Dienstag, 3. September 2019

Rezension: Mostschlinge - Helmut Scharner

© Gmeiner Verlag
Mostschlinge
| Helmut Scharner |

Verlag: Gmeiner Verlag 2017
Seiten: 373 
ISBN: 9783839220467

MEINE BEWERTUNG 

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Gelungener Regional-Krimi

Im Mostviertel in Niederösterreich wird in einem Fitnessstudio die Leiche einer Frau entdeckt. In Wien tauchen ähnliche Fälle auf, deshalb wird schnell an einen Serienmörder gedacht. Kommissar Brandner ermittelt in der ländlichen Region, und findet sich unter alten Bekannten wieder. 

"Mostschlinge" ist der zweite Teil einer Krimi-Reihe um Kommissar Brandner, der in Mordfällen im niederösterreichischen Mostviertel ermittelt. Obwohl ich den Vorgängerband nicht kenne, bin ich äußerst gut ins Geschehen eingestiegen. Der Fall steht für sich und eignet sich meinem Empfinden nach auch als Einzelband.

Das idyllische Waidhofen an der Ybbs wird zum Tatort. Im Fitnessstudio im Schloss findet man die Leiche einer jungen Frau, was die gesamte Gegend erschüttert. Kommissar Brandner wird direkt aus Wien in die schmucke Stadt gerufen, weil er aus einem vorherigen Fall die örtlichen Begebenheiten kennt.


Großteils wird der Fall aus der Sicht von Kommissar Brandner erzählt. Auf diese Weise bekommt der Leser Einblick in den aktuellen Ermittlungsstand. Mir hat Brandners Art gefallen, weil er ein Ermittler ohne allzu persönliche Involviertheit ist. Zwar schieben sich kleinere, private Sequenzen in seine Sicht ein, aber so, dass sie durchaus natürlich wirken. 


Außerdem kommt die Perspektive weiterer Beteiligter zu tragen, die in Wien und Waidhofen/Ybbs angesiedelt sind. Damit verschafft Helmut Scharner dem Leser ein umfassendes Bild, ohne der Handlung die Spannung zu nehmen.


Bemerkenswertes Gespür beweist der Autor, weil er sogar den Mörder selbst einen eigenen Part schenkt. Dennoch wurde ich außerordentlich lange auf Irrwege geführt, und erst am Ende war klar, wer hinter den Taten an den Frauen steckt. 


Dabei sind alle Figuren glaubhaft gezeichnet. Sie wirken authentisch, ihre Handlungen sind  nachvollziehbar, und für mich hätte das geschilderte Geschehen genauso der Realität entsprechen können. 


Dieser Regionalkrimi lebt von der Region. Die Städte Waidhofen an der Ybbs und Amstetten sind detailliert in Szene gesetzt. Ich habe viele Orte, Straßen, Geschäfte und Lokale wieder erkannt. Dabei war es ein seltenes Vergnügen für mich, ausgerechnet in meiner Gegend - als Ortskundige - auf Mörderjagd zu gehen.


Die Krimi-Handlung ist solide und zunftgerecht aufgebaut. Wie bereits erwähnt, es war spannend bis zum Schluss, weil ich keine Ahnung hatte, wer der Mörder ist. Vielleicht hat es etwas an Action gefehlt, weil es relativ ruhig zugegangen ist. Dafür war das Geschehen plausibel und äußerst realistisch erzählt.


Meiner Meinung nach hat Helmut Scharner mit "Mostschlinge" einen ausgezeichneten Regionalkrimi hingelegt. Echt wirkende Figuren, ortskundige Beschreibungen und eine glaubwürdige Krimihandlung haben mir unbeschränkten Krimi-Spaß beschert, und ich bin mir sicher, dass ich zum nächsten Band greife.

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MEINE BEWERTUNG
Kommissar Brandner im Mostviertel:
1) Mostviertler
2) Mostschlinge
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Kommentare:

  1. Liebe Nicole,
    schön, dass dir Mostschlinge auch gefallen hat. Ich habe gerade Mostviertler jagd hier =) Fange ich die nächsten Tage an.
    Und besonders freue ich mich schon auf unsere Lesung mit dem Autor!
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Hallo Martina,

      ich fand es richtig gelungen! Es hat mir sogar positiv überrascht. Ich bin mir aber nicht sicher, wie es einem gefällt, wenn man die Region nicht kennt.

      Und ja, auf die Lesung freue ich mich auch. :)

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  2. Regionale Krimis sind etwas tolles, auch wenn man die Region nich kennt, jedenfalls meiner Meinung.:)
    Sie bieten eine Abwechslung zu den immer gleichen Kulissen, die sich mit Lonfon, New York, Tokio... ständig zu wiederholen scheinen.
    Mfg
    Ron

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    1. Hallo Ron,

      es kommt wahrscheinlich auf die Region an. Ich fand es hier spannend, weil ich die Region - und bestimmte Namen - kenne. :) Es war amüsant von Morden in der eigenen Gegend zu lesen (und ich weiß, dass sich dieser Satz jetzt blöd anhört. Das ist nicht so morbide gemeint wie es klingt).

      Liebe Grüße,
      Nicole

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