LAKE - Das Haus am dunklen Ufer
| Riley Sager |
Verlag: dtv 2025
Seiten: 416
ISBN: 978-3423220842
MEINE BEWERTUNG
- ★★★★★ -
ISBN: 978-3423220842
MEINE BEWERTUNG
- ★★★★★ -
Ein exzellenter Einfall trifft auf einen missratenen Kniff
Nach einem schweren Schicksalsschlag zieht sich die Schauspielerin Casey Fletcher in ein abgelegenes Haus am Lake Greene zurück. Aus ihrer erzwungenen Ruhe heraus beginnt sie, das scheinbar perfekte Paar auf der anderen Seeseite zu beobachten. Als die Nachbarin plötzlich verschwindet, wächst in Casey der Verdacht, dass hinter der idyllischen Fassade weit mehr steckt, als zunächst den Anschein hat.
Riley Sager gehört mittlerweile zu meinen verlässlichsten Thriller-Autoren. Seine Bücher entwickeln meistens einen packenden Sog, treiben mich regelrecht über die Seiten und nehmen zum Schluss noch einmal eine Richtung, mit der ich nicht gerechnet hätte. Deshalb freue ich mich jedes Mal, wenn ein neues Buch von ihm angekündigt wird. Leider ist "LAKE – Das Haus am dunklen Ufer" seine schwächste Veröffentlichung für mich geworden.
Dabei hat die Geschichte richtig gut angefangen. Casey Fletcher ist Schauspielerin, hat einen schweren Schicksalsschlag hinter sich und sitzt nun allein im Haus ihrer Familie am Lake Greene fest. Dort vertreibt sie sich die Zeit mit Bourbon, einem Fernglas und der Beobachtung ihrer Nachbarn auf der anderen Seeseite. Als Nachbarin Katherine plötzlich verschwindet, rattern Caseys vollgesoffene Gehirnwindungen auf Hochtouren. Für sie steht fest, dass der Ehemann Tom etwas mit dem Verschwinden zu tun haben muss.
Casey ist dabei alles andere als ein Wonneproppen, was mir sofort gefallen hat. Ich mag kaputte Figuren, solange sie interessant sind, und das ist sie definitiv. Irgendwann fragt man sich, warum diese Frau so geworden ist und weshalb sie eine ganze Weile nach ihrem Schicksalsschlag noch immer so tief feststeckt. Vor allem wirkt sie eigentlich wie eine starke Persönlichkeit. Tja, dafür gibt es einen Grund. Und den fand ich richtig tough. Riley Sager hatte da wirklich einen exzellenten Einfall, den er leider durch einen anderen Kniff, der mir gar nicht zusagte, wieder über Bord wirft.
Überhaupt hat mich das Drumherum lange richtig gut unterhalten. Dieses Beobachten vom anderen Seeufer aus, kleinere Ungereimtheiten, das Rätseln darüber, was mit Katherine passiert sein könnte, all das fand ich gut. Ich war mittendrin und wollte unbedingt wissen, wohin das alles führt.
Ein bisschen die Luft rausgenommen hat für mich allerdings der Mittelteil. Da verliert man sich manches Mal etwas zu sehr in Caseys Alkoholexzessen, wodurch die Spannung etwas auf der Strecke bleibt.
Gar nicht gefallen hat mir die Wendung, welche die besagte Enttäuschung war. Ich liebe Gänsehautmomente. Es darf unheimlich werden, gerne auch mit einer übernatürlichen Note. Normalerweise rennt Riley Sager mit so etwas bei mir offene Türen ein. Hier kam dieser Aspekt für meinen Geschmack allerdings so plötzlich und merkwürdig um die Ecke, dass ich nur die Mundwinkel nach unten gezogen und gedacht habe: „Echt jetzt? Das soll es sein?“
Schade eigentlich, denn die Wendung an sich hätte mir richtig gut gefallen können. Wäre der Gruseltouch schon viel früher in die Handlung eingeflossen, hätte ich ihn wahrscheinlich gefeiert. So wirkte das Ganze auf mich ziemlich plump. Dabei war der Weg dorthin interessant und ich wollte die ganze Zeit wissen, wie es überhaupt zu alldem gekommen ist.
Das Ende selbst hat die Handlung trotzdem stimmig abgeschlossen und wirkte innerhalb der gewählten Richtung rund.
Riley Sager gehört mittlerweile zu meinen verlässlichsten Thriller-Autoren. Seine Bücher entwickeln meistens einen packenden Sog, treiben mich regelrecht über die Seiten und nehmen zum Schluss noch einmal eine Richtung, mit der ich nicht gerechnet hätte. Deshalb freue ich mich jedes Mal, wenn ein neues Buch von ihm angekündigt wird. Leider ist "LAKE – Das Haus am dunklen Ufer" seine schwächste Veröffentlichung für mich geworden.
Dabei hat die Geschichte richtig gut angefangen. Casey Fletcher ist Schauspielerin, hat einen schweren Schicksalsschlag hinter sich und sitzt nun allein im Haus ihrer Familie am Lake Greene fest. Dort vertreibt sie sich die Zeit mit Bourbon, einem Fernglas und der Beobachtung ihrer Nachbarn auf der anderen Seeseite. Als Nachbarin Katherine plötzlich verschwindet, rattern Caseys vollgesoffene Gehirnwindungen auf Hochtouren. Für sie steht fest, dass der Ehemann Tom etwas mit dem Verschwinden zu tun haben muss.
Casey ist dabei alles andere als ein Wonneproppen, was mir sofort gefallen hat. Ich mag kaputte Figuren, solange sie interessant sind, und das ist sie definitiv. Irgendwann fragt man sich, warum diese Frau so geworden ist und weshalb sie eine ganze Weile nach ihrem Schicksalsschlag noch immer so tief feststeckt. Vor allem wirkt sie eigentlich wie eine starke Persönlichkeit. Tja, dafür gibt es einen Grund. Und den fand ich richtig tough. Riley Sager hatte da wirklich einen exzellenten Einfall, den er leider durch einen anderen Kniff, der mir gar nicht zusagte, wieder über Bord wirft.
Überhaupt hat mich das Drumherum lange richtig gut unterhalten. Dieses Beobachten vom anderen Seeufer aus, kleinere Ungereimtheiten, das Rätseln darüber, was mit Katherine passiert sein könnte, all das fand ich gut. Ich war mittendrin und wollte unbedingt wissen, wohin das alles führt.
Ein bisschen die Luft rausgenommen hat für mich allerdings der Mittelteil. Da verliert man sich manches Mal etwas zu sehr in Caseys Alkoholexzessen, wodurch die Spannung etwas auf der Strecke bleibt.
Gar nicht gefallen hat mir die Wendung, welche die besagte Enttäuschung war. Ich liebe Gänsehautmomente. Es darf unheimlich werden, gerne auch mit einer übernatürlichen Note. Normalerweise rennt Riley Sager mit so etwas bei mir offene Türen ein. Hier kam dieser Aspekt für meinen Geschmack allerdings so plötzlich und merkwürdig um die Ecke, dass ich nur die Mundwinkel nach unten gezogen und gedacht habe: „Echt jetzt? Das soll es sein?“
Schade eigentlich, denn die Wendung an sich hätte mir richtig gut gefallen können. Wäre der Gruseltouch schon viel früher in die Handlung eingeflossen, hätte ich ihn wahrscheinlich gefeiert. So wirkte das Ganze auf mich ziemlich plump. Dabei war der Weg dorthin interessant und ich wollte die ganze Zeit wissen, wie es überhaupt zu alldem gekommen ist.
Das Ende selbst hat die Handlung trotzdem stimmig abgeschlossen und wirkte innerhalb der gewählten Richtung rund.
Insgesamt hatte ich mit "LAKE – Das Haus am dunklen Ufer" durchaus unterhaltsame Lesestunden. Normalerweise kann mich Riley Sager fesseln. Diesmal hat er für meinen Geschmack die Handlung mit einer Wendung ausgebremst, die bei mir leider überhaupt nicht gezündet hat. Deshalb ist es für mich sein schwächstes Buch bisher.
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MEINE BEWERTUNG
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