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| Amazon* |
| Alexandra Fischer |
Verlag: Books on Demand 2025
Seiten: 542
ISBN: 978-3695105243
MEINE BEWERTUNG
- ★★★★★ -
Was einst mit einem Traum begann
Der Abschlussband der Saga um die Familie von Bahlow führt in eine Zeit des Umbruchs. Während Westsamoa seinem Weg in die Unabhängigkeit entgegengeht, stehen auch die von Bahlows vor entscheidenden Wendepunkten. Alte Erinnerungen holen Martha ein, während neue Begegnungen längst Vergangenes aufwühlen.
Der fünfte und finale Teil der Reihe, „Die Zukunft am Horizont“ von Alexandra Fischer, hat sich für mich angefühlt wie das Zuschlagen eines vertrauten Tagebuchs. Ich habe diese Saga seit ihrem Beginn begleitet, mit den Charakteren gehofft, gelitten und manchmal auch gehadert. Umso seltsamer war es, die letzten Seiten zu lesen und zu wissen, dass ich mich von Samoa und dieser Familie nun wirklich verabschieden muss.
Die vertraute Erzählweise hat mich sofort wieder reingezogen. Die Autorin versteht es nach wie vor, Schauplätze lebendig wirken zu lassen und ihren Protagonisten Profil zu verleihen. Der Einstieg mit der Deutschen Rike hat mir gut gefallen. Sie bringt frischen Wind in das Geschehen und eröffnet einen neuen Blick auf die Familiengeschichte. Ihre Suche nach Herkunft und Zugehörigkeit stellte für mich einen der stärksten Handlungsfäden dar, weil hier Vergangenheit und Zukunft unmittelbar aufeinandertreffen.
Überhaupt mochte ich die Grundidee dieses Bandes sehr. Mehrere Generationen stehen an Scheidewegen. Jeder ringt auf seine Weise mit Entscheidungen, die das eigene Leben verändern könnten. Besonders Sefinas Weg fand ich interessant. Ihre Entwicklung wirkt glaubwürdig: Sie stolpert, zweifelt, probiert aus und muss erkennen, dass Emotionen allein nicht immer reichen, um ein gemeinsames Leben zu tragen. Solche leisen inneren Konflikte gehören für mich zu den großen Stärken des Romans.
Allerdings zeigt sich gerade im Finale deutlich, wie groß das Figurenensemble inzwischen geworden ist. Die Vielzahl an Namen, Beziehungen und Lebenswegen hat es mir stellenweise schwergemacht, den Überblick zu behalten. Wenn mehrere Handlungsstränge hintereinander erzählt werden, fühlte ich mich hin- und hergerissen. Manches Mal war es schwierig, die Familienmitglieder im richtigen Kontext einzuordnen. Das hat meinen Lesefluss hin und wieder gebremst.
Martha ist nach wie vor eine prägende Persönlichkeit mit starkem Willen und klarer Haltung. Gleichzeitig kann ihre sture Art ziemlich anstrengend sein. Sie bleibt sich treu, was konsequent ist, aber gerade zum Ende hätte ich mir bei ihr eine weitere Facette gewünscht. Manche Entwicklungen wirkten dagegen fast zu glatt. Beziehungen entstehen sehr plötzlich, Konflikte lösen sich erstaunlich schnell und einige Rückkehrer tauchen so unerwartet auf, dass ich kurz innehalten musste.
Der Schluss selbst ist sehr harmonisch geraten. Einerseits hat mich das berührt, weil nach all den Prüfungen endlich Ruhe einkehrt. Andererseits war es mir stellenweise fast zu rund. Diese Familie hat so viel durchgemacht, dass ein wenig mehr Reibung oder Unsicherheit dem Ende mehr Authentizität verliehen hätte. Trotzdem hat mir gefallen, dass ich mich von so vielen vertrauten Gesichtern verabschieden konnte.
Positiv fand ich die Einbindung der politischen Entwicklungen auf Samoa. Diese waren spürbar, beeinflussen das Leben der Menschen und geben dem Geschehen ein historisches Fundament, ohne diesmal die Handlung zu dominieren. Diese Balance hat mir deutlich besser gefallen als im vorherigen Teil.
Am Ende bleibt für mich ein Abschluss, der nicht perfekt, aber gut zu lesen war. Die Autorin versucht nicht, mit großen Überraschungen zu glänzen, sondern konzentriert sich darauf, den Personen einen würdigen Ausklang zu geben. Und obwohl ich mir an einigen Stellen mehr Spannung gewünscht hätte, hat mich das Buch mit einer wohligen Wärme zurückgelassen.
„Die Zukunft am Horizont“ ist ein versöhnlicher letzter Band, der vor allem vom Wiedersehen mit den Charakteren lebt. Die große Anzahl an Akteuren und glatte Wendungen schwächen zwar den Gesamteindruck, dennoch war es ein gelungener Ausklang. Und genau deshalb fällt mir der Abschied von der Familie von Bahlow und Samoa schwerer, als ich gedacht hätte.
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MEINE BEWERTUNG
★★★★★
Die Reihe vom Horizont:
1) Der Traum vom Horizont [Rezension lesen]
2) Die Rückkehr zum Horizont [Rezension lesen]
3) Die Kinder des Horizonts [Rezension lesen]
4) Das Erbe des Horizonts [Rezension lesen]
5) Die Zukunft am Horizont
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