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| © Goldmann |
| Emy McGuire |
Verlag: Goldmann 2026
Seiten: 464
ISBN: 978-3442497546
MEINE BEWERTUNG
- ★★★★★ -
Eine schrecklich reiche Familie
Als vor der Küste Floridas eine verlassene Luxusyacht entdeckt wird, gibt es von der wohlhabenden Familie Cameron und ihrer Crew keinen einzige Spur. Es begann als feierlicher Segeltörn zum Highschool-Abschluss der Zwillinge und endet in einem rätselhaften Verschwinden, wobei sich die Frage stellt, ob die Gefahr tatsächlich im Meer lauerte.
Zu „Perfect Holiday“ habe ich gegriffen, weil mich die herrenlose Luxusyacht neugierig gemacht hat. Bevor ich das Buch überhaupt in den Händen hielt, habe ich mich gefragt, was auf diesem Schiff geschehen sein könnte. Bis die Geschichte richtig Fahrt aufgenommen hat, dauerte es zwar ein wenig, dennoch hat mich die ungewöhnliche Mischung aus Familiendrama und Rätseln letztendlich unterhalten.
Spannend fand ich den Kontrast zwischen der verschwundenen Familie Cameron und Jerry, dem Fischer, der die Yacht entdeckt. Seine gescheiterte Ehe und der Verlust seines Bruders haben ihn zu einem Einzelgänger gemacht, der lieber Abstand zu anderen Menschen hält. Gerade deshalb mochte ich seine Kapitel sehr. Hinter der rauen Schale verbirgt sich ein Mann, der viel reflektierter ist, als es zunächst den Anschein hat, und der sich ganz langsam wieder für neue Möglichkeiten öffnet. Seine Sichtweise verlieh der Geschichte etwas Bodenständiges, etwas Ehrliches, und bildete einen Gegenpol zu all dem Luxus und der Selbstbezogenheit, die auf der Yacht herrschen.
Denn parallel dazu begleitet man die Camerons auf ihrer verhängnisvollen Reise. Je mehr ich über die Familie erfahren habe, desto fassungsloser saß ich vor den Seiten. Sympathisch war hier wirklich niemand. Mutter Lila lebt beinahe ausschließlich für ihr Äußeres und ihre längst verblassende Schauspielkarriere, Vater Francis ist ein unangenehmer Kontrollmensch, der seinen Erfolgsdrang auf alle um sich herum überträgt, und auch die Zwillinge Tia und Rylan haben mich mit ihrer Art immer wieder an den Rand der Verzweiflung gebracht. Es war schon fast obszön, wie sehr diese Menschen nur um sich selbst kreisen. Ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen, weil ich unbedingt wissen wollte, was letztlich mit ihnen geschehen ist.
"Und ihr seid alle so ... so egoistisch!" (81 %, eBook)
Im Grunde ist „Perfect Holiday“ weniger ein klassischer Thriller als vielmehr eine Charakterstudie über eine völlig aus den Fugen geratene Familie. Die wechselnden Perspektiven sorgen dabei für abwechslungsreiche Einblicke und lassen nach und nach erahnen, welche Abgründe sich unter der glänzenden Oberfläche verbergen.
Ganz reibungslos verlief meine Lektüre allerdings nicht. Nach einem vielversprechenden Beginn plätscherte die Handlung zwischenzeitlich etwas vor sich hin. Eine sehr konstruiert wirkende Wendung hat mich sogar kurz überlegen lassen, ob ich das Buch überhaupt beenden möchte. Umso überraschter war ich, als die Geschichte anschließend deutlich anzog und mich schließlich doch richtig packen konnte.
Dabei hat mir das Ende ausgesprochen gut gefallen. Nachdem sich die Ereignisse immer weiter zuspitzen, findet die Geschichte zu einem interessanten Abschluss, den die Autorin mit einem tollen, kleinen, Knuff versieht, der richtig Pep reinbringt.
„Perfect Holiday“ geht einen anderen Weg als viele Genrevertreter und das fand ich letztendlich richtig interessant. Nicht alles hat mich gleichermaßen überzeugt, doch die ungewöhnliche Ausgangslage, die schreckliche Familie Cameron und Jerrys raues Eremitentum haben dafür gesorgt, dass ich gut unterhalten worden bin.
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