Freitag, 2. Februar 2018

Rezension: Die Verlorenen von New York - Susan Beth Pfeffer

© Carlsen
Die Verlorenen von New York
| Susan Beth Pfeffer |

Verlag: Carlsen Verlag 2011
Seiten: 352 
ISBN: 9783551582195

MEINE BEWERTUNG 

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Verloren in New York 

Während Alex Pizza schneidet, bahnt sich das Ende der Welt, wie wir sie kennen, gerade an. Ein Asteroid hat den Mond aus der Umlaufbahn gefegt und damit fängt das Ende der Welt erst an.

Bei „Die Verlorenen von New York“ handelt es sich um den zweiten Band der Überlebenden-Trilogie von Susan Beth Pfeffer. Während der erste Teil von der jugendlichen Miranda in Tagebuchform erzählt, nimmt sich dieser Band dem Schicksal von Alex in der Großstadt New York an.

Den Untergang von New York erlebt man aus Alex Perspektive. Er ist ein Jugendlicher, der aus Puerto Rico stammt. Schon immer hat er sich durch Fleiß und Disziplin von Gleichaltrigen abgehoben, weil er unbedingt auf’s College will.


Dem Ende der Welt schaut er gemeinsam mit seinen Schwestern entgegen. Bri und Julie haben Angst, dennoch hoffen sie, dass es ihre Eltern bald nachhause schaffen werden. 


Es folgt der Untergang von New York, wie man ihn sich vorstellen kann: unzuverlässige Stromversorgung, Lebensmittel sind rar und die Leichen bleiben auf den Straßen liegen. In dieser Situation versuchen sich die Geschwister durchzukämpfen und halten als Puerto Ricaner besonders am katholischen Glauben fest.


Das Szenario vom untergehenden New York hat Susan Beth Pfeffer meiner Ansicht nach gekonnt umgesetzt. Genauso kann ich mir die Apokalypse vorstellen, wie sie schleichend mit Hunger und Krankheit durch die Straßen zieht. 


Wermutstropfen ist diese extrem religiöse Orientierung, die allerdings für die realistische Darstellung der Puerto Ricaner spricht. Ständig wird die Messe besucht, der Priester aufgesucht oder ein Ave Maria gebetet. Die Geschwister rufen Schutzheilige an, beten mehrmals täglich für ihr Wohlergehen und streiten sogar darüber, welcher Heilige wohl die beste Wahl als Adressat ihrer Gebete ist. 


Natürlich gehen sie auf katholische Schulen, streben teilweise ein Leben im Orden an und hoffen darauf, von der Mutter Gottes erhört zu werden, die sie von ihren Leiden erlösen wird. 


Dieser religiöse Aspekt ist mir zu viel geworden. Ein bisschen weniger Glaube und Religion hätten dem Buch gut getan. Dennoch ist es wohl authentisch dargestellt. Religiöse Menschen widmen sich gerade in einer solchen Zeit mit Inbrunst ihrem Glauben und setzen jede Hoffnung darauf, wenn es ansonsten nichts mehr zu hoffen gibt.


Die Entwicklung der Geschwister hat mir sehr gut gefallen und mich sogar beeindruckt, weil aus zankenden Teenagern eine Familie mit Zusammenhalt geworden ist. Aus Liebe zum anderen verzichten sie oftmals auf eine eigene Chance, weil sie sich gegenseitig nicht in Stich lassen.


Obwohl die religiösen Elemente überhand nehmen, mochte ich auch diesen Band gern, weil er ein gutes Bild von der Großstadt und der Mond-Apokalypse zeigt. Die Entwicklungen sind erneut realistisch dargestellt und lassen durch ihre brutale Realität ein beklemmendes Gefühl zurück, weil man es sich genauso vorstellen kann.

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MEINE BEWERTUNG
Die letzten Überlebenden:
1) Die Welt, wie wir sie kannten [Rezension lesen]
2) Die Verlorenen von New York
3) Das Leben, das uns bleibt [Rezension lesen]


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Kommentare:

  1. Huhu Nicole :D

    Hach, das Buch hattest du mir ja schon mit dem ersten Teil schmackhaft gemacht! :D Ich weiß aber auch nicht, momentan bin ich so gar nicht in Endzeit-Stimmung ;( Ich habe in dem Bereich auch schon lange nichts mehr gelesen, obwohl ich es wahnsinnig spannend finde. Ich werde mir die Reihe mal merken (Obwohl mich das mit der religiösen Seite dann doch etwas abschreckt!)

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
    Jessi

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    1. Hallo Jessi,

      ich finde diese Trilogie bisher wirklich toll. Wahrscheinlich auch, weil keine erzwungene Teenie-Liebschaft eingebaut wurde und es nur um's Überleben geht. Beim religiösen Teil muss man echt ein Auge zudrücken, dennoch konnte es mich im Gesamtpaket packen. Ich freue mich schon auf den Abschlussband!

      Die Endzeitstimmung kommt bestimmt wieder! XD Man hat halt immer Phasen.

      Liebe Grüße & dir auch ein schönes Wochenende,
      Nicole

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  2. Hi Nicole!

    Freut mich, dass es dir trotz des religiösen Wahns so gut gefallen hat - ich war ja sehr enttäuscht von der Fortsetzung. Der erste Band hatte mir nämlich wirklich richtig gut gefallen; dagegen fand ich diesen hier echt schrecklich.

    Alleine das mit der Kirche war schon ein riesiger Minuspunkt, aber ich fand auch die Erzählung an sich, das ganze drumherum, nicht so gelungen wie im ersten Band. Deshalb hab ich auch den dritten Band gar nicht mehr gelesen.
    Ich schätze mal, dass du den schon lesen wirst, da bin ich sehr gespannt wie du ihn findest :)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Hallo Aleshanee,

      Es ist bei Weitem nicht so genial wie Band 1, da gebe ich dir in allen Punkten recht. Dennoch fand ich es realistisch, die Figuren glaubhaft und ich hab es echt gern gelesen. Aber ich war bzgl. der religiösen Aspekte auch schon vorgewarnt.

      Liebe Grüße
      Nicole

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  3. Huhu Nicole,
    ach die Reihe steht auch schon seit Ewigkeiten auf meiner Wunschliste. Wobei mich das mit den religiösen Aspekt jetzt doch auch etwas abschreckt. Aber naja Band 1 werde ich wohl auf jeden Fall früher oder später mal lesen.

    Viele Grüße, Julia

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    1. Hallo Julia,

      Band 1 ist wahnsinnig gut, der wird dir gefallen. Hier muss man das ganze religiöse Drumherum so gut es geht ausblenden. Ansonsten fand ich es toll!

      Liebe Grüße,
      Nicole

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