Samstag, 14. März 2026

Rezension: Das Signal - Ursula Poznanski

Das Signal - Ursula Poznanski
© Argon Verlag
Das Signal
| Ursula Poznanski |

Verlag: Argon Verlag 2026
Dauer: 11 h : 57 min 
ASIN:  B0G2Y876BP
Sprecher: Chiara Haurand

MEINE BEWERTUNG

 
★★★★- 




Technische Ideen & psychologische Spannung 

Nach einem folgenschweren Unfall kommt Viola kaum aus dem Haus und ist auf andere angewiesen. Als immer wieder Dinge verschwinden, greift sie zu kleinen GPS-Trackern. Zuerst aus praktischen Gründen. Schon bald weitet sich ihre digitale Spurensuche aus und bringt überraschende Wahrheiten ans Licht.

Mit den Werken von Ursula Poznanski verbinde ich viele großartige Lesestunden. Lange Zeit habe ich ihre Bücher regelrecht verschlungen, ganz gleich, ob sie sich an Jugendliche oder Erwachsene richteten. Irgendwann hatte ich dann das Gefühl, dass sich gewisse Muster zu oft wiederholen und meine Begeisterung etwas nachließ.

Der Klappentext zu "Das Signal" klang derart interessant, dass ich sofort neugierig geworden bin. Erste Stimmen von Leserinnen und Lesern, deren Geschmack ich gut einschätzen kann, waren voller Begeisterung. Also habe ich dem Buch eine Chance gegeben, dabei wurde ich sehr positiv überrascht. Für mich ist dieser Thriller sogar das beste Werk, das ich bisher von der Autorin gelesen habe.

Der Einstieg in die Geschichte ist ausgesprochen eindringlich. Viola Decker erwacht nach einem schweren Unfall im Krankenhaus und muss sich mit einer Realität auseinandersetzen, die ihr Leben verändert hat. Sie hat ein Bein verloren. Noch während sie versucht, diesen Schock zu begreifen, wird ihr klar, dass sie sich nicht einmal an den Unfall selbst erinnern kann. Eine Lücke, die sie irritiert und verunsichert.

Nach der Entlassung kehrt Viola in das abgelegene alte Haus zurück, das sie mit ihrem Mann Adam bewohnt. Jedoch ist es nicht auf ihre neue Lebenssituation vorbereitet und ein barrierefreier Umbau braucht seine Zeit. Deshalb ist sie vorerst im Erdgeschoss untergebracht und ihr gewohnter Bewegungsradius ist dadurch drastisch geschrumpft. Dazu kommt eine Pflegerin, die zwar ihren Dienst versieht, aber sehr distanziert ist, sodass kaum Vertrauen entsteht.

Adam bemüht sich zwar um Organisation und Unterstützung, doch Viola spürt zunehmend, dass sich etwas zwischen ihnen verändert hat. Sie denkt, ihren Mann gut genug zu kennen, sodass sie jede kleine Verschiebung in seinem Verhalten registriert. Aus diesem Gefühl heraus beginnt sie, ihre Umgebung genauer zu beobachten. Als sie schließlich auf die Idee kommt, Gegenstände mit kleinen GPS-Trackern auszustatten, eröffnet sich für sie eine völlig neue Möglichkeit, Dinge zu überprüfen, die ihr bislang nur als vage Vermutungen erschienen.

Obwohl es wie ein Widerspruch wirkt, verleiht die eingeschränkte Bewegungsfreiheit der Story immens Spannung und Dynamik. Viola ist keine passive Figur, die ihr Schicksal einfach hinnimmt. Ganz im Gegenteil! Sie analysiert ihre Situation mit nüchternem Blick und einer gehörigen Portion Selbstironie. Immer wieder erlaubt sie sich kleine, manchmal ziemlich gemeine Gedankenspiele über sich selbst und die wortkarge Pflegerin, was der Geschichte eine angenehm unterhaltsame Note verleiht.

Während Viola beginnt, ihre Umgebung genauer unter die Lupe zu nehmen, wird man als Leser:in ebenso immer tiefer in Beobachtungen, Vermutungen und widersprüchlichen Eindrücke hineingezogen. Einige Entwicklungen lassen sich erahnen, andere erscheinen zunächst vollkommen rätselhaft. Dadurch konnte ich den Thriller kaum zur Seite legen. Gemeinsam mit der Protagonistin versucht man, die einzelnen Hinweise zu verknüpfen und herauszufinden, was hinter allem steckt.

Äußerst spannend fand ich, dass Viola aufgrund ihrer körperlichen Einschränkung sehr erfinderisch wird. Sie kann das Haus kaum verlassen und muss andere Wege finden, um Antworten zu bekommen. Mit Neugier, Hartnäckigkeit und immer wieder neuen Ideen tastet sie sich Schritt für Schritt näher an die Wahrheit heran.

Die Autorin verbindet in diesem Thriller technische Ideen mit psychologischer Spannung auf eine Weise, die mich von Anfang an gepackt hat. Die Handlung entwickelt sich stetig, es tauchen neue Fragen auf, während man gemeinsam mit Viola versucht, Antworten zu finden.
Sehr gelungen fand ich die Auflösung, die überraschend und zugleich schlüssig ist. 

Mich hat das Buch außerordentlich gut unterhalten. Es passiert nicht so oft, dass mich ein Thriller derart fesselt und gleichermaßen mit der Story dahinter überzeugt. Meiner Meinung nach ist es eine spannende Geschichte, die absolut packend erzählt ist. Empfehlung.
_______________
MEINE BEWERTUNG

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