Dienstag, 12. Dezember 2017

Rezension: Die Verwandlung - Franz Kafka

© Prong Press
Die Verwandlung
| Franz Kafka |

Verlag: Prong Press 2016
Seiten: 120 
ISBN: 9783906815022

MEINE BEWERTUNG 

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Kafkaesk

Als Gregor erwacht ist er plötzlich zum Käfer geworden. Es liegt auf der Hand, dass er sich nicht seinen täglichen Pflichten widmen kann, weil so etwas Haarsträubendes geschehen ist.

Dieser Klassiker der phantastischen Literatur erklärt auf wenigen Seiten, was unter dem Begriff ’kafkaesk’ zu verstehen ist. Kafka geht auf Lieblosigkeit, Pflichtgefühl und familiäre Zwänge ein und lässt seinen Protagonisten als Käfer dahinsiechen.

Vielleicht ist es unglaublich - es ist aber wahr, ich habe noch nie etwas von Franz Kafka gelesen. Ich hatte große Bedenken und noch viel mehr Respekt, mich diesem Werk zu widmen. Jetzt bin ich froh, dass ich es getan habe.

Gregor erwacht als Käfer in seinem Bett und wird gleich mit den versäumten Pflichten konfrontiert. Der Prokurist klopft schon an der Wohnungstür an, die Eltern und die Schwester wissen sich nicht zu helfen, und Gregor siecht als Käfer in seinem Bett vor sich hin.


Meine Ausgabe ist in drei Teile unterteilt, wobei sich der erste Abschnitt mit den kurzfristigen Konsequenzen der plötzlichen Verwandlung auseinandersetzt. Hier habe ich Tränen gelacht, weil ich die Idee des Käferleibs richtig witzig gefunden habe. Man stelle sich vor, dass man als Insekt erwacht und die größte Sorge ist, wie man zur Arbeit kommt? Damit hatte mich Kafka sofort bei der Stange, vor allem, als er dann noch die Bewegungsversuche des schwerfälligen Leibs beschreibt. 


Im zweiten Teil werden ernstere Töne angeschlagen, weil Gregors Familie in ihrem Sohn einen ärgerlichen Lebensumstand sieht. War er doch als angesehener Handlungsreisender stets für den Unterhalt der Familie verantwortlich, nützt er in seiner jetzigen Gestalt - als Ungeziefer -  kaum etwas.


Der Abschluss der Geschichte ist mir dann richtig unter die Haut gegangen und regt ordentlich zum Nachdenken an. 


An eine Interpretation wage ich mich nicht heran, weil das auch gar nicht mein Anspruch ist. Ich vermute, dass Kafka auf das Leben, Familie und Pflichten eingeht und dabei die Reduktion des Einzelnen auf seinen gesellschaftlichen Nutzen hervor streicht.


Mich hat Kafkas „Die Verwandlung“ jedenfalls überzeugt, auch wenn ich mir vieles nicht erklären kann. Es ist eine abgefahrene Geschichte, die vor Fantasie und Gesellschaftskritik strotzt und viele Emotionen anregt. Ich habe gelacht, gebangt, war traurig und ergriffen - was man bei knapp 100 Seiten erst einmal zustande bringen muss.


In diesem Sinn muss ich mich der geläufigen Meinung anschließen und meine, dass man Kafka gelesen haben muss. 

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MEINE BEWERTUNG

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Kommentare:

  1. Hey :)

    Dieses Buch mussten wir in der Schule lesen, das weiß ich noch ganz genau. Ich hab zwar das meiste davon vergessen, aber "Die Verwandlung" hat sich mir deswegen eingebrannt, weil ich es als Teenager einfach nur dämlich fand :D :D.

    Wäre interessant zu erfahren, wie ich das heute beurteilen würde, aber in nächster Zeit wird das wohl nichts, dafür liegen einfach zu viele andere Bücher ungelesen herum ...

    Liebe Grüße
    Ascari

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    1. Hallo Ascari,

      es war mein allererstes Werk von Kafka und damit wollte ich unbedingt eine Bildungslücke schließen. Es hat sich für mich ausgezahlt. :) Wahrscheinlich gehört es wirklich zu den Büchern, die man erst als erwachsener Leser zu schätzen weiß. Ich fand es total schräg und bin froh, dass ich es gelesen habe.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  2. Huhu Nicole :)
    Die Verwandlung musste ich in der Schule lesen und ich fand es furchtbar, weil Schullektüre bekanntlich so zerkaut wird, dass sie dem Schüler nicht (mehr) schmeckt.
    Kafka hatte ein problematisches Verhältnis zu seinem Vater und das tritt wohl in seinen Werken immer wieder auf. Ich habe bislang nur die Verwandlung gelesen, wage mich aber noch an den "Prozess" heran. Mal sehen, wie ich das dann finde.
    Liebe Grüße und ein schönes Lesewochenende! Melli

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    1. Hallo Melli,

      bei uns war es keine Schullektüre und deshalb wollte ich unbedingt einmal etwas von ihm lesen. Ich fand es sehr originell und vom Schreibstil war ich angenehmen überrascht. Ich warte mal ab, was du vom "Prozess" berichten wirst, dann kann ich immer noch entscheiden.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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