Sonntag, 7. Juli 2019

Rezension: Das Haus am Ende der Welt - Paul Tremblay

© Random House
Das Haus am Ende der Welt
| Paul Tremblay |

Verlag: Heyne Verlag 2019
Seiten: 352 
ISBN: 9783453319998

MEINE BEWERTUNG 

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Wenn der Familienurlaub zum Horror wird

Eine einsame Hütte an einem See mitten im Wald von New Hampshire: So stellen sich Andrew und Eric die familiäre Urlaubs-Idylle mit Töchterchen Wen vor. Relaxen und einfach eine Familie sein. Doch dann stehen vier bewaffnete Personen vor der Tür, und der Horror fängt an.

„Das Haus am Ende der Welt“ ist ein nervenzerreißend spannender Horror-Roman, genauso wie es mit Stephen Kings Namen am Cover prangt. 

Zu Beginn lernt der Leser in einem knappen Abschnitt Wen und ihre Väter Eric und Andrew kennen. Besonders am Anfang wird der 7-jährigen Wen viel Raum gegeben, weil sie die Story um die vier Gestalten ins Rollen bringt. 


Wenige Seiten später ist es schon so weit, und diese vier - tatsächlich bis auf die Zähne bewaffneten - Personen hämmern an die Tür. Andrew, Eric und Wen bekommen es mit der nackten Angst zutun, die rasch in Panik umschlägt, weil sie nicht entkommen können. Denn damit im Urlaub ablenkungslos entspannt wird, gibt es weder ein Handy noch Internet oder ein analoges Telefon. 


Bis hierhin war mir absolut klar, in welche Richtung die Geschichte geht. Hat man nach dieser Eingangsszene nicht automatisch den Splatter-B-Movie im Kopf? Ich dachte mir, gut geschrieben, aber eben nichts Neues, bis auf die Tatsache, dass die Eltern beide Männer sind. Falsch gedacht!


Denn nun wird es richtig, richtig abgefahren, und die Spannung steigt mit jedem Augenblick. Die Bredouille ist spürbar, ich klebte an den Seiten und bin von einem Kapitel zum nächsten gehetzt. 


Einerseits verläuft die Geschichte komplett anders als erwartet. Auf einmal stehen viele Fragen im Raum, man versucht, das Geschehen zu verstehen, und kann nicht einordnen, wohin die Reise geht. Hinzu kommen Überraschungsmomente - auf Splatterniveau - die erschreckend abrupt geschehen, und somit der Handlung zusätzlichen Sog verleihen.


Andrerseits ist die Thematik inklusive des Gesamtsettings originell umgesetzt, und gibt dem Roman das gewisse Extra, wodurch er zu meinen diesjährigen Highlights zählt.


Dabei gibt es zwei offensichtliche Perspektiven, wie man die Handlung und ihren Hintergrund deuten kann. Entweder ist es brutale Realität, die von verwirrten Geistern betrieben wird, oder es hat einen übernatürlichen Ursprung, der mindestens genauso beängstigend ist. 


Bis auf die spannende Handlung - die im wahrsten Sinne des Wortes nervenzerreißend erzählt wird - gibt es einige Rückblenden, um Andrew, Eric und ihre Tochter Wen kennenzulernen. Als Leser wirft man einen Blick auf ihre Vergangenheit, es werden interessante und teilweise erschütternde Episoden aus ihrem Leben erzählt. Man erfährt, wie Wen überhaupt zu ihren zwei Vätern kam, und, warum sie ihre Samstagnachmittage in der chinesischen Schule verbringt. 


Genau wie der gesamte Roman ist der Schluss eigenartig, dennoch passend zum Gesamtpaket umgesetzt. Ich denke, dass der Ausgang nicht jedem gefällt. Mich hat er jedenfalls berührt. Ich habe tagelang darüber nachgedacht, weil mich dieses Buch nicht losgelassen hat.


Paul Tremblays „Das Haus am Ende der Welt“ ist bestimmt nicht für jeden Leser geschrieben, und wird garantiert nicht nur Freunde finden. Für mich ist es ein absolut origineller Horror-Roman, der mit alten Themen spielt, ihnen ein neues Gewand verleiht, und aufgrund seiner ungewöhnlichen Umsetzung zum Highlight wird. 


Neben der herausragenden Spannung - ich habe mich beim Lesen gewunden, weil es gar so nervenzerreißend war - hat mich der Autor mit seinem Einfallsreichtum und Mut zum Ungewöhnlichen überzeugt. Ich vergebe die höchste Bewertung, und hoffe, dass es noch ganz viel Horror von Paul Tremblay zu lesen geben wird.

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MEINE BEWERTUNG

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Kommentare:

  1. Hi Nicole!

    Wow, das klingt ja schon extrem begeistert von dir! :D Das werd ich mir mal auf die Merkliste setzen, für die kommenden "dunklen" Monate im Jahr xD

    Danke für die tolle Rezension, macht definitiv neugierig!

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Hallo Aleshanee,

      danke! Dabei war es richtig schwierig dieses Lese-Erlebnis zu beschreiben - mich hat's jedenfalls begeistert. Ich hoffe, dass es dir gefällt, falls du es liest.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  2. Hallo liebe Nicole, juchuuu, ich bin beeindruckt von Deiner Rezension und werde dich direkt verlinken. Hatte schon die Befürchtung ich wäre alleine mit einer absolut begeisterten Meinung zu dem Buch. Ich fand es auch wahnsinnig gruselig, spannend und besonders das Ende hat auch mich total umgehauen. Das Buch hallt ganz schön nach.
    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag noch.
    Kerstin

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    1. Hallo Kerstin,

      jetzt schaue ich dann gleich bei dir vorbei und lese deine Rezension. Ich habe sie schon längst aufploppen sehen, wollte aber warten, bis meine fertig ist.

      Ich freue mich total, dass dir das Buch ebenso gefallen hat! Mir ist aufgefallen, dass es allgemein nicht recht gut weg kommt, dabei ist es so eindringlich geschrieben, dass man sich während des Lesens mit den Fingernägeln in die Polster krallt.

      Oh ja, ich habe Tage gebraucht, bis ich die Schlussszene einigermaßen abschütteln konnte. Immer wieder hatte ich sie vor Augen.

      Liebe Grüße & schönen Abend,
      Nicole

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