Mittwoch, 27. Dezember 2017

Rezension: Sleeping Beauties - Stephen King/Owen King

© Random House
Sleeping Beauties
| Stephen King & Owen King |

Verlag: Heyne 2017
Seiten: 960 
ISBN: 9783453271449

MEINE BEWERTUNG 

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Verschlafener Kleinstadtkrieg

Eine Pandemie zieht über die Welt, die ausschließlich Frauen befällt. Sobald sie einschlafen, wird ihr Körper von einem kokonartigen Gebilde umhüllt. Weckt man die Frauen auf, zerfleischen sie ihr Gegenüber als ob sie tollwütige Tiere wären. 

„Sleeping Beauties“ ist ein Horror-Roman, der in pandemischen Ausmaß die Frauen von den Männern trennt. Stephen und Owen King heben den Kampf der Geschlechter hervor und gehen ihn von einer neuen Seite an.


Was geschieht, wenn es plötzlich keine Frauen mehr gibt? Was passiert, wenn die Gesellschaft nur mehr aus Männern besteht und das weibliche Geschlecht einen Neuanfang wagen kann?


Hauptschauplatz ist die Kleinstadt, in die Stephen King immer gerne entführt. Brennpunkt ist hier ein Frauengefängnis, das durch die Pandemie und der umwerfend-mysteriösen Evie ins Zentrum der Geschichte rückt. 


Die Handlung lässt sich gut lesen, geht mir persönlich aber zu gleichförmig dahin. Stephen und Owen King halten ein anregendes Spannungslevel, das jedoch bis zum Finale relativ geradlinig bleibt. So taucht man in die Story um die schlafenden Frauen von Dooling langsam ein, wird von manch blutig-brutaler Szene durchgerüttelt und findet sich mitten im Kleinstadtkrieg wieder.


Dieses Setting hat es King schon immer angetan. So verwundert es nicht, dass er sie auch diesmal als Schauplatz wählt. Es werden sofort altbekannte Muster geweckt, anhand der vielen Figuren wird man mit dem gesellschaftliche Gefüge konfrontiert und steht damit der mysteriösen Krankheit im Angesicht. 


Der Kleinstadtkrieg an sich hat endzeitmäßige Züge, die man aus anderen Romanen kennt. Bewährte Strukturen lösen sich auf, Männer müssen ihren Mann stehen und keiner weiß, wohin die Pandemie führen wird. In all dem Chaos bahnt sich im Frauengefängnis eine brenzlige Situation an, die es in den Griff zu bekommen gilt.


Die Charaktere sind weit gestreut. Es gibt Lila, den weiblichen Sheriff der Stadt, die so lange wie möglich die Augen offen hält, ihren Mann Clint, der sich als Psychiater den Frauen im Gefängnis annimmt, boshafte Verbrecher und Trunkenbolde, verliebte Jugendliche und die mysteriöse Evie, die gleichzeitig mit der Krankheit auf der Bildfläche erschienen ist. 


Ich mag es weniger, wenn King so viele Figuren ins Zentrum der Erzählung stellt. Zwar bekommt man als Leser einen umfassenden Blick über die Geschehnisse, hält aber ständig eine gewisse Distanz, die mich weniger angesprochen hat. 


Dadurch hat es mir an dem typischen King-Horror - dieser einnehmenden Atmosphäre - gefehlt, die mich normalerweise binnen weniger Seiten in die Geschichte zieht. Die oberflächliche Perspektive auf das Gesamtgeschehen, die Aneinanderreihung der handelnden Figuren, haben mich durchgehend auf Abstand gehalten, was bei mir das Lesevergnügen hemmt.


Nichtsdestotrotz haben Stephen und Owen King einen lesenswerten Kleinstadtkrieg entflammt, dem es allerdings am kingschen Horror fehlt. Ich denke aber, wer „Die Arena“ gern gelesen hat, wird an den schlafenden Schönheiten genauso seine Lesefreude haben.

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MEINE BEWERTUNG


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Kommentare:

  1. Hi Nicole,

    ach ja, irgendwie habe ich mir das schon gedacht und deswegen wollte ich erst einmal ein paar Meinungen zum Buch abwarten. Es ist wieder echt schade, scheint ja etwas wie "Fireman" von Joe Hill, also Kings anderen Sohn zu sein. Da standen ja auch die Personen im Zentrum, nicht unbedingt die Atmosphäre.

    Ich denke, dann werde ich mir das Buch auch sparen und lieber ältere Bücher von King lesen! ;)

    Liebe Grüße
    Jessi

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    1. Hallo Jessi,

      genau, mit "Fireman" ist es durchaus vergleichbar. Es gibt ja etliche Leser, die das gerne mögen, meins ist es auch nicht. Dafür ist mir jetzt aufgefallen, dass mir Kings Bücher besser gefallen, wenn er sich auf vergleichsweise wenig Personen konzentriert.

      Zum Glück gibt es noch viele ältere Werke von ihm, die es zu entdecken gilt! :)

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  2. Ich hab schon ziemlich lange nichts mehr von King gelesen. Das hier wird dann wohl aber eher nicht mein Wiedereinstieg sein, obwohl ich die Ausgangssituation interessant und reizvoll finde.

    Liebe Grüße,
    Mona

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    1. Hallo Mona,

      es war ja nicht schlecht, aber es war einfach nicht meins. Ähnlich wie in "Die Arena" nimmt er hier die Vogelperspektive ein, die gefällt mir nicht besonders.

      Stimmt schon, vom Thema her ist es recht interessant.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  3. Hm, ich habe ja auch ein Auge auf diesen Titel geworfen, allein aus dem Grund, dass ich schon lange keinen King mehr gelesen habe. Allerdings klingt das jetzt wirklich nicht so nach dem Buch, das man gelesen haben sollte. Wobei mir Fireman eigentlich recht gut gefallen hat (allerdings hatte ich nach zuvor gelesenen Rezis auch keine hohen Erwartungen). Also ich lass es nochmal eine Weile aussen vor.

    Liebe Grüße
    Silke

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    1. Ich habe es sehr ähnlich wie "Fireman" empfunden, daher kann es schon etwas für dich sein. Ich frage mich nur, ob sie alle ihre Ideen gemeinsam beim Essen besprochen haben, weil derzeit gefühlt die ganze Familie Bücher aus der Pandemie-Ecke veröffentlicht. ^^

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  4. Hey Nicole,

    interessant - es klingt fast so, als wäre dieser King eher was für mich, einfach, weil der Horror fehlt. Mich schrecken aber die vielen Seiten ein wenig ab... :(
    Denkst du, es wäre was für mich? Von der Thematik finde ich schon, dass es sehr interessant klingt...

    Alles Liebe,
    Anna

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    1. Hallo Anna,

      naja, blutig und grauslich ist es schon. XD Ich weiß jetzt nicht, wo da deine Schmerzgrenze liegt. Aber wenn's um den Horror geht, kann ich mir schon vorstellen, dass es etwas für dich wäre. Wobei ich da sogar eher "Der Anschlag" empfehlen würde. Da gibt's zwar Horror-Elemente, doch die halten sich im Roman in Grenzen.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  5. Hallo Nicole,

    nachdem ich deine Rezi gelesen habe, werde ich das Buch eher nicht lesen, da es für mich leider die vielen negativen Aspekte von seinen aktuellen Büchern widerspiegelt.

    Seine alten Werke fand ich klasse, aber mit seinen vergangenen Bücher komme ich nicht mehr klar. Zu langatmig, zäh und stellenweise unlogisch empfinde ich die Story´s.

    Sehr schade, da ich seine Bücher immer sehr gerne gelesen habe.

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Hallo Uwe,

      das kann ich gut verstehen. Ich mag seine neueren Werke schon recht gern. Die Bill-Hodges-Trilogie ist fantastisch und "Revival" hat mir ebenso gefallen. Unlogisch kommen sie mir eigentlich nicht vor, da müsste ich überlegen ...

      Ich werde nach wie vor King gelesen. Für mich ist der Mann ein Phänomen. :)

      Liebe Grüße,
      Nicole

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