Sonntag, 21. Oktober 2018

Rezension: Der 13. Stuhl - Dave Shelton

© Carlsen
Der 13. Stuhl
| Dave Shelton |

Verlag: Carlsen 2016
Seiten: 304 
ISBN: 9783551560247

MEINE BEWERTUNG 

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Gruselige Kurzgeschichten für die ganze Familie

Als Jack sich in ein verlassenes altes Gebäude schleicht, ahnt er, dass ihm Schauriges begegnen wird. Und siehe da, sie erwarten ihn schon. Zwölf Personen sitzen im Kreis, jeder hat eine brennende Kerze vor sich, und Jack wird auf den 13. Stuhl gesetzt. 

"Der 13. Stuhl" ist eine Kurzgeschichtensammlung, die durch die Rahmenhandlung um Jack wunderbar schaurig abgerundet ist. 

Genau wie Jack war ich gespannt, was uns da erwarten wird. Da ist dieses alte, verlassene Haus, ein dunkler Raum und zwölf Gestalten, die ihm erwartungsvoll entgegenblicken. Jede Person hat eine brennende Kerze vor sich. Auch Jack bekommt eine, als er sich auf den 13. Stuhl niederlässt.


Reihum werden gruselige Geschichten erzählt. Manche sind moderne Schauermärchen, bei anderen handelt es sich um klassische Spuknovellen, die einmal weniger, dann wieder mehr dem Grauen Platz in dem dunklen Kreis machen.


Es wird von manischen Schriftstellern, dämonischen Katzen, blutbefleckten Immobilien, geisterhaften Schulmädchen und sagenumwobenen Diebstahl erzählt. Sobald eine Gestalt mit ihrer Erzählung geendet hat, bläst sie die Kerze aus, und schon lodert die nächste schön-schaurige Flamme auf. 


Die meisten Erzählungen haben mir gefallen, und es waren schon einige dabei, die sogar mich gegruselt haben. Viele Geschichten beinhalten ganz klassischen Spuk, andere gehen weiter, und fangen gleich abartige Dämonen ein.


Zu den Geschichten bleibt noch zu sagen, dass sie wahrscheinlich genau richtig für jüngere Leser sind, denen es nach Gänsehaut-Feeling belangt. Obwohl sie für Erwachsene bestimmt genauso schön zu lesen sind.  


Von der Rahmenhandlung um den Jungen Jack war ich besonders angetan. Einerseits erlebt man Jacks Reaktionen auf die Geschichten der anderen, wie er sich fürchtet und ihm die Kälte über den Rücken kriecht. Andrerseits hat er Bammel, weil er weiß, dass er früher oder später ebenfalls an die Reihe kommt. Hoffentlich fällt ihm bis dahin etwas Passendes ein, damit er sich nicht vollständig blamiert.


Diese mysteriöse Runde ist schon recht speziell. Während sie nach und nach erzählen, habe ich mich gefragt, wer diese Menschen sind, und warum sie sich im Dunkeln, nur begleitet vom Kerzenschein, gegenseitig das Fürchten lehren. Schon allein bei diesem Setting bin ich gern dabei gewesen. 


Was bleibt, ist eine schön-schaurige Kurzgeschichtensammlung für zwischendurch, die auch für die kleineren Gruselmonster geeignet ist, und bestimmt im familiären Kreis - vielleicht sogar gemeinsam - gut gelesen werden kann. 

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MEINE BEWERTUNG

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Kommentare:

  1. Huhu Nicole :D

    Du glaubst nicht, wie oft ich mir dieses Buch schon angeschaut habe xD Ich mag Kurzgeschichten hin und wieder ja auch sehr gerne, auch wenn ich mich meistens bei kürzeren Sachen nicht so gruseln tue. Aber schön, dass dir die Geschichte eine kleine Gänsehaut erzeugen konnten! :D

    Wird eigentlich aufgelöst warum die Leute sich da treffen? Oder ist das eher unwichtig, weil die Kurzgeschichten im Zentrum stehen?

    Liebe Grüße
    Jessi

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    1. Hallo Jessi,

      allein die Aufmachung lässt ja schon das Gruselherz kälter schlagen! :) Mir geht's da wie dir. Bei Kurzgeschichten ist mir meistens zu wenig Geschichte drin, weil sie eben so kurz sind.

      Jein, es gibt eine Auflösung am Ende, die aber nicht alles erklärt. Die Stimmung von diesem Sesselkreis ist jedenfalls recht schaurig und ich mochte dieses teils offene Ende recht gern.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  2. Guten Morgen Nicole,

    mir ist das Buch auch schon so oft vor die Augen gekommen und es reizt mich total. Ich bin grad am überlegen ob ich es schon auf meiner Wunschliste eingetragen hab? Muss ich direkt mal schauen. ^^

    Jedenfalls denke ich, dass bei so einer Geschichte ruhig nicht alles aufgeklärt werden muss, vielleicht bleibt dann noch so eine gewisse unheimliche Ungewissheit am Ende? Das fände ich gut :D

    Grade bei Grusel oder Horrorgeschichten mag ich so kurze Erzählungen komischerweise sehr gerne, da muss es gar nicht so ausführlich sein.

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Guten Morgen, Aleshanee!

      Ja, die Gruselstimmung am Ende ist auf jeden Fall da. Du darfst dir insgesamt nur nicht zu viel erwarten, weil es sich doch an kleinere/jüngere Leser richtet. Also, ein Horror-Spektakel wird's definitiv nicht. Aber es war sehr schön zu lesen und die Schauerstimmung hat sich gehalten.

      Nein, mir sind schon richtige Schauer- bzw. Horror-Romane lieber als Kurzgeschichten. Bei Kurzgeschichten habe ich immer das Gefühl, sie sind zu Ende bevor sie richtig angefangen haben ...

      Liebe Grüße,
      Nicole

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    2. Hm, vielleicht hab ich dann einfach in den letzten Jahren zu wenig in dem Genre gelesen ... oder zuviele gute Kurzgeschichten *lach* Ich weiß auch nicht, warum mir das hier nicht so viel ausmacht. Wenns kurz und knackig ist mit einem gruseligen Knalleffekt am Ende komme ich da auch gut mit Kurzgeschichten klar :D

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    3. Ich habe es halt gern, wenn ich richtig in die Geschichten eintauchen kann und mich dort daheim fühle. Wahrscheinlich mag ich deshalb Stephen King - der braucht immer etliche Seiten ... XD

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