Montag, 6. Mai 2019

Rezension: Akt der Liebe - Joe R. Lansdale

© Random House
Akt der Liebe
| Joe R. Lansdale |

Verlag: Heyne Hardcore 2010
Seiten: 288 
ISBN: 9783641054199

MEINE BEWERTUNG 

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Brutaler Hardcore-Thriller

In Houston, Texas geht ein Serienkiller um. Der Houston Hacker metzelt auf brutal-bestialische Weise - sodass selbst den beteiligten Ermittlern die Luft wegbleibt. Die Jagd nach dem blutrünstigen Mörder beginnt.

Als Leser steigt man fast augenblicklich bei Tod, Blut und Gewalt ein. Während kurz die aktuelle Situation in Houston beschrieben wird, befindet man sich auch schon an der Seite des Killers. Eine Besonderheit dieses Werks ist, dass der Killer selbst zu Wort kommt. Es wird in unterschiedlichen Perspektiven erzählt, und dem Houston Hacker wird ein eigener Part eingeräumt.

Dennoch hatte ich keine Ahnung, wer der Houston Hacker ist. Denn es könnte tatsächlich jeder der Beteiligten sein. 


Hanson ist die Hauptfigur. Dem altgedienten Ermittler gehen die Morde zu Herzen, beim Anblick der Opfer dreht sich sein Magen um. Wahrscheinlich liegt es daran, dass er selbst Familie - eine Frau und eine Tochter - hat. 


Joe ist Hanson als Partner zur Seite gestellt. Der Polizist durchdenkt den Fall und wundert sich, warum die Morde Hanson gar so an die Nieren gehen.


Journalist Barlowe profitiert eindeutig vom Geschehen. Er schreibt eine Krimi-Kolumne im hiesigen Blatt, und es ist von Vorteil, dass ihm der Houston Hacker Briefe schickt. 


Lansdale balanciert das Dreieck aus Täter, Polizei und Journalismus gekonnt aus - ohne dabei einen typischen Thriller zu schreiben. Obwohl die Handlung nicht neu erfunden ist - denn er lehnt sich offensichtlich an Jack the Ripper an - setzt er seine Figuren perfekt in Szene, sodass hoher Nervenkitzel allein aufgrund des Rätselns besteht. Wenn man dezente Hinweise, Situationen und Bemerkungen durchdenkt, merkt man sofort, dass hier kein roter Faden in Richtung eines bestimmten Täters besteht. Bis zum Ende hin ist es Spannung pur, mit der Lansdale seine Leser fängt.


An dieser Stelle muss ich unbedingt vor den brutalen Szenen warnen. Joe R. Lansdale ist ein facettenreicher Autor, ein beispielloser Schriftsteller, der dem Mainstream mit jedem Werk den Stinkefinger zeigt. Diesmal besticht er nicht durch Humor, sondern lässt den Leser durch Blut und Eingeweide waten - was für den Hardcore-Faktor dieser Story steht.


Schon im Vorwort weist Andrew Vachss darauf hin, dass der Leser ein blutrünstiges Werk in den Händen hält:


„Sollten Sie auf der Suche nach etwas Nettem sein, suchen Sie weiter“. (S. 7)


Denn Lansdale schreibt bildgewaltig und drastisch. Metallener Geschmack breitet sich aus, der Geruch der Eingeweide haftet an den Fingern und das Blut tropft zähflüssig zwischen den Seiten hervor. Und damit sind eher die harmloseren Szenen gemeint, weil einem bei den wirklich schlimmen Abschnitten tatsächlich der Appetit vergeht.


„Akt der Liebe“ ist Lansdales Debüt. Schon damit hat er gezeigt, dass er sich keinem Genre ergeben will. Obwohl es von der Handlung her ein klassischer Serienkiller-Thriller ist, hebt er sich durch bestialisch-blutige Details und einem filmreifen Showdown von anderen Romanen des Genres ab. 


Meiner Meinung nach ist dieses Werk eher für robuste Leser geeignet, die nicht unbedingt den charakteristischen Thriller bevorzugen, sondern dem Außergewöhnlichen eine Chance geben.

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MEINE BEWERTUNG

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Kommentare:

  1. Eine sehr gelungene Rezension, liebe Nicole!!!
    Ich wünsche dir eine wundervolle Woche.
    Liebst, Hibi

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    1. Hallo Hibi,

      vielen Dank! Ich habe mich bemüht. :)

      Dir auch eine feine Woche, sie hat ja noch ein paar Tage.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  2. Huhu Nicole :D

    Außergewöhnlich war dieser Thriller auf jeden Fall. ich bin froh, dass wir ihn zusammen gelesen haben! :D

    Liebe Grüße
    Jessi

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    1. Hallo Jessi,

      ich freue mich immer, wenn wir einen Lansdale gemeinsam entdecken. Egal, was wir von ihm lesen, bisher war kein Schema F dabei.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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