Sonntag, 2. Oktober 2016

Rezension: Termiten, Tornados, Texas und wir - Inke Hamkens

© Knaur
Termiten, Tornados, Texas und wir
| Inke Hamkens |

Verlag: Knaur 2016
Seiten: 348 
ISBN: 9783426215722

MEINE BEWERTUNG 

★★ - 



Auswandern für die ganze Familie

Wenn die Familie Dreieich ans Auswandern denkt, dann aber richtig. Sie wechseln nicht nur einfach das Land sondern entscheiden sich gleich für einen ganz anderen Kontinent. Während ihnen manche Freunde und Bekannte noch den Vogel zeigen, gehen die Dreieichs das Abenteuer Texas an.

Es handelt sich um einen Auswanderer-Roman für die ganze Familie. Im Vordergrund stehen die großen und kleinen Unterschiede und etliche Probleme, die die Familie - voran Mama Kathrin - zu bewältigen hat. Aber gleichzeitig erfüllt sich das Ehepaar einen klein gehaltenen Lebenstraum, der im überdimensionierten Texas schon in einen Albtraum führen kann.

Die Familie Dreieich wandert also in die USA aus, weil Jörg von seiner Firma nach Texas versetzt wird. Für Protagonistin Kathrin besteht die Herausforderung nun, das Leben der Familie im fremden Umfeld in fahrbare Bahnen zu lenken. Mit viel Humor geht sie das Abenteuer ihrer Familie an, wobei ihr schon auch mal die Tränen kommen, wenn sie die ungeahnten Gefahren ihrer neuen Heimat hautnah erleben darf.


Protagonistin Kathrin ist großartig. Mutig, lässig und mit viel Elan geht sie die neuen Herausforderungen des Alltags an und zeigt dem Leser, dass dank Globalisierung zwischen Europäern und Amerikanern kaum Unterschiede bestehen.  Außer, wenn man an die Größe der Supermärkte, die Drive-in-Banken und manche Schulvorschriften denkt. Und dann wären da noch die Impfungen, Arztbesuche, und wie ist das mit der Kleidung kleiner Mädchen noch mal? 


Sind die sozialen Hürden erstmal einigermaßen in Griff, kommen noch die tierischen Gefahren hinzu. Wer es gewohnt ist, sich mit Gelsen und Bienen herumzuschlagen, hat beim ersten Termitenbefall ein richtiges Problem, oder spätestens dann, wenn ein Stinktier in der Garage in Kampfstellung steht. 


Nicht nur damit, sondern mit viel, viel mehr, schlägt sich Kathrin Tag für Tag herum und fragt sich, ob sie sich in Texas jemals heimisch fühlen wird.


Herrlich locker und amüsant ist der Schreibstil der Autorin, die nicht nur die großen und kleinen Unterschiede sondern die Ausnahmesituation „Auswandern“ in zahlreichen witzigen Anekdoten beschreibt und sie wunderbar in die romanhafte Handlung eingliedert.  Denn aufgrund der neuen Lebenssituation ergeben sich Probleme, auf die weder die Familie noch das Ehepaar vorbereitet ist. Jeder hat so viel mit sich selbst zutun, dass er den anderen beinah aus den Augen verliert, und dies zu weiteren Problemen u.a. im Eheleben führt. 


Gerade diesen Aspekt hat die Autorin meiner Meinung nach sehr gut herausgearbeitet. Sie zeigt, dass Auswandern nicht nur eine räumliche Umstellung ist, sondern eben auch Familienstrukturen und gewohnte Rollen betroffen sind, was es zusätzlich zu bewältigen gilt.


Weniger gefallen hat mir ein amouröses Abenteuer, das mir zu sehr in den Vordergrund gedrängt und zu ausgeprägt in die Handlung eingeflossen ist. Meiner Meinung nach wurde die Handlung damit etwas in Richtung Chick-lit gebogen, was es eigentlich nicht gebraucht hätte. 


Jedenfalls hat die Autorin mit „Termiten, Texas, Tornados und wir“ einen unterhaltsamen Auswanderer-Roman geschaffen, der mich nicht nur gut unterhalten sondern tatsächlich auch zum Lachen gebracht hat. Wer das hitzige Texas einmal live erleben will oder schon einmal ans Auswandern gedacht hat, sollte unbedingt Familie Dreieich begleiten, weil es interessant und herrlich amüsant zu lesen ist. 

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MEINE BEWERTUNG
★★


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