Eigentlich wollte ich nur einmal einen Thriller lesen, der in Australien spielt. Auf der Suche nach einem Hörbuch bin ich eher zufällig über "Hell" gestolpert.
Ich mag an einem Thriller, wenn mich Spannung, Atmosphäre, Figuren und Aufbau mitziehen. Und ich war sehr überrascht, wie mühelos Shelley Burr all das in „Hell“ zusammenbringt. Für mich ist dieses Debüt ein echtes Highlight.
Im Zentrum der Geschichte steht ein Cold Case, der seit mehr als zwanzig Jahren ungelöst ist. Im Sommer 1999 verschwand Minas Zwillingsschwester spurlos. Der Fall sorgte landesweit für Aufsehen und machte Mina unfreiwillig zur Berühmtheit. Heute lebt sie zurückgezogen auf der abgelegenen Farm ihrer Familie. Als der Privatdetektiv Lane Holland anbietet, den Fall neu aufzurollen, stößt er zunächst auf offene Ablehnung. Zu viele Menschen haben sich bereits an der Familiengeschichte bereichert und angebliche Spuren sind im australischen Staub versandet. Lane bleibt hartnäckig und bringt schließlich neue Bewegung in die Ermittlungen.
Schon die Figuren haben mich komplett überzeugt. Mina und Lane sind keine glattgebügelten Held:innen, sondern Menschen mit Ecken, Kanten und widersprüchlichen Gefühlen. Mina hat ihr gesamtes Leben im Schatten des Verschwindens ihrer Schwester verbracht. Einerseits liebt sie die Abgeschiedenheit der Farm und die Ruhe des Landlebens, andererseits spürt man immer wieder ihre Sehnsucht nach einem anderen Leben. Dieser innere Konflikt macht sie zu einer unglaublich interessanten Figur.
Auch Lane hat mir sehr gut gefallen. Hinter seiner Hartnäckigkeit steckt weit mehr als bloß berufliches Interesse. Nach und nach erfährt man, weshalb ihm die Aufklärung des Falls so wichtig ist und welche Ängste ihn antreiben. Geichzeitig verliert Lane nie seinen natürlichen Charme und seinen trockenen Humor. Dass ihm langsam das Geld ausgeht, verleiht der Figur zusätzlich etwas Bodenständiges.
Mina lässt sich von ihm nicht beeindrucken und schon gar nicht um den Finger wickeln. Dabei zeigt sie ihrem Begleiter mehr als einmal, wie anders das Leben in den abgelegenen Regionen Australiens läuft. Für sie ist das Alltag und ihre Gelassenheit gegenüber der Gefahren des australischen Outbacks erzählt oft mehr über den Schauplatz als viele lange Beschreibungen. Eine Szene mit einer Giftschlange hat mir diesbezüglich besonders gut gefallen und brachte mich trotz der ernsten Situation zum Lachen.
Meiner Meinung nach ist der Schauplatz ohnehin die dritte Figur im Bunde. Shelley Burr fängt die Weite, die Abgeschiedenheit und die Rohheit des ländlichen Australiens großartig ein. Man spürt förmlich den Staub, die Hitze und die Entfernungen zwischen den Menschen. Dieses Leben wirkt gleichzeitig faszinierend und gnadenlos. Ich hatte beim Hören ständig das Gefühl, selbst auf dieser abgelegenen Farm zu stehen.
Die Handlung an sich hat mich ebenfalls überzeugt. Die Geschichte springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart, ohne jemals unübersichtlich zu werden. Nach und nach setzen sich die Puzzleteile zusammen, erste Ergebnisse werden verworfen, neue Verdächtige tauchen auf und alte Gewissheiten geraten ins Wanken.
Das Ende hat dem Ganzen schließlich die Krone aufgesetzt. Es war für mich nicht vorhersehbar und fügte sich letztendlich so stimmig in die Geschichte ein, dass ich mir keine bessere Auflösung hätte wünschen können.
Guten Morgen Nicole!
AntwortenLöschenDas freut mich sehr dass du jetzt auch mal wieder ein 5 Sterne Buch vorstellst! Gerade solche Überraschungen sind immer toll oder? Wenn man gar nicht viel erwartet und dann bekommt man so ein spannendes Hörpaket :D
Ich hab mir das Buch mal gespeichert! In Australien möchte ich mich geschichtlich auch wieder etwas mehr herumtreiben, mal schauen wann ich dazu komme. Dieses Jahr definitiv nicht mehr *lach* Jedenfalls vielen Dank fürs vorstellen!
Liebste Grüße, Aleshanee
Hallo Aleshanee,
Löschendas war ein Wahnsinns-Zufall-Fund! Die Autorin hat wirklich was drauf, allein, in welchen Facetten sie das Leben in Australien und die Figuren einfängt hat mir großen Spaß gemacht.
Jetzt muss ich aber dazu sagen, dass ich das Buch schon letztes Jahr gehört habe. XD Ich bin mit meinen Rezensionen so hinterher, dass ich ältere Sachen immer wieder mal einschiebe.
Liebe Grüße
Nicole
Haha, ok, na dann. Also so weit zurück gehen meine Rezensionen tatsächlich nicht. Ich schaue schon dass ich sie chronologisch einigermaßen raushaue. Die wenigen Rezensionsexemplare haben natürlich Vorrang und ich versuche jetzt, auch für den Oktober vielleicht noch 2-3 passende Bücher zu lesen, damit ich nicht den Dezember mit Horror zuklatschen muss, das passt nicht für mich :D
LöschenMeine heutige Rezension war das letzte Buch aus dem Mai diesen Jahres. Dann komme ich immerhin schon in den Juni, also so weit liegen sie jetzt nicht mehr zurück.
Dafür sind die Rezis meiner aktuellen Bücher schon wieder im November angesiedelt ^^
Schaffe ich nicht mehr. Da habe ich schon viel zu viel Chaos drin. XD Ich schreibe viele Rezensionen vor, ohne Feinschliff, etc. und pappe sie dann erst viel später in den Blog. Und genau, wie du schreibst, dann passt vieles einfach nicht mit dem Jahresrahmen zusammen und andere Bücher werden wieder vorgezogen. Und eigentlich bin ich froh, dass es sich zeitlich ausgeht, dass ich einigermaßen regelmäßig Rezensionen poste. Aber du hinkst ja auch schon 3 Monate hinterher. XD
LöschenDann machen wir es ja recht ähnlich :) Wobei der Feinschliff bei mir nicht mehr so viel ist ... die Zeit hab ich einfach nicht mehr. Aber vor dem Veröffentlichen lese ich sie mir nochmal durch und verbessere was mir noch auffällt.
LöschenIch werde das auch nicht wirklich aufholen, außer ich lese weniger. Oder rezensiere weniger :) Das meinte ich auch am Jahresanfang, wegen deiner Challenge und den Rezensionen. Weil ich jetzt schon im November bin ... also die Bücher vom letzten Quartal werden ziemlich sicher dann 2027 rezensiert. Da muss ich dann einfach schauen ob noch Buchstaben dabei sind, die mir fehlen und die noch in dieses Jahr packen xD
Mich stört es aber auch nicht. Momentan komme ich nicht so viel zum lesen und manche Reihen packe ich grade auch gerne zusammen in eine Rezension. Also 1 statt 3 zum Beispiel oder so, das reduziert es auch ein bisschen. Aber ich finde es gut so. Es pendelt sich langsam ein etwas ruhiges Bloggen bei mir ein :)
Nein, da muss ich schon noch einmal ordentlich drüber gehen. Ich schreibe da einfach alles nieder, was mir in den Sinn kommt und mache dann erst später einen Text daraus. Und erst im nächsten Schritt, wann immer der ist, wird die Rezension in den Blog eingepflegt.
LöschenNoch habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben. :D Eigentlich wollte ich immer jedes gelesene Buch rezensieren, auch für mich selbst. Und ich versuche nach wie vor, das irgendwie durchzuziehen. Schauen wir mal, ob das noch irgendwie klappen kann.
Es muss einfach für einen selbst passen und man muss seinen eigenen Rhythmus finden.
Das wollte ich auch - also jedes Buch rezensieren... aber gerade bei den Fortsetzungen von REihen ist es oft schwierig. Deshalb tendiere ich grade dazu, bzw. probiere es aus, diese zusammen zu fassen. Das hat jetzt ein paar Mal schon recht gut geklappt.
LöschenBei Hörbüchern z. B. fällt es mir echt schwer. Da kann ich mir auch oft grade keine Notizen machen und dann wird es eh schwierig ^^
Aber ich klammere mich da auch nicht mehr so dran. Wenn ich keine schreiben will, dann schreib ich keine :)
Wie gesagt, ein bisschen Hoffnung habe ich ja noch.
LöschenWenn Reihen in sich abgeschlossen sind und die Teile zeitnah hintereinander gelesen werden, dann kann das Konzept gut aufgehen. Du liest sich ja ohnehin immer so schön hintereinander, dass das gut funktioniert.
Schreiben will ich ja. XD Ich liebe es, Rezensionen zu schreiben und dadurch meine Gedanken, die sonst in meinem Kopf herumwimmeln, loszulassen. Aber naja, es klappt wahrscheinlich sowieso nicht mehr so ganz, dass jedes gelesene Buch rezensiert wird. Mal schauen.
Bei den Reihen geht es manchmal schon recht gut... zumindest klappt es für mich und es fühlt sich passend an, das ist ja die Hauptsache :)
LöschenIch hab jetzt letztens ja z. B. That´s not my name angehört als Hörbuch. Da mach ich mir keine Notizen oder so und es war jetzt auch nicht so überzeugend oder wichtig dass ich mich jetzt unbedingt für eine Rezension hinsetzen würde.
Auch das Kinderbuch Der Verwechsling - das waren 50 Hörminuten, glaub ich, dafür schreib ich jetzt auch keine Rezension.
Manches ist mir einfach nicht (mehr) so wichtig und dann lass ich es. Schreibe dann lieber eine ausführliche Rezension für Bücher, wozu ich auch gerne was sagen möchte, ob jetzt positiv oder negativ :)
Ich habe mir das jetzt mal bei mir ein bisschen genauer angesehen. Und ganz ehrlich, ich glaube, ich bin bis Jahresende fertig mit den Rezensionen. XD Das ist tatsächlich etwas beängstigend.
LöschenNaja, sind ja noch vier Monate, das ist eine lange Zeit, in der du Bücher liest und neue Rezensionen schreibst :D
LöschenJetzt hast du mich ganz schön hart mit der Realität konfrontiert und ich bin gerade etwas planlos. XD
LöschenHaha, sorry, das wollte ich nicht! Einfach nicht mehr dran denken ;)
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