Freitag, 2. November 2018

Rezension: Mädchen aus dem Moor - S. K. Tremayne

© Audible *
Mädchen aus dem Moor
| S. K. Tremayne |

Verlag: Audible Studios 2018
Dauer: 11 h: 23 min 
ASIN: B07GKW44NP
Sprecher: Vera Teltz

MEINE BEWERTUNG

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Unglaubwürdige Familiengeschichte ohne Spannungseffekt

Als sich Kaths angeblicher Unfall als Selbstmordversuch entpuppt, weiß sie nicht mehr was Realität und was Illusion ist. Führt sie nicht eine glückliche Vorzeigeehe? Warum hätte sie Mann und Tochter verlassen wollen, wo sie doch beide regelrecht vergöttert? Oder trügt sie ihre Erinnerung und ihr Leben ist gar nicht, wie es scheint?

Von S. K. Tremayne habe ich mittlerweile zwei Bücher gelesen. Ich schätze den Autor aufgrund seiner Gruselatmosphäre und hatte gehofft, dass sie auch in diesem Werk mein Blut in den Adern gefrieren lässt. 

Kath ist mit ihrem Auto im Dartmoor gelandet. Was anfangs wie ein Unfall scheint, offenbart sich als Selbstmordversuch. Kath kann sich nicht vorstellen, warum sie sich selbst am Grund des Dartmoors ertränkt. Doch ihr angeblich strahlendes Leben, wird zu einem trüben Sumpf, als ihr die Erinnerung an den Unfall kommt.


Den Großteil der Geschichte erfährt man aus Kaths Perspektive. Sie erzählt von ihrem schönen Mann, ihrer anbetungswürdigen Tochter Lyla und dem abgeschiedenen Leben auf dem Dartmoor, wo es noch einsamer ist, als man ahnt.


Bei Kath kommen nach und nach die Erinnerungen an den Unfall beziehungsweise Selbstmordversuch hoch. Daraus ergeben sich viele Fragen, und sie hat ein mulmiges Gefühl. Was verheimlicht ihr Bruder vor ihr? Warum ist ihr Mann derart abweisend? Und aus welcher Motivation heraus, soll sie sich für Selbstmord entschieden haben?


Es entsteht eine mehr oder weniger spannende Figurenkonstellation aus Kaths Mann, ihrem Bruder, der Schwägerin und natürlich Töchterchen Lyla, die zentral in der Handlung steht. 


Lyla nimmt einen besonderen Part in diesem Thriller ein und meinem Empfinden nach war sie die einzige interessante Figur. Sie hat eventuell das Asperger-Syndrom. Zumindest zeigt sie Symptome dafür. Als merkwürdiges Mädchen verlangt sie besonderes Einfühlungsvermögen von ihrer Umgebung, woran Kath und ihr Mann regelmäßig scheitern.


Obwohl S. K. Tremayne dank der Beschreibungen des Dartmoors ein düsteres Ambiente schafft, konnte er mich überhaupt nicht fesseln. Denn die Handlung tröpfelt vor sich hin, es gibt keinen Spannungsbogen und das Ende ist in der gesamten Konstruktion versumpft.


Die Beziehungen zwischen den Figuren und die Geheimnisse untereinander waren meinem Geschmack nach überkonstruiert. Ich konnte mir ihre Aktionen und Lügen nicht erklären, und insgesamt hat mir der Antrieb in der Handlung gefehlt. Kath dümpelt vor sich hin, hat Töchterchen Lyla an der Hand, und denkt nicht einmal daran, lauthals um Hilfe zu schreien, damit sie jemand aus dem Morast zieht. 


Zum Schluss bleibt eine wirre Familiengeschichte, die auf mich ziemlich unglaubwürdig wirkt, und es fehlen mir vor allem Spannung und Gruseleffekt. 


Mit „Mädchen aus dem Moor“ hat mich Tremayne leider weder packen noch überzeugen können. Die Charaktere sind allesamt zu blass, die Spannung versumpft, und die Handlung an sich ist im Morast verdümpelt, wobei zumindest das Dartmoor exzellent beschrieben ist. 

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MEINE BEWERTUNG


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Kommentare:

  1. Guten morgen Nicole :D

    Oh man, dich konnte das Buch ja gar nicht begeistern! ;/ Echt schade, zumal ich es dir ja indirekt noch empfohlen hatte.

    Ich einigen Punkten stimme ich dir sogar zu, besonders das Ende empfand ich mit dem Geheimnis, das da offenbart wird, auch recht konstruiert, zumal ja der Leser kaum Chancen hatte mitzurätseln.

    Ansonsten hat hier für mich aber die Atmosphäre gestimmt, Kath selbst fand ich auch nicht so recht sympathisch, aber ich mochte es, an ihrer Seite durchs Dartmoor zu wandern ;)

    Für mich reicht das Buch aber auch nicht an "eisige Schwestern" heran, war für mich aber deutlich stärker als "Stiefkind". :D

    Liebe Grüße
    Jessi

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    1. Hallo Jessi,

      das macht doch nichts. Die Entscheidung habe ich schon noch selbst getroffen. :D

      Diesmal konnte mich Tremayne leider überhaupt nicht packen. Mich hat das Buch total an "Stiefkind" erinnert, nur fand ich es sogar noch 'schlechter'. Es war einfach nicht meins. Ich habe auch nicht verstanden, warum Kath nicht offener mit der Situation umgegangen ist. Warum schweigen, wenn man reden kann?

      Das Dartmoor war für mich der einzige positive Aspekt. Ein Buch wie "Eisige Schwestern" wäre mal wieder fein. Ich fürchte fast, dass der Autor nicht genug Zeit hat, um eine solide Geschichte auf die Beine zu stellen. Die Bücher erscheinen ja auch im Jahrestakt (?).

      Liebe Grüße,
      Nicole

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    2. Huhu Nicole :D

      Ja, das mit dem Druck von Seiten der Verlage ist ja echt nichts Neues ;/ Man merkt auch immer wieder deutlich, dass ein Debüt eines Autoren wirklich Bombe ist und das nächste dann schwächelt. Hatte ich auch gerade mit Belinda Bauer, die mich im letzten JAhr ja mit "Totenkind" echt überrascht hat, nun aber so einen 0815 Thriller geschrieben hat.

      Irgendwie sind dann aber schon die Verlage Schuld! ;/ Die könnten den Autoren ruhig mehr Zeit geben, unter diesem Druck könnte ich auch nicht schreiben!

      Zu Kath kann ich gar nicht mehr soo viel sagen, ich denke, ihr Gedächtnisverlust hat schon dazu geführt, dass sie sich zurückgezogen hat. Schlimmer fand ich allerdings ihren Mann, der war ja am Anfang echt ein Monster ihr gegenüber! Das war eher etwas, dass für mich nicht direkt zur Geschichte passen wollte!

      Liebe Grüße
      Jessi

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    3. Hallo Jessi,

      ich habe vorhin deine Rezension zu "Dem Tod so nah" gelesen und war schon echt erstaunt, dass Belinda Bauer so einen normalen Thriller fabriziert. Total schade, aber ich werde mir das Buch trotzdem im November schnappen.

      Ja, gute Geschichten brauchen ihre Zeit, und wenn da Druck entsteht, wird nach dem gewohnten Schema geschrieben. So stelle ich mir das zumindest vor.

      Noch zum Mädchen aus dem Moor: Kaths Mann ist für mich sooo blass geblieben. Sie hat immer nur betont, wie schön er nicht ist, aber so richtig konnte man ihn gar nicht kennenlernen. Dann das Gerede um seine Krankheit, die eigentlich überhaupt keinen Zweck in der Handlung erfüllt hat. Nein, diesmal hatte mich Tremayne nicht bei der Hand.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  2. Ich mochte Tremayne immer sehr gern, auch wenn ich da oft mit anderen Leser*innen nicht übereinstimmte. So richtig traue ich mich an dieses hier nun nicht dran, obwohl ich es durchaus sein könnte, dass es mir gefällt. Im Moment kommt es eigentlich sowieso nicht in Frage, ich hab hier noch so viel Ungelesenes.

    LG,
    Mona

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    1. Hallo Mona,

      mir hat "Eisige Schwestern" sehr gut gefallen! Bei dem Buch hatte ich richtige Gänsehaut. "Stiefkind" fand ich hingegen schon schwach und das hier hat mich dann doch zu sehr daran erinnert. Es war irgendwie ein Abklatsch. Es geht wieder um Mutter, Kind, Vater - dazu kommt noch eine weitere familiäre Konstellation und mir hat's an Mystery-Elementen gefehlt. Schade.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  3. Bin ich froh, dass ich micht beworben habe (falls ich es überhaupt gewonnen hätte), denn ich fand ja schon "Stiefkind" schlecht.
    LIebe Grüße
    Martina

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    1. "Stiefkind" fand ich noch ok, das hier war meinem Empfinden nach schlechter. Dabei hat mir "Eisige Schwestern" so gut gefallen.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  4. Schade das du dann leider doch ähnliche Eindrücke wie ich ahst! Hätte dir gewünscht, das es dich mehr abholt, aber weder lässt sich Spannung finden, noch intensiv düstere Atmosphäre. Und was er aus dem Mädchen und dem Ende macht, ohne Worte -.-

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    1. Das mit dem Mädchen Lyla hat mich gar nicht so gestört, der Part war zumindest interessant. Aber das Ende ...

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