Mittwoch, 28. Oktober 2020

Rezension: Der Fluch von Hollow Pike - James Dawson

Der Fluch von Hollow Pike - James Dawson
© Loewe Verlag
Der Fluch von Hollow Pike
| James Dawson |

Verlag: Loewe Verlag 2013
Seiten: 432 
ISBN: 9783785576991

MEINE BEWERTUNG 
- ★★★★★ - 




Solide Gruselstory für Teenager

Lis zieht in die Idylle des kleinen Städtchens Hollow Pike, wo sie bei ihrer Schwester ein neues Leben anfängt. Es begleiten sie grausame Träume, in denen sie mitten im Wald in einem eiskalten Bach erstochen wird. Als in Hollow Pike ein Mord geschieht, weiß Lis, dass sie das nächste Opfer sein wird. 

Ich hatte Lust auf eine jugendliche Gruselstory, und daher kam ich an diesem Buch nicht vorbei. Leider ist mir das Gruseln insgesamt zu kurz geraten, dennoch habe ich mich vom Plot alles in allem gut unterhalten gefühlt. 

Lis zieht zu ihrer Schwester in die ländliche Idylle von Hollow Pike. Die Teenagerin erhofft, sich hier ein neues Leben aufzubauen, weil sie an ihrer alten Schule ein Mobbing-Opfer gewesen ist. Schnell findet sie Anschluss und steigt von der ehemaligen Außenseiterin zum Kreis der In-Clique an der neuen Schule auf. Doch bald merkt sie, dass sie sich selbst belügt, und beschließt, lieber außen vor zu sein. Bis ein grausamer Mord geschieht, und Lis weiß, dass sie das nächste Opfer ist.

Das Thema Mobbing steht klar im Vordergrund, was ich ein bisschen schade fand. Die systematische Ausgrenzung und Erniedrigung von Menschen hat besonders in Jugendbüchern ihre Berechtigung. Ich finde es durchaus wichtig, dass darüber geschrieben und nachgedacht wird, und es in Literatur für Jugendliche einen hohen Stellenwert einnimmt. Trotzdem hatte ich mir bei der Inhaltsbeschreibung und dem Titel doch etwas mehr Gruselambiente als reales Grauen an Schulen gewünscht.

Nachdem Hollow Pike von einem Mord erschüttert wird, fühlt sich Lis nicht mehr wohl. Sie wird schon monatelang von einem Albtraum gequält, der mit dem Mord in gruseliger Verbindung steht. Gleichzeitig findet sie erstmals Freunde, mit denen sie durch dick und dünn gehen kann, und trotzdem fühlt sie sich verängstigt und bedroht. Sie weiß, dass ihr Leben auf dem Spiel steht.

Die Gruselatmosphäre lauert zwar ständig im Untergrund, wagt sich aber nicht recht hervor, weil die Handlung selbst stark im Mobbing-Thema verhaftet ist. Zum Ende hin, nimmt der Verlauf an Fahrt auf und treibt ins Mysteriöse ab, was für mich - da ich doch viel in Richtung Mystery und Schauerromane lese - nicht komplett überzeugend war.

Gefehlt hat es mir eindeutig an schaurigen Momenten, die mir die Luft zum Atmen nehmen, und mir Gänsehaut über den Rücken treiben.

Der Schreibstil ist dem jugendlichen Leser entsprechend. James Dawson schreibt leicht, flüssig und insgesamt habe ich mich tadellos unterhalten gefühlt.

Meiner Meinung nach ist es ein exzellentes Buch für Jugendliche. Für diese Leserschaft ist von allem etwas dabei: Ein bisschen Liebe, Freundschaft, Schule und Cliquen-Hick-Hack mit einer durchdachten Handlung und einem Hauch Gruselflair. Mich als erwachsene Leserin hat es leider nicht völlig überzeugt, obwohl ich durchaus eine angenehme Lesezeit in Hollow Pike verbracht habe. 
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MEINE BEWERTUNG
★★★★★

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Kommentare:

  1. Huhu Nicole,

    ich glaube, mir hätte das Buch sicherlich besser gefallen als dir, ich finde Mobbing ja den größten Horror, den es auf dieser Welt gibt, ein Horror, der irgendwie immer allgegenwärtig ist. Ich glaube, deswegen schleicht sich das Thema auch in meine Bücher immer wieder ein.

    Aber du hast Recht, das Cover deutet schon eher eine unheimliche Grundstimmung an, aber als Jugendbuch hört sich das nun doch sehr interessant an! Auch wenn du nur drei Sterne vergeben hast, werde ich mir das Buch mal vormerken, im Jugendbuchbereich/Jugendthrillerbereich wird man nicht so häufig fündig.

    Liebe Grüße
    Jessi

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    1. Hallo Jessi,

      ich habe dabei sogar an dich gedacht und glaube, dass das Buch für dich bestimmt die richtige Lektüre ist. Die Thematik rund um Mobbing fand ich schon gut ausgearbeitet, doch mit der Mischung aus Jugendthriller und Gruselstory hat es für mich unterm Strich nicht ganz gepasst. Es geht eher in Richtung weder Fisch noch Fleisch. Ich bin mir sicher, dass es mit der richtigen Erwartungshaltung besser gefällt.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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    2. Huhu Nicole :D

      Ich habe mir das Buch schon mal notiert, ich denke auch, dass es mir sicher besser gefällt als dir beziehungsweise, dass ich gleich mit anderen Erwartungen herantreten kann.

      Übrigens zum Thema Erwartungen habe ich in meinem letzten Kurzgeschichtenband eine Geschichte zu geschrieben, da ich in diesem Jahr eines gelernt habe: Es geht mir einfach besser, wenn ich keine Erwartungen mehr habe :D Nicht mal an Bücher. Da ich jetzt fast nur noch aus öffentlichen Bücherschränken Bücher lese, gehe ich auch ganz unvoreingenommen an jedes Werk und da bin ich dann eigentlich nie wirklich enttäuscht. Ohne diese ganze Werbetexte, die "das unheimlichste Buch dieses Jahres" oder dergleichen versprechen, lesen sich Bücher einfach besser :D

      So, jetzt bin ich etwas abgedriftet, danke dir für den Buchtipp :D Bin gespannt, wie mir das Buch gefallen wird.

      Liebe Grüße
      Jessi

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    3. Hallo Jessi,

      ja, das gefällt dir bestimmt. :)

      Naja, es kommt insgesamt wohl darauf an, wie man Erwartungen definiert. Wenn ich einen Schauerroman lese, dann erwarte ich mir schon, dass es in erster Linie schaurig ist. Genauso, wenn ich zu einem Liebesroman greife, und dann kommt keine Liebesgeschichte darin vor, wäre das doch unsinnig. Das hat für mich auch nichts mit Werbung o. ä. zutun. Bei diesem Buch ging es für mich einfach in die falsche Richtung. Also, ich möchte schon, dass meine Grunderwartung an ein Buch erfüllt wird, weil ich es ansonsten nicht lesen würde. Verstehst du, was ich meine? Ich erwarte mir ja prinzipiell von einem Buch, dass es mich unterhält, mich emotional berührt und zwar auf eine Weise, auf die ich berührt werden will. Manchmal funktioniert es besser, manchmal schlechter, aber das ist auch ok, sonst wäre es ja langweilig. :D

      Liebe Grüße,
      Nicole

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    4. Huhu Nicole,

      klar, ich verstehe definitiv, was du meinst und ich verstehe auch die Enttäuschung, wenn zum Beispiel auf einem Buch "Thriller" steht und es dann null Spannung besitzt, oder eben ein Buch als Horrorroman beschrieben wird und dann doch eher ein Thriller ist ... ich glaube, aber gerade bei großen Verlagen werden Bücher eher eine gewisse Schublade gesteckt, weil die Leute dann denken, das verkauft sich besser. Wäre dieses Buch hier ohne schauriges Cover einfach nur als Jugendbuch beworben worden, hat es schon eine ganz andere Zielgruppe.

      Es geht ja auch in eine andere Richtung, manchmal erwartet man recht wenig von einem Buch und wird dann doch positiv überrascht ;) Ich mag eh Bücher, denen man noch nicht so direkt ansieht, was in ihnen steckt :D

      Liebe Grüße
      Jessi

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