![]() |
| Quelle: Amazon * |
| Claire McGowan |
Verlag: Audible Originals 2025
Dauer: 5 h : 51 min
Dauer: 5 h : 51 min
ASIN: B0FZLZT9J9
Sprecher: Sarah Dorsel
MEINE BEWERTUNG
- ★★★★★-
Tödliche Bescherung in den Alpen
Sprecher: Sarah Dorsel
MEINE BEWERTUNG
- ★★★★★-
Tödliche Bescherung in den Alpen
Was als glamouröser Trip beginnt, endet für Außenseiterin Emma in eingeschneitem Entsetzen. Nach einem Leichenfund im isolierten Luxus-Chalet wird sie zur Zielscheibe einer Clique, die alles tut, um ihre eigenen dunklen Wahrheiten unter dem Schnee zu begraben.
Weihnachten in einem luxuriösen Chalet in den französischen Alpen. Für viele klingt das nach dem perfekten Urlaub. Für Emma wird dieser Trip jedoch schnell zur Belastungsprobe. Mit ihrem neuen Freund Michael reist sie in eine Welt aus Privilegien, Champagner und teurem Wintersport, in der sie sich von Anfang an fehl am Platz fühlt. Schon die luxuriöse Anreise macht ihr deutlich, dass sie finanziell und sozial nicht zur wohlhabenden Freundesgruppe gehört. Emma ist die Neue, die Außenseiterin, das sprichwörtliche fünfte Rad am Wagen.
Autorin Claire McGowan setzt mit „Das Chalet“ auf ein klassisches Locked-Room-Szenario. Es gibt eine eingeschworene Gruppe, einen abgelegenen Ort und der Schnee kappt die Verbindung zur Außenwelt. Schließlich geschieht ein Mord. Und während draußen die Schneeflocken für Nachschub sorgen, brodeln drinnen die Anfeindungen hoch.
Protagonistin Emma ist eine ambivalente Figur. Einerseits ist ihr Unwohlsein absolut nachvollziehbar. Sie kann nicht Schi fahren, kennt die unausgesprochenen Regeln der Gruppe nicht und man lässt sie ständig fühlen, dass sie nicht dazugehört. Auf der anderen Seite begegnet sie Michaels Freunden sehr bewertend und verurteilend. Sie erwartet Akzeptanz, bringt aber für die anderen von vornherein keine Sympathie auf.
Emma als Protagonistin ist dabei eine ambivalente Figur. Einerseits ist ihr Unwohlsein absolut nachvollziehbar: Sie kann nicht Ski fahren, kennt die unausgesprochenen Regeln der Gruppe nicht und spürt ständig, dass sie nicht dazugehört. Andererseits begegnet sie Michaels Freunden selbst sehr verurteilend. Sie erwartet Akzeptanz, bringt aber kaum Sympathie für die anderen auf. Ihre Perspektive hat dadurch auf mich einseitig gewirkt.
Die Freundesgruppe selbst ist alles andere als sympathisch. Neid, Konkurrenzdenken, alte Kränkungen und unausgesprochene Machtverhältnisse bestimmen das Miteinander. Ständig wollen sie sich gegenseitig übertrumpfen und vertrauen sich auch nicht wirklich. Wie häufig bei solchen Szenarien, bekam ich den Eindruck, dass sich die Freunde gegenseitig gar nicht richtig mögen. In Claire McGowans Version halten sie trotzdem zusammen. Vermutlich weniger aufgrund von echter Nähe, sondern mehr wegen der gemeinsamen Vergangenheit. Die Darstellung der Wahlverwandtschaft, bei der gemeinsame Lebenszeit mehr zählt als Sympathie, fand ich jedenfalls gelungen und realistisch.
Nach dem Leichenfund am Weihnachtsmorgen kippt die ohnehin angespannte Dynamik. Der Verdacht richtet sich fast geschlossen gegen Emma, die als Außenseiterin zur idealen Projektionsfläche wird. Dass Indizien gegen sie sprechen, macht die Situation zusätzlich brisant, und zeitweise war ich mir selbst nicht sicher, wie verlässlich ihre Wahrnehmung eigentlich ist. Dennoch war die einseitige Schuldzuweisung, meiner Meinung nach, eine verschenkte Chance. Bei einem Locked-Room-Thriller hätte ich mir mehr Raum zum Miträtseln und mehr potenzielle Verdächtige innerhalb der Gruppe gewünscht.
Erstaunt war ich davon, wie ungeschickt Emma mit der Situation umgeht. Obwohl sie als Rechtsanwältin eigentlich geschult sein sollte, ruhig zu analysieren, trägt sie mit ihrem Verhalten oft zur Eskalation bei. Ihre Versuche, sich zu verteidigen oder die Lage zu beruhigen, wirken wenig durchdacht. Natürlich muss man ihr die Extremsituation zugute halten, trotzdem hat es mich irritiert.
Das winterliche Setting und die Schneemassen dienen erzählerisch vor allem dazu, die Figuren im Chalet festzuhalten. Abgesehen von ein paar Unannehmlichkeiten hat der Schnee jedoch kaum Auswirkungen auf die Handlung. Es bleibt eher eine Requisite als richtig in die Handlung eingebunden zu sein. Mit der Abgeschiedenheit und den Wetterbedingungen hätte man eventuell mehr herausholen können.
„Das Chalet“ beginnt als luxuriöser Alpentraum, verliert sich im Lauf der Handlung leider etwas im erzählerischen Schneegestöber. Wer über eine unlogisch agierende Anwältin und ein konstruiertes Ende hinwegsehen kann, bekommt damit einen winterlichen Spannungs-Snack für zwischendurch.
____________________
*Affiliate-Link = Für mich fallen ein paar Cents ab, wenn du hier kaufst
Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Mit Nutzung der Kommentarfunktion akzeptierst du die Speicherung deiner Daten. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung