Samstag, 5. Januar 2019

Rezension: Legenden 1. Das Fahrstuhlritual - Dana Müller

© Dana Müller/BookRix
Legenden 1. Das Fahrstuhlritual
| Dana Müller |

Verlag: BookRix 2018
Seiten: 134 
ASIN: B071KBN7S2

MEINE BEWERTUNG 

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Für den kleinen Horror zwischendurch

Justin glaubt nicht an Übernatürliches. Daher ist führ ihn klar, dass er das Fahrstuhlritual macht, als es bei seinen Freunden zur Sprache kommt. Doch schon während er von einem Stockwerk ins nächste rauscht, bekommt er ein mulmiges Gefühl. Wird er vom Bösen verfolgt?

"Das Fahrstuhlritual" ist Teil der Legenden-Reihe von Dana Müller, die sich mit schaurigen, modernen Sagen aus der Gegenwart auseinandersetzt. 

Beim Fahrstuhlritual an sich, fährt man mit dem Lift in einer bestimmten Reihenfolge verschiedene Stockwerke ab. Angeblich steigt eine Frau hinzu, die man weder ansehen noch sich mit ihr unterhalten darf, weil sonst Grauenhaftes geschieht.


Justin und seine Freunde erfahren von diesem Ritual und probieren es aus. Es folgt ein unheimlicher Horror-Trip, der sie im wahrsten Sinne des Wortes von ihren Füßen hebt.


Die Figuren sind großteils Jugendliche aus mehrstöckigen Wohnhäusern in Deutschland. Es gibt den smarten Justin, der grundsätzlich über den Dingen steht, den hirnamputierten Brutalo, der mit Drogen dealt, Justins besten Freund, der gleichzeitig Stammkunde des Dealers ist, und das Mädchen in der Runde, das eigentlich aus besseren Kreisen stammt.


Dana Müller beschreibt ein lebendiges Bild vom Alltag dieser Jugendlichen. Sie zeigt, wie sie eher am unteren sozialen Rand angesiedelt sind, ihre Freizeit außerhalb der beengten Wohnräume verbringen und sich gegenseitig zu Drogenkonsum sowie risikoreichen Aktionen anstacheln.


So kommt es, dass Justin in diesem Fahrstuhl landet, und dabei den Albtraum seines Lebens beginnt. 


Dieser Augenblick im Fahrstuhl war für mich der Höhepunkt der Story. Zwar gibt es auch andere Schockmomente, doch ich mag es besonders gern, wenn der Horror die Nerven kitzelt und nicht mit dem Hammer direkt vor einem steht. 


Die Handlung fand ich insgesamt spannend und anständig umgesetzt. Das Prinzip ist grundsätzlich nicht neu, und spielt mit dem Knock-out-System und dem Horror-Moment. Mir sind die Jugendlichen ein bisschen zu viel hin- und hergepilgert, während sie nach einer Lösung für ihr Problem suchen. Von der Stimmung her entspricht "Das Fahrstuhlritual" auf jeden Fall japanischen Horror-Schockern, was für eine Kurzgeschichte bemerkenswert ist.


Gestört hat mich der jugendliche Slang, der sogar für manche Figuren unverständlich war. Ich habe mir den Ausdruck mit der Banane gemerkt, der meint, dass man sich beeilen soll. Obwohl damit wohl Authentizität geschaffen wird, hat diese Wortwahl von Zeit zu Zeit doch den Lesefluss gebremst. Dennoch muss ich den Hut vor der Autorin ziehen, weil diese Jugendsprache sicherlich nicht leicht einzusetzen ist.


Meiner Meinung nach ist „Das Fahrstuhlritual“ für eine Kurzgeschichte bemerkenswert stimmungsvoll und mit gruselmäßigen Horror-Elementen spannend umgesetzt. Für den kleinen Horror zwischendurch ist es durchaus empfehlenswert.

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MEINE BEWERTUNG

Bisher erschienen:
Legenden 1. Das Fahrstuhlritual
Legenden 2. Die verfluchte Puppe
Legenden 3. Wachul, der Alte
Legenden 4. Der Werwolf
Legenden 5. Das Bloody Mary Ritual

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Kommentare:

  1. Huhu Nicole :D

    Von diesem Fahrstuhlritual habe ich schon gehört, letztes oder vorletztes Jahr war das ja ein regelrechter Hype :D Hab ein paar Youtube-Videos dazu gesehen gehabt, nur hatte es bei niemanden funktiniert! :D

    Ich finde es eine interessante Thematik für ein Buch/eine Kurzgeschichte, scheint ja auch ein paar tolle Gruselmomente zu haben! :D Scheint ja wirklich eine interessante Reihe zu sein! :D

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
    Jessi

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    1. Hallo Jessi,

      mir war dieses Fahrstuhlritual total neu! Das ist mir noch nie untergekommen. Irgendwie beruhigend, dass es nicht funktioniert hat. :D Aber wüssten wir dann davon? ^^

      Wie gesagt, diese Schauermomente im Fahrstuhl waren schon sehr gruselig. Alles andere habe ich dann eher als üblichen Horror empfunden. Das war für eine Kurzgeschichte auf jeden Fall gut zu lesen.

      Liebe Grüße & dir auch ein feines restliches Wochenende,
      Nicole

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  2. Du fandest die Handlung anständig umgesetzt XD
    Sorry, aber irgendwie ist die Formulierung bei so einem Buch niedlich :3

    da die Reihe nur via ebook rausgekommen ist, scheidet sie für mich aus.

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    1. Aber so ist es. :D Und das mit der Verniedlichung ist durchaus so gemeint, weil es aufgrund der jugendlichen Figuren an 'harten' Horror nicht ganz rankommt. ;)

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  3. Hallöchen Nicole,
    uh, da haste nun wieder was auf meine Wunschliste gepackt - wie kannst du nur? :D Die Reihe klingt ja mal meeega gut - muss ich haben :o Liest du die anderen auch noch? Da würde mich die Meinung ebenso interessieren :)

    Schönes Wochenende ♥
    Liebste Grüße
    Jessi von JessiBuechersuchti.blogspot.de

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    1. Hallo Jessi,

      ich möchte auf jeden Fall noch den 5. Teil mit Bloody Mary lesen. Den Mythos finde ich sehr interessant. Das mit der Puppe könnte (sogar) mir eine Spur zu heftig werden. Mit Puppen habe ich schon aus Prinzip ein Problem, ich weiß nicht, ob ich dann noch eine Gruselgeschichte dazu lesen sollte ... XD

      Liebe Grüße & dir auch ein schönes Wochenende,
      Nicole

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  4. Ein Buch der Autorin kenne ich bereits und hatte es gern gelesen - die Prota war ebenfalls Jugendliche (Titel hab ich gerad nicht aufm Schirm) und bin nun bei diesem etwas unsicher. Denn genau das war meine Kritik, mir war es zu sehr Jugendbuch XD

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    1. Dann muss ich ganz ehrlich sagen, dass du es lieber lassen solltest. Es ist jetzt kein harter Erwachsenen-Horror sondern schon recht jugendlich angehaucht. Für so zwischendrin fand ich es mehr als ok und von der Story her schön umgesetzt.

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    2. Dann sollte ich es wohl lieber wirklich lassen, aber es warten ja auch noch genügend andere Bücher hier auf mich ;)

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