Freitag, 4. Mai 2018

Rezension: Das Atmen der Bestie - Graham Masterton

© Festa Verlag
Das Atmen der Bestie 
| Graham Masterton |

Verlag: Festa Verlag 2012
Seiten: 256 
ISBN: 9783865521354

MEINE BEWERTUNG 

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Indianischer Horror

Seymour Willis macht sich auf den Weg ins Gesundheitsamt, weil er sich nicht mehr zu helfen weiß. Dort hält man ihn für verrückt, weil sein Problem absolut unglaubwürdig klingt. Der alte Mann behauptet, dass sein Haus atmet. Zuerst schiebt es der Gesundheitsbeamte John Hyatt auf Senilität, denkt sich aber, dass ein merkwürdiger Lärm im Haus durchaus gesundheitsschädliche Folgen haben kann. Er erbarmt sich des Mannes und begibt sich zum Lokalaugenschein.

In dem Haus stellt John Hyatt fest, dass die Geräusche durchaus wie Atem klingen und der alte Seymour Willis doch nicht altersbedingter Senilität verfallen ist. Nun holt er sich einen weiteren Kollegen zu Rate, um den häuslichen Geräuschen auf den Grund zu gehen. Auf sie wartet Schauriges ... 

Protagonist John Hyatt erzählt in der Ich-Perspektive aus erster Hand. Daher weiß man zumindest schon, dass er das Spektakel einigermaßen unbeschadet überstehen wird. Er ist ein engagierter junger Mann, der seine Tätigkeit beim Gesundheitsamt ernst nimmt, ohne übertrieben motiviert zu wirken.


Der Einstieg in den Roman ist spannend, sogartig und sehr faszinierend. Ich mag es besonders gern, wenn Horror-Romane mit alltäglichen Situationen beginnen und so eine wartet hier: Der alte Seymour Willis kommt ins Gesundheitsamt und erzählt von seinem Problem. John Hyatt bringt es nicht über's Herz den Senioren abzuweisen und nimmt sich seiner an.


Darauf folgen etlichen gruselige Szenen, die an Horror-Filme aus den 1970er-Jahren denken lassen. Es wird ein Drink genommen und das Grauen baut sich langsam auf. 


Bis hierhin mochte ich es extrem gern und die ersten übernatürlichen Elemente und Begegnungen fand ich durchaus packend. Autor Graham Masterton baut richtig grausliche Szenen ein ohne allzu blutrünstig zu werden. Er spielt mit der Vorstellungskraft des Lesers und an manchen Stellen hatte ich ekelerregende Bilder im Kopf.


Thematisch hat sich Graham Masterton stark an indianischen Mythen und Legenden orientiert. Im Vorwort geht er zudem auf die Hintergründe zu diesem Roman ein und betont, dass er ‚echte‘ Indiander-Sagen verwendet hat.


Der weitere Hergang der Handlung war dann weniger meins, weil alles sehr glatt gegangen ist.  Die Horror-Elemente basieren eben auf indianischen Sagen und Legenden und daher ist ein indianischer Schamane nicht weit, der die nachfolgenden Ereignisse steuert. 


Weitere Figuren betreten die Bildfläche, die sich erstaunlicherweise ziemlich schnell vom übernatürlichen Charakter des Geschehens überzeugen lassen. Meiner Meinung nach ist dieses Verhalten nicht einleuchtend, weil man wahrscheinlich erst an letzter Stelle eine transzendente Erklärung glaubt. Hier hat mir mehr Widerstand gefehlt, weil die mysteriöse Bedrohung zu einfach hingenommen wird.


Im späteren Verlauf summieren sich die Actionszenen, ein Inferno hebt San Francisco aus den Angeln und ein boshafter Dämon sorgt für Unheil. Das letzte Drittel hat Blockbuster-Niveau und liest sich dementsprechend eintönig. Die Gruselstimmung ist dahin, es geht um’s nackte Überleben und daher werden scharfe Geschütze aufgefahren, was mich auch nicht mehr beeindrucken konnte. 


Auf jeden Fall entspricht „Das Atmen der Bestie“ ganz den Horror-Romanen seiner Zeit aus den 1970er-Jahren und ist trotz meiner Kritikpunkte gut zu lesen. Man darf sich nur kein allzu schauriges Ambiente erwarten, sondern es ist eher ein Thriller auf Action-Niveau, der auf Horror-Elementen basiert. 

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MEINE BEWERTUNG

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Kommentare:

  1. Huhu Nicole :D

    Ich musste gerade mal auf meinem Blog schauen, weil mir der Name des Autoren so bekannt vorkam und siehe da, er hat ja "Irre Seelen" geschrieben. Das Buch fand ich echt mega gruselig, die Atmosphäre in der verlassenden Klinik ist mir noch immer in Erinnerung geblieben! :D

    Schade, dass dich das Buch hier nicht so recht überzeugen konnte. Dieses Kino-Action-Niveau hasse ich in Büchern auch total ;/

    Liebe Grüße
    Jessi

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    1. Hallo Jessi,

      ich musste gleich bei dir nachschauen und siehe da - "Irre Seelen" spricht mich total an und es durfte hier schon einziehen.

      Schlecht war "Das Atmen der Bestie" nicht, doch so ganz wollte der Funke nicht überspringen und die genannten Kritikpunkte haben mich schon gestört. Vor allem, weil alles sooo glatt gegangen ist.
      Ich habe bei anderen Rezensionen zu "Das Atmen der Bestie" gelesen, dass es eher ein untypischer Masterton - bis auf das Indianer-Thema - ist. Daher bin ich recht gespannt, was nun "Irre Seelen" bereit halten wird.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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    2. Dann hoffe ich jetzt aber mal, dass dich "irre Seelen" begeistern kann, mehr als das Buch hier! :D (ich muss gleich mal schauen, was der Autor noch so geschrieben hat, "Irre Seelen" ist mir komischerweise nach all den Jahren echt noch im Gedächtnis geblieben)

      Ich bin auf jeden Fall gespannt, was du sagen wirst! :D

      Apropos, weil wir gerade beim Horrorthema sind: Wann wollten wir die Leserunde zu Stephen Kings "In einer kleinen Stadt" starten? :D Bin da flexibel!

      Liebe Grüße
      Jessi

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    3. Wenn du "Irre Seelen" noch immer im Gedächtnis hast, dann wird's bestimmt nicht schlecht sein. :D

      Wollen wir die LR für Ende Juli/Anfang August ansetzen? Ich schlage gleich einmal den 30.7. vor.
      Bei dir oder bei mir?

      Liebe Grüße,
      Nicole

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    4. Huhu Nicole :D

      Ja, dann halten wir den Termin so fest! ;) Ich hab noch keine Leserunde bei mir gemacht, aber ich kann das gerne übernehmen, um dir die Arbeit dahinter abzunehmen! ;) Vielleicht finden wir noch Leute, die da teilnehmen wollen!

      Liebe Grüße
      Jessi

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    5. Perfekt, Jessi! :) Dann bin ich gerne mal bei dir zu Gast.

      Melli möchte dabei sein und Andrea überlegt derzeit auch. :)

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  2. Ein dickes Schade zu dem glatten Ende :(
    Die Ausgangslage klang so perfekt und die hattest mich wirklich, aber da ich deine Sterne gesehn hab, wusste ich, dass da irgendwo ein Haken ist ...
    Dein erstes Buch von Graham? Bin mir jetzt gar nicht mehr sicher...

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    1. Ja, es war mein erstes Buch von ihm. Ich habe jetzt in anderen Rezensionen gelesen, dass diese 'Schwächen', die mir nicht gefallen haben, eher untypisch für ihn sind. Mittlerweile hat mich Jessi mit "Irre Seelen" von ihm angefixt - das werde ich auf jeden Fall noch probieren.

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