Montag, 1. August 2022

Rezension: Die Rückkehr zum Horizont - Alexandra Fischer

Die Rückkehr zum Horizont - Alexandra Fischer
Quelle: Amazon*
Die Rückkehr zum Horizont
| Alexandra Fischer |

Verlag: Books on Demand 2022
Seiten: 506 
ISBN: 9783755748830

MEINE BEWERTUNG 
- ★★★
 - 



Zurück zum Horizont

1925 ist die wirtschaftliche Lage in Deutschland aussichtslos, deshalb kehren die Schwestern Helene und Martha nach Westsamoa zurück. Sie knüpfen dort an, wovor sie einst geflohen sind: Die Plantage Tamalele, die früher dem Vater gehörte. Mittlerweile ist es aber schwieriger als vor Jahrzehnten, sich mit deutscher Herkunft in Apia einzuleben.

„Die Rückkehr zum Horizont“ ist der zweite Band der Familien-Saga um die Bahlows. Im ersten Band ging es um Angst, Unterdrückung, Gewalt und einen Traum vom Horizont, der sich in Luft auflöste. In diesem zweiten Band träumen die Schwestern Helene und Martha den Traum erneut, in der Hoffnung, dass er diesmal zur Realität werden wird. 

Die Schwestern sind gezwungen mit ihrer Familie zurück nach Westsamoa zu gehen. Die wirtschaftliche in Deutschland ist verheerend und es bleibt nur der Ausweg, sich mit ihrem Fleiß und Wissen einer Plantage auf Westsamoa anzunehmen.

Westsamoa steht inzwischen unter neuseeländischer Herrschaft und nur aufgrund einiger gefinkelter Details ist es der Familie überhaupt erst möglich, in die ehemals deutsche Kolonie zurückzukehren.

Martha ist überglücklich, während Helene mit Entsetzen an das Leben auf der Insel denkt. Die Schwestern sind einst dort aufgewachsen und jede verbindet andere Erinnerungen daran. 

Auf Westsamoa wartet ein völlig neues Leben mit ungeahnten Herausforderungen auf die Familie Bahlow. Nicht nur Krankheiten, wirtschaftliche Anforderungen und das tägliche Überleben fordern sie, sondern sie werden von politischen Intrigen und Anfeindungen erschüttert, welche die gesamte familiäre Konstellation in Frage stellt.

Alexandra Fischer erzählt die Geschichte der Familie Bahlow. Sie konzentriert sich hierbei nicht auf die Schwestern Helene und Martha, mit denen es einst den Anfang nahm, sondern lässt den:die Leser:in an der Sichtweise vieler Familienmitglieder teilhaben. 

Jede:r erhält eigene Passagen und die Chance, die Entwicklungen aus persönlicher Sicht zu beleuchten. Ich mag diesen Stil, wie die Autorin die Handlung und die Figuren gleichermaßen vorantreibt sehr gerne. Doch bei „Die Rückkehr zum Horizont“ war es meinem Geschmack nach zu viel. Neben Martha und Helene nimmt der:Die Leser:in am Empfinden von Ernst, Hans, Gertrude, Emilie und Robert alias Aumoe teil, wozu die Perspektiven anderer Beteiligter kommen, die für die Familie eine wichtige Rolle einnehmen. Meinem Gefühl nach unterwandert diese Vielfalt die Spannung der Handlung. Es wirkt ausgefranst, als Leser:In beginnt man gefühlt immer von vorn und es bleibt wenig Raum für die Geschichte an sich.

Thematisch bleibt die Autorin familiären Entwicklungen, Dramen und ungeahnten Schicksalswegen treu, ohne dabei in die Kitschfalle zu tappen. Diese Umsetzung hat mir ausgezeichnet gefallen. Zudem gibt sie dem politischen Rahmen auf Westsamoa enorm viel Raum, was ich mit der Zeit als uninteressant empfunden habe.

Bemerkenswert ist Alexandra Fischers exzellenter Schreibstil und ihr Talent, die historischen Bedingungen fachkundig mit einer Familiengeschichte zu verknüpfen. Viele interessante Details werden beleuchtet, ihre Figuren nehmen die Leser:innen ein und zeigen ihnen eine Welt, die vor 100 Jahren mit einem Traum vom Horizont begann.

Ich denke, wer bereits den „Der Traum vom Horizont“ mit Familie Bahlow träumte, wird sich gerne auf die Rückkehr einlassen, um über den Anfang der nächsten Generation zu lesen.  

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MEINE BEWERTUNG
★★★★
Die Reihe vom Horizont:
1) Der Traum vom Horizont [Rezension lesen]
2) Die Rückkehr zum Horizont
3) Die Kinder des Horizonts
4) Das Erbe des Horizonts
5) Die Freiheit am Horizont

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2 Kommentare:

  1. Liebe Nicole,

    eine schöne Rezension, in der du auch nicht verschweigst, was dir nicht so gut gefallen hat. Mir war es auch zu viel "Politik" und irgendwie hat die Autorin mich in der ersten Hälfte nicht fesseln können. Ich fand diesmal aber auch den Schreibstil viel banaler als im ersten Band der von Bahlow Saga.

    Wirst du die Reihe weiterverfolgen?

    LG Sabine

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    1. Hallo Sabine,

      das freut mich, dass dir meine Worte zu dem Buch gefallen.

      Den Schreibstil fand ich gut. Mir wäre kein Unterschied zum ersten Band aufgefallen, aber das ist bei mir auch schon lange her. Ich glaube, Band 1 habe ich 2016 gelesen.

      Ich weiß noch nicht, ob ich weiterlese. Wenn ich mir die Jahreszahle so ansehe, wann die Folgebände spielen, reizt es mich schon wieder. Allein aber eher nicht. Wenn, dann wieder gemeinsam in einer Runde.

      Liebe Grüße
      Nicole

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