Freitag, 8. April 2016

Rezension: Sag nie ihren Namen - James Dawson

© Carlsen
Meine Bewertung ★★★

SHORT FACTS

Titel: Sag nie ihren Namen
Autor: James Dawson
Verlag: Carlson 2015
Seiten: 336
ISBN: 9783551314192

  

Bloody Mary

Was macht man als Schüler in einem Internat in der Einöde an Halloween? Genau! Man ruft Bloody Mary im nächstbesten Spiegel an. Exakt das machen Bobbie und ihre beste Freundin Nayla um vor den anderen Jugendlichen nicht blöd dazustehen. Zugegeben, etwas mulmig ist ihnen dabei schon zumute, doch wer glaubt schon an Geister?


Als sich Bobbie überreden lässt, mit einer Kerze bewaffnet ihrem Spiegelbild „Bloody Mary“ entgegen zu hauchen, denkt sie nicht, dass an der Legende etwas Wahres dran ist. Immerhin kommt sie als Außenseiterin dann nicht ganz so schlecht bei den anderen weg und die Legende um die blutige Mary im Spiegel ist zwar gruselig, aber nicht real. Oder?

James Dawson packt die Sage um Bloody Mary an einen gruseligen Schauplatz. Ausgerechnet am Internat in der britischen Abgeschiedenheit wird Bloody Mary angerufen. Es ist ein altes Gebäude, mit Geheimgängen, antiken Möbeln und sogar Priesterlöcher soll es geben. Schon allein mit diesem Ambiente wird ein Hauch von Gruselstimmung erzeugt, die sich der Altersgruppe entsprechend durch die Geschichte zieht.


Im Grunde erzählt Dawson die Geschichte von Bloody Mary nach, gibt ihr einen lockeren, modernen Anstrich und versetzt sie mit bewährten Schock- und Horrorelementen, die meinem Geschmack nach zwar zu kurz kommen, aber sicherlich dem genreunerfahrenen Leser manchen Schauermoment bescheren. Ich muss gestehen, hier hatte ich mir schon etwas mehr davon versprochen, aber trotzdem denke ich, dass es gerade deswegen auch für jüngere Leser gut geeignet ist.


Die Charaktere der Geschichte sind sehr klischeehaft besetzt. Es ist ein reines Mädcheninternat und daher wird man mit den üblichen Schulcharakteren konfrontiert: die Clique, auch als Elite bekannt, die ruhige aber toughe Außenseiterin alias Protagonistin Bobbie, ihre beste Freundin, quirlig, lustig und der Kumpeltyp, und natürlich der Mädchenschwarm, der an den elitären Mädels eigentlich gar kein Interesse hat.


Obwohl man diese Besetzung schon kennt, wirkt sie nicht langweilig, weil sie mit den verschiedensten Bloody-Mary-Versionen so gut verwoben ist, dass daraus eine ganz eigene Variante entsteht, und ich die Figuren an sich nur als Mittel zum Zweck empfunden habe, um Mary hinterm Spiegel hervorzulocken. 


Gruselstimmung ist auf jeden Fall vorhanden, es gibt etliche Gänsehaut-Szenen, die allerdings nur angekratzt werden und nicht allzu sehr in die Tiefe schneiden. Für das Ende hat sich der Autor meiner Meinung nach schon fast Applaus verdient, weil er es richtig gut und doch recht schaurig hingebogen hat.


Insgesamt hat mir die  Aufarbeitung der Bloody-Mary-Legende in diesem Jugendroman sehr gut gefallen. Als etwas hartgesottenere Leserin im Grusel- und Horrorgenre war mir zwar von Vornherein bewusst, dass mir dieses Buch nicht das Fürchten lehren wird, trotzdem wurde ich positiv überrascht und hatte großen Lesespaß.



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Kommentare:

  1. Hi :D

    Das erinnert mich daran, dass ich dieses Buch auch noch lesen MUSS! Ich mag die Geschichte rund um Bloody Mary sehr gerne und bei so einer typischen Gruselgeschichte habe ich auch nichts gegen klischeehafte Charaktere. Das kennt man aus Horrorfilmen ja eh! ;)

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!

    Jessi

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    1. Hallo Jessi,

      ja, unbedingt! Das ist bestimmt ein Buch für dich und wie schon gesagt, diese Klischee-Besetzung stört bei so einer typischen Gruselstory überhaupt nicht. Es ist halt ein bisschen auf harmlos getrimmt und trotzdem gut zu lesen.

      Ich hoffe sehr, dass es dir auch gefällt!

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  2. Huhu Nicole,

    mh, da du ja häufiger auch gruseliges liest und dich vereinzelte Szenen nicht wirklich schocken konnten, überlege ich gerade wirklich, ob das Buch überhaupt etwas für mich ist... Ich bin da ja auch schon etwas anderes gewohnt und kein Neuling auf dem Gebiet.
    Wenn das Ende widerum aber der Hammer sein soll, sollte ich es vielleicht doch versuchen. Mh, ich muss wohl nochmal in mich gehen...

    LG Steffi

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    1. Hallo Steffi,

      eine richtige Horror-Story darfst du dir nicht erwarten, es geht eher in jugendliche Geistergeschichte mit einigen Schockelementen, die nicht ganz so deftig gestaltet sind, wie sie sein könnten. Aber es ist halt ein Jugendbuch und dafür finde ich es ganz große klasse.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  3. Huhu!

    Sehr schöne Rezi, das klingt so, als könnte mir das Buch gefallen - ich mag gepflegten Grusel! :-)

    LG,
    Mikka

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    1. Hallo Mikka,

      ja, so wie ich dich mittlerweile kenne, ist das wohl etwas für dich. Es ist gut zu lesen, aber man darf sich halt nicht den Wahnsinns-Horror-Schocker darunter vorstellen.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  4. Da ist es wieder. Ich habe es schon zig mal in der Hand gehabt, es aber immer wieder weggelegt. Warum nur? Es hört sich toll an und ist zum Gruseln, genau, wie ich es mag. *seufz* Bei meiner nächsten Bestellung ist es auf jeden Fall dabei. :)
    Ich muss bei Bloody Mary immer so an Supernatural denken. Glaube, es war die erste Staffel, da gab es auch eine Folge mit "Mary". Meine Freundin und ich haben danach abends vorm Spiegel gestanden und ich habe sie gebeten, doch bitte nicht diese zwei Wörter in den Spiegel zu sagen. Ja, ich bin ein Schisser - sie nicht. ;)

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    1. Hat deine Freundin wirklich den Namen in den Spiegel gesagt? Inkl. Kerze und um Mitternacht? Ich würde mich ja nicht trauen, obwohl ich ansonsten eher ein furchtloses Persönchen bin, aber bei manchen Dingen halte ich mich dann doch eher zurück ...

      Ja, wenn du wieder in Grusellaune bist, dann ist das eindeutig die richtige Lektüre für dich. Nicht zu arg, aber trotzdem zum Fürchten. ;-)

      Liebe Grüße,
      Nicole

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    2. Wir hatten zwar keine Kerze, aber es war weit nach Mitternacht. Sie total furchtlos und ich hätte mir fast in die Hose gemacht.
      *lach* Ich meinte auch zu ihr, dass es eher unrealistisch ist, dass etwas passiert, aber man muss es ja wohl echt nicht herausfordern, oder?! ;) Sie hat es zwei mal gesagt, aber als ich sie kurz vor dem dritten Mal so richtig angemotzt habe, hat sie es gelassen. Bei Supernatural musste es damals drei Mal gesagt werden, bevor sie erscheint.
      Glaub mir: Bei mir ist das bestimmt auch schon "zu arg". Bei "so was" mache ich mir echt ins Höschen. Ich bin so ein Hühnchen. ;)

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    3. Also, ich wäre da wohl auch eher der Schisser und irgendwie finde ich es gut, dass der Name nicht dreimal gesagt wurde. :-D

      Ich habe ein bisserl im Internet recherchiert und es dürfte relativ viel passieren, wenn man den Namen dreimal in den Spiegel gesagt hat, was aber eher mit der Psyche zusammenhängen soll als mit Übernatürlichem.

      Nein, ich denke mir auch, herausfordern braucht man nichts. :-D Sicher, der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass nichts passieren kann, aber wenn doch? Da wäre mir das Risiko zu groß, wobei, als Jugendliche wäre ich sicher dabei gewesen ..

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  5. hey,

    mir hat das Buch auch echt gut gefallen. Ein bisschen Gänsehaut war dabei, aber es gibt richtig gruselige Sachen. Dennoch findet man solche Bücher zu selten.

    lg Nessa

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    1. Hallo Nessa,

      ja, solche Bücher sind tatsächlich viel zu selten. Richtige Gänsehaut war hier für mich nicht vorhanden, aber es war trotzdem gut zu lesen.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  6. Huhu Nicole,

    das Buch fand ich auch total klasse! Ich finde, dem Autor ist es richtig gut gelungen, die Atmosphäre hervorzurufen. Beim Lesen dachte ich noch: okay, super spannend, aber nicht so gruselig und später im Bad hab ich mich ertappt, wie ich genauer in den Spiegel geschaut habe. Aber den Namen sag ich nicht, zumindest nicht vorm Spiegel! 😂

    Liebe Grüße
    Silke

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    1. Hallo Silke,

      nein, das würde ich mich auch nicht trauen! 😄Vorm Spiegel stehen und den ganzen Hokuspokus durchführen. Ich glaube ja eigentlich nicht dran, aber es bleibt trotzdem ein Restrisiko, das ich auf keinen Fall eingehen will. 😬

      Liebe Grüße,
      Nicole

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