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| © Edel Elements |
| V. C. Andrews |
Verlag: Edel Elements 2015
Seiten: 155
ISBN: 978-3955306830
MEINE BEWERTUNG
- ★★★★★ -
ISBN: 978-3955306830
MEINE BEWERTUNG
- ★★★★★ -
Die Geschichte eines Scheidungskindes
Vier junge Mädchen treffen in der Therapiegruppe von Dr. Marlowe aufeinander, vereint durch schwierige Familienverhältnisse und Erinnerungen, über die sie bisher geschwiegen haben. Zum ersten Mal erleben sie, wie es ist, gehört zu werden und ihre Geschichten miteinander zu teilen. Misty eröffnet die Wildflower-Saga und erzählt von einer Jugend zwischen Scheidung, Anpassung und leiser Rebellion.
Mit „Misty“ beginnt V. C. Andrews die Wildflower-Saga. Es ist eine Reihe, die sich meiner Meinung nach über ihren erzählerischen Rahmen definiert. Misty, Star, Jade und Cat treffen sich in der Therapiegruppe von Dr. Marlowe zum ersten Mal, um ihre Geschichten zu erzählen. Dieser geschützte Raum, wirkt, aus Mistys Sicht, wie ein Versuch, sie mit ihrer Vergangenheit zu konfrontieren. Genau dieser Ansatz hat mich beim Lesen sofort neugierig gemacht.
Misty selbst ist eine Erzählerin, der man gut folgen kann. Sie wächst privilegiert auf, ohne sich dessen wirklich bewusst zu sein. Zwar ahnt sie, dass andere weniger haben, doch bleibt dieses Wissen abstrakt. Gleichzeitig blickt sie erstaunlich reflektiert auf ihr Leben und ihre Probleme. Ihre Selbstanalyse wirkt glaubwürdig, nicht zuletzt, weil sie bereits Therapieerfahrung mitbringt. Ich stand ihr neutral gegenüber und empfand sie als stabile Stimme, die ihre Geschichte ruhig und nachvollziehbar trägt.
Zentral ist die Scheidung ihrer Eltern und das, was danach folgt. Andrews zeigt sehr eindringlich, wie ein Kind zwischen zwei Erwachsene gerät, die vor allem mit sich selbst beschäftigt sind. Alte Verletzungen, gekränkter Stolz und der Wunsch, dem anderen wehzutun, stehen im Vordergrund. Misty wird gezwungenermaßen zur Mitspielerin in einem Konflikt, den sie weder verursacht hat noch austragen will. Richtig beschämend fand ich, wie selbstverständlich ihre Bedürfnisse von den Eltern übergangen werden.
Ein vertrautes Thema der Autorin zieht sich durch diesen Band, denn Andrews hat ein merkliches Faible für den Schönheitswahn. Mistys Mutter klammert sich an ein jugendliches Ideal, getrieben von der Angst vor dem Altern und dem Verlust ihres Mannes. Andrews regt dadurch definitiv zum Nachdenken an. Im Vergleich zur heutigen Zeit wirkt es keineswegs überholt. Trotz aller Debatten über Selbstakzeptanz scheint der Druck, bestimmten Bildern zu entsprechen, nach wie vor allgegenwärtig.
Auch Mistys Beziehungen außerhalb der Familie spiegeln ihre innere Unsicherheit. Ihre Entscheidungen wirken jugendlich und unbedacht, zugleich aber auch wie eine Reaktion auf das emotionale Chaos zu Hause. Andrews verzichtet dabei auf übermäßige Zuspitzung. Die Geschichte fühlt sich realistisch an und haut weniger fest in die altbekannten Drama-Tasten als man es aus anderen Werken der Autorin kennt.
" ... wie eine wilde Blume, die außerhalb des Gartens wächst ..." ( 7 %, eBook)
Sehr spannend war für mich der Rahmen der Gruppentherapie. Star, Jade und Cat bleiben noch im Hintergrund, doch es zeichnen sich erste Dynamiken ab. Vor allem Cat hebt sich ab, und ich bin sehr gespannt, was noch kommen wird. Dr. Marlowes Ansatz empfinde ich als fesselnd und durchaus plausibel.
„Misty“ ist ein ruhiger Auftakt, der weniger auf extremes Drama setzt, dafür aber die Situation eines Scheidungskindes sehr feinfühlig und überzeugend einfängt. Am Ende bin ich einfach auf die weiteren Mädchen neugierig, auf die Entwicklung der Gruppe und besonders auf Stars Geschichte, die als Nächstes erzählt werden wird.
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MEINE BEWERTUNG
★★★★★
Die Wildflower-Saga:
1) Misty
2) Star
3) Jade
4) Cat
5) Garten der Versuchung
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