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| © DAV |
| Ellen Sandberg |
Verlag: DAV 2025
Dauer: 10 h : 24 min
Dauer: 10 h : 24 min
ASIN: B0FV3F55D2
Sprecher: Vera Teltz
MEINE BEWERTUNG
- ★★★★★-
Mischung aus familiären Drama und Kriminalroman
Sprecher: Vera Teltz
MEINE BEWERTUNG
- ★★★★★-
Mischung aus familiären Drama und Kriminalroman
Ausgerechnet an Weihnachten wird Pias Weltbild erschüttert. Zufällig erfährt sie, dass sie einst adoptiert wurde. Sie begibt sich nach Wasserburg auf die Spuren ihrer Mutter. Inmitten alter Bräuche kommen verdrängte Tatsachen hervor, die Pia unvermutet in Gefahr bringen.
Mit „Rauhnächte“ habe ich mich an meinen ersten Roman von Ellen Sandberg gewagt. Die Geschichte beginnt mit einem Paukenschlag für die 22-jährige Pia. Am Heiligen Abend bricht ihre Welt zusammen, als sie durch ein belauschtes Gespräch erfährt, dass ihre Eltern in Wahrheit ihre Tante und ihr Onkel sind. Diese Entdeckung führt sie nach Wasserburg am Inn, an den Ort ihrer frühen Kindheit, um Licht in das Dunkel ihrer Herkunft zu bringen.
Die Mischung aus Familiendrama und Kriminalroman war auf jeden Fall interessant. Pia begibt sich auf eine Spurensuche, die sie tief in die Vergangenheit ihrer leiblichen Mutter Sonja führt. Während die junge Frau in der Gegenwart versucht, die Puzzleteile zusammenzusetzen, geben Rückblenden Einblicke in Sonjas Leben. Sonja war eine eigenwillige Frau, die ein esoterisches Zentrum führte. Ich muss gestehen, dass sie mir sehr unsympathisch war. Ihr berechnendes Verhalten und die Art, wie sie ihre eigenen Bedürfnisse über andere stellte, machten es mir schwer, eine Bindung zu ihr aufzubauen.
Ein Punkt, der meine Erwartungen nicht ganz erfüllen konnte, war die Einbindung der namensgebenden Rauhnächte. Der Roman deckt präzise die Zeitspanne vom 24. Dezember bis zum 6. Jänner ab. Ich hatte gehofft, dass der mystische Zeitraum mit seinen Sagen und Ritualen eine tragende Rolle spielen würde. Ellen Sandberg nutzt diese zwölf Tage eher als äußeren zeitlichen Rahmen für Pias Suche. Zwar fließen immer wieder Hinweise auf Bräuche ein, aber diese Schilderungen bleiben in meinen Augen recht minimalistisch. Die Chance, eine wirklich greifbare und geheimnisvolle Spannung aufzubauen, wurde leider nicht voll genutzt. Es fehlte mir der mystische Schauer, den das Thema verspricht, auch wenn der einsame Waldweg und der Aberglaube der Dorfbewohner zumindest ein wenig ländliche Atmosphäre schaffen.
Interessant fand ich hingegen den Blick in die Ahnenreihe, die bis zu einer Kräuterfrau zurückreicht, die einst auf dem Scheiterhaufen brannte. Das hätte es für die eigentliche Geschichte zwar nicht zwingend gebraucht, aber es verlieh dem Ganzen einen zusätzlichen Reiz. Es verdeutlichte sehr gut, wie die Dynamiken in einem Dorf über Generationen hinweg funktionieren können.
Obwohl die Handlung phasenweise etwas langatmig ist und Pias Vorgehen oft recht unbeholfen erschien, konnte mich das Ende positiv überraschen. Vieles wirkte auf mich frühzeitig vorhersehbar, aber auf den letzten Metern hat mich die Autorin kalt erwischt. Mit dieser speziellen Wendung hatte ich trotz meiner vielen Vermutungen nicht gerechnet.
„Rauhnächte“ ist dennoch eine fundierte Lektüre über Familiengeheimnisse und die Schatten der Vergangenheit. Auch wenn nicht jeder Aspekt der Geschichte für mich perfekt ausgearbeitet war, habe ich Pias Weg gerne verfolgt. Ein solider Roman, der vor allem durch sein unvorhersehbares Ende punktet.
Mein erstes Buch von Ellen Sandberg hinterlässt bei mir insgesamt einen positiven Eindruck. Auch wenn die mystische Tiefe der Rauhnächte hinter meinen Erwartungen blieb und die Handlung zwischendurch etwas mehr Tempo vertragen hätte, fühlte ich mich alles in allem gut unterhalten. Für gemütliche Winterabende zwischendurch, kann ich "Rauhnächte" durchaus empfehlen, wenn man Spannungsromane mag.
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Liebe Nicole,
AntwortenLöschenoh, "nur" 3 Sterne? Ich mochte es wirklich gerne, auch wenn ich einige Kritikpunkte hatte und es auch nicht Ellen Sandbergs bestes Buch ist. Mir hat bisher am besten "Das Unrecht" (das Ende ist ein Hammer!) und "Die Vergessenen" gefallen. Beide bekamen von mir 5 Sterne.
Liebe Grüße
Martina
Nochmal ich...ich habe gestern "Nur eine Lüge" aus meinem Bücherregal gezogen und nun sehe ich es, dass du es liest =) Ich möchte es auch demnächst lesen.
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Martina