Dienstag, 11. Juni 2024

Rezension: Das Jahr des Werwolfs - Stephen King

Das Jahr des Werwolfs - Stephen King
© Lübbe
Das Jahr des Werwolfs
| Stephen King |

Verlag: Lübbe 1983
Seiten: 226
ASIN: B003C4R9OG

MEINE BEWERTUNG 
- ★★★
 - 



Ein blutrünstiges Jahr in Tarker Mills

In der kleinen Stadt Tarker Mills geht ein brutaler Mörder um.
 
In 12 kurzen Geschichten arbeitet sich Stephen King den Kalender entlang und ersinnt monatlich ein anderes Szenario, welches aus Blut und Grauen besteht.

Meinem Eindruck nach handelt es sich um einen Kalender-Roman. Jeder Monat wird von Schwarz-Weiß-Zeichnungen eingeleitet und bereitet auf die Vollmondnacht vor. Denn jedes Mal, wenn der Mond in voller Pracht vom Himmel strahlt, verlangt es Tarker Mills Mörder nach einer Bluttat, was wiederum die gesamte Stadt in Angst und Schrecken versetzt.

Schon der Titel verrät, dass hinter dem berüchtigten Killer ein Werwolf steckt, der mit seinen Klauen das Fleisch von den Knochen reißt. Dabei sind die eingefügten Darstellungen, egal ob gezeichnet oder geschrieben, von Brutalität geprägt, welche dem Genre entspricht.

Manche Geschichten sind sehr kurz und andere sind etwas länger. Das Buch zählt insgesamt nur wenige Seiten, ist aber in Kings gewohnter Manier verfasst. Obwohl man die Charaktere nur kurz begleitet, entwickelt man Gefühl für sie und spürt, was sie treibt und warum sie in diese Situation geraten sind.

Trotzdem bedient King ein eher klischeehaftes Figuren-Repertoire, welches meinem Empfinden nach vollkommen zur Kürze des Gesamtwerks passt. Er breitet das Grauen über der Stadt aus, spielt mit Furcht und vorgespielter Überlegenheit, nur um den Opfern im letzten Augenblick absolute Todesangst spüren zu lassen, die trotz des wenigen Raums auf den:die Leser:in schwappt.

Dabei hängen die zwölf Geschichten zusammen und ergeben insgesamt einen kurzen Roman, der schnell gelesen ist und für kurzweilige Lesezeit sorgt.

Ich habe sehr gerne ein Jahr in Tarker Mills mit seinen Werwolf verbracht, die Bilder bestaunt und mir nach der Lektüre die Hautfetzen von der Schulter geklaubt. Trotz der Kürze hinterlässt es nachhaltigen Eindruck und zeigt mir erneut, das Stephen King auch auf wenig Platz eine gute Horror-Story schreiben kann.
 
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MEINE BEWERTUNG
★★★★

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9 Kommentare:

  1. Schönen guten Morgen!

    Freut mich sehr dass dir das Buch gefallen hat! Es ist ja sehr kurz gehalten - aber als Kurzgeschichte eben doch spannend und sehr gut gefüllt mit der richtigen Prise Horror und genug Elementen, um sich für eine kurze Zeit darauf einzulassen :)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Hallo Aleshanee,

      ja, endlich ist es gelesen. Ich habe es viel zu lange aufgeschoben, weil es eben so kurz ist. :D Aber es ist eine schöne Abwechslung für zwischendurch.

      Liebe Grüße
      Nicole

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  2. Huhu Nicole.

    das Buch hatte ich auch vor einer ganzen Weile gelesen, in meiner Ausgabe waren auch passende Bilder, die ich echt toll fand.

    Ich hab gelesen, dass es ja eigentlich solche kurzen Kalendergeschichten werden sollten und King die Hälfte davon auf einem Flug geschrieben hat :)
    Ich finde ja, ihm liegen kürzere Sachen auch, da driftet er nicht so weit ab!

    Mir hat sich ja Marty als der große Held der Geschichte echt eingeprägt! Ein cooler Charakter! :D

    Liebe Grüße
    Jessi





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    1. Hallo Jessi,

      seine kurzen Geschichten empfinde ich sehr unterschiedlich. Manche packen mich und bei anderen fehlt's mir dann doch an Atmosphäre. Ich mag seine Romane lieber, weil sich da mehr Atmosphäre aufbaut.

      Aber "Das Jahr des Werwolfs" ist auf jeden Fall gut. Es ist eine einfache Geschichte, die trotzdem Pep hat und auf klassischen Horror setzt.

      Und ja, Marty ist der Held der Geschichte. :) Das sehe ich auch so.

      Liebe Grüße
      Nicole

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  3. Hallo Nicole,
    mir hatte das Buch auch sehr gut gefallen. Gerade diese kurzen Geschichten fand ich klasse. Ich mag manchmal seine Kurzgeschichten und Novellen lieber, da er sich dann eben kurz fassen muss. :D
    In seinen Romanen schweift er ja gerne mal etwas ab.
    Liebe Grüße
    Diana von lese-welle.de

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    1. Hallo Diana,

      Kurzgeschichten liegen mir meist weniger, auch bei King. Wahrscheinlich, weil ich mich gerne länger in einer Geschichte aufhalte. Seine Ausschweifungen mag ich meist recht gern. XD Obwohl sogar mir manche seiner Romane zu langatmig geraten sind.

      Liebe Grüße
      Nicole

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    2. In vielen Fällen mag ich einen längeren Roman auch lieber, aber ab und zu finde ich es sehr erfrischend mit Kurzgeschichten unterwegs zu sein. :D

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  4. Hi Nicole,
    schön, dass dich dieses Werk auch begeistern konnte. Ich mochte den Aufenthalt in Tarker Mills damals auch und mir gefielen auch die Zeichnungen und das Feeling sehr.

    Vllt finden wir in diesem Jahr noch zu einem King zusammen.
    LG Andrea

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    1. Hallo Andrea,

      es ist ein stimmiges Leseerlebnis. Geschichte, Aufbau und Zeichnungen spielen schön zusammen. Witzig, dass ich bei eher dünnen und dicken Büchern immer länger brauche, bis ich endlich dazu greife.

      Aber sehr gerne. :) Welche Kings hättest du denn im Blick bzw. stehen dir bevor? Du liest ja nach wie vor chronologisch, oder?

      Liebe Grüße
      Nicole

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