generell kaufe ich nur Printbücher. Aber trotzdem besitze ich einen ganzen Haufen eBooks. Die lese ich natürlich auch, es wäre ja eine Verschwendung, das nicht zu tun. Aber ich mache das mit einem Programm auf dem PC. Weil es mir, bei aller Liebe, das Geld nicht wert ist, einen eReader zu kaufen. Da ich jetzt allerdings einen gewonnen habe, erledigt sich das auch. Ich werde weiter die eBooks lesen, mir aber die Bücher, die mir gut gefallen haben, auch als Printexemplare zulegen. Das mag geldverschwenderisch klingen, aber gute Bücher muss ich aus Papier und Tinte besitzen. Das ist auch bei Büchern aus der Bibliothek nicht anders. Wenn sie mir gefallen, muss ich sie selbst haben.
    Der Vorteil, wenn man sowohl Printbücher als auch eBooks liest, ist ganz klar, dass man sich gleichzeitig in der Bahn mit den dicken Schinken episch fühlen kann, wenn kleinere Kinder beeindruckt sind, dass man sooooo viel lesen kann, und dass man das Maximalgewicht des Koffers bei der Urlaubsreise nicht überschreitet oder zumindest den zweiten Bikini stattdessen einpacken kann. Ich denke, ich werde es auch weiter so handhaben, dass ich mir hauptsächlich Printbücher zulege, aber die Chancen nutzen, wenn die eBooks nichts oder nur sehr wenig kosten, um mir neues Material zum Reinschnuppern zu besorgen.

    Liebe Grüße,
    Jenny
    http://jennys-buecherkiste.blogspot.de/

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  2. Hallo Jenny,
    herzlichen Glückwunsch zum gewonnenen eReader! Das ist ja schön, wenn sich manche Sachen quasi von selbst erledigen.

    Du hast die eBooks tatsächlich am PC gelesen? War dir das nicht zu anstrengend? Das ist etwas, dass ich mir gar nicht vorstellen kann.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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  3. Hallo NiWa,
    Du hast Dir ja eine Menge Gedanken gemacht :)
    Ich lese mittlerweile ca. Die Hälfte meiner Bücher als ebook. Aber i.d.R. Kaufe ich sie nicht sondern leihe sie mir aus. Ich weiß nicht, ob es diese Möglichkeit auch in Österreich gibt, aber in Deutschland gibt es mittlerweile viele Bibliotheken, die eine onleihe anbieten. Eine sehr praktische und preiswerte Art ebooks zu lesen.
    Es gibt aber auch kommerzielle Anbieter wie z.B. Skoobe.de, wo man gegen eine monatliche Gebühr ebooks ausleihen kann und auf dem tablet lesen kann. Für Vielleser eine tolle Sache, wenn auch nicht ganz preiswert. Auch hier weiß ich nicht, ob es dieses Angebot auch in Österreich gibt....
    Ansonsten von meiner Seite ein Kompliment für Deinen wirklich schönen und gut strukturierten Blog!
    LG, Nora
    http://schneehaseliest.blogspot.de

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    1. Hallo Nora,
      ja, die Onleihe gibt es in Österreich auch und mittlerweile bin ich stolze Besitzerin eines Bibliotheksausweises. Bei Skoobe kann man die eBooks aber nicht am Reader lesen, oder?

      Herzlichen Dank für die Blumen! Das freut mich sehr, dass dir mein Blog gefällt! :-D

      Lg, Nicole

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    2. Die Bücher von skoobe kann man nur auf einem tablet oder oder Smartphone lesen. Ein normaler Reader geht leider nicht...
      LG, Nora

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