Freitag, 24. April 2026

Rezension: Beyond Paradise Resort - André Gebel

Beyond Paradise Resort - André Gebel
© Piper
Beyond Paradise Resort
| André Gebel |

Verlag: beetween pages by Piper 2026

Seiten: 304
ISBN: 978-3492509312

MEINE BEWERTUNG 
- ★★★
 - 



Skurriler Urlaubs-Thriller
 
Vier Frauen besuchen während ihres Urlaubs ein ungewöhnliches Seminar. Es geht darum, sich der Ehemänner zu entledigen. Doch das skurrile Spiel nimmt eine dunkle Wendung als die Frauen in ein Netz aus Intrigen, Verrat und Geheimnissen geraten.

Ich mag Urlaubsthriller mittlerweile richtig gern. Sobald der Frühling vor der Tür steht, greife ich bevorzugt zu spannender Unterhaltung, die in luxuriösen Resorts, auf Inseln oder an sonnigen Urlaubsorten spielt. Irgendwie scheint sich bei mir mittlerweile ein regelrechtes saisonales Leseverhalten entwickelt zu haben. Während ich, nach einem langen Winter, nach Frühling lechze, darf es gerne etwas sein, das nach Sonne, Meer und Eskalation unter Palmen klingt. 

Vorneweg muss ich anmerken, dass die Inhaltsbeschreibung des Verlags an einer Stelle etwas irreführend ist. Tanja, Domenica, Phoebe und Mary sind keineswegs Freundinnen. Tatsächlich begegnen sich die vier Frauen erst auf dem Weg zum Resort und beäugen einander bereits während der Bootsfahrt kritisch. Schnell wird klar, dass sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Dennoch verbindet sie mehr, als es zuerst den Anschein macht.

Die Frauen sind sehr verschieden. Jede bringt ihre eigenen Unsicherheiten und ihren individuellen Lebensentwurf mit. Während Tanja eher bodenständig und in ihrem Alltag festgefahren wirkt, versucht Phoebe mit aller Kraft, Jugend und Perfektion festzuhalten. Domenica träumt vom großen Luxusleben und davon, sich einen Namen zu machen. Dafür ist Mary der deutlich eigenwilligste der Gruppe. Sie stellt von Beginn an ihre ganz eigenen Vermutungen über das Resort und dessen Leitung an. Diese Konstellation sorgt immer wieder für Dynamik und macht die zwischenmenschlichen Entwicklungen interessant.

Im Mittelpunkt steht schließlich ein rätselhaftes Frauenseminar unter der Leitung der geheimnisvollen CC, das ebenso skurril wie undurchsichtig wirkt. Mit kryptischen Aussagen und merkwürdigen Aufgaben bringt sie die Frauen dazu, über ihr bisheriges Leben, ihre Entscheidungen und vor allem ihre Beziehungen nachzudenken. Auch wenn vieles davon eher absurd erscheint, steckt darin durchaus ein spannender Kern. Denn nach und nach brechen Themen auf, die lange verdrängt, ignoriert oder bewusst weggeschoben wurden. Das hat der Geschichte meiner Meinung nach durchaus Tiefe gegeben.

Meinem Empfinden nach wurde die Atmosphäre auf Korfu wunderbar eingefangen und versprüht echtes Urlaubsfeeling. Zwischen Meer, Sonne, kleinen Ausflügen über die Insel und entspannten Stunden am Wasser entsteht eine Kulisse, die exzellent zu dieser Art von Geschichte passt und bei der man die Wärme und das Salz beinah selbst auf der Haut spürt.

Mit der eigentlichen Thrillerebene hatte ich jedoch ein paar Probleme. Relativ früh lässt sich erahnen, worauf die Handlung hinauswill. Die Auflösung beziehungsweise der große Abschluss zeichnen sich schnell ab. Wirklich überraschend war das Gesamtbild daher nicht. Die Geschichte setzt auf skurrile, teils fast slapstickhafte Szenen, die immer wieder für Unterhaltung sorgen und dem Ganzen einen lockeren Ton verleihen.

Zum Ende hin schlägt die Handlung allerdings ordentlich Kapriolen. Anfangs war es noch unterhaltsam und wirkte überspitzt auf mich. Doch dann entwickelt sich das Geschehen stellenweise in eine Richtung, die auf mich wie ein überdrehter deutscher Fernsehfilm wirkte. Es wird turbulent, dramatisch und reichlich absurd. Vieles erschien mir nicht mehr ganz nachvollziehbar oder logisch, wodurch mich die Geschichte am Ende leider etwas verloren hat.

Trotzdem hatte „Beyond Paradise Resort“ durchaus seinen Unterhaltungswert. Es ist ein leichtgängiger, stellenweise amüsanter Urlaubsthriller, der sich schnell lesen lässt und mit dem sommerlichen Hintergrund definitiv punktet. Für mich landet das Buch insgesamt im soliden Mittelfeld. Es ist keine tiefgründige oder raffinierte Spannungsliteratur, dafür kurzweilige Unterhaltung für entspannte Lesestunden in der Sonne. Wahrscheinlich ist es am besten, wenn man es mit den Füßen im Sand und Blick aufs Meer auf sich wirken lässt.
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MEINE BEWERTUNG
★★★

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