Montag, 14. Mai 2018

Rezension: Ein Gesicht in der Menge - Stephen King/Stewart O'Nan

© Rowohlt
Ein Gesicht in der Menge
| Stephen King & Stewart O'Nan |

Verlag: Rowohlt 2013
Seiten: 64 
ISBN: 9783499227943

MEINE BEWERTUNG 

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Grusel-Snack

Als sich Dean Evers ein Baseball-Spiel im Fernsehen ansieht staunt er nicht schlecht. Er sieht auf den Zuschauerrängen einen Mann, der ist bereits seit Jahren tot!

"Ein Gesicht in der Menge" ist eine gruselige Kurzgeschichte aus der Feder von Horrormeister Stephen King. Obwohl das kurze Werk zu den bescheidenen seiner Art zählt, bietet es gewohnte Schaueratmosphäre und ist für zwischendurch ganz nett.

Der Witwer Dean Evers ist nach dem Tod seiner Frau nach Florida gezogen, wo er seinen Lebensabend verbringt. Trotz der angenehmen Temperaturen geht es ihm gar nicht gut. Er vermisst seine Frau und hat es sich angewöhnt seine Einsamkeit im Alkohol zu ertränken und mit Tabletten zu betäuben. 


Mangelnde Lebensfreude hin oder her, nach wie vor schaut er sich leidenschaftlich gerne Baseballspiele im Fernsehen an. So auch an diesem Abend als er plötzlich den Zahnarzt seiner Kindheit im Publikum entdeckt. Egal wie er es dreht und wendet, dieser Mann kann nicht sein Zahnarzt sein, denn der Mann war damals schon alt!


Dean schiebt es auf den Alkohol, doch beim nächsten Spiel tauchen weitere Bekannte in den Zuschauerrängen auf. Nun kriegt er es mit der Angst zutun, und ist sich sicher, dass es alkoholbedingte Halluzinationen sind. Bis er eines Abends seine tote Frau unter den Zuschauern sieht und sein Handy ringt ... 


Dieses kleine Büchlein ist schon sehr kurz geraten, was für mich der größte Makel daran ist. Wenn man bedenkt, für welchen Preis es über den Ladentisch geht, dann handelt es sich um eine ziemlich teure Angelegenheit.


Nichtsdestotrotz zeigt Stephen King erneut, dass er gute Kurzgeschichten schreibt. Ein um das andere Mal erstaunt er mich, indem er mir seine lebendigen Figuren näher bringt. Dean Evers hat auf den wenigen Seiten kaum Raum, trotzdem bekommt man sofort ein Gefühl für ihn und sieht ihn, wie er da auf dem Sofa vor seinem Fernseher sitzt.


Gruselig ist es allein, weil das Mysteriöse in den Alltag drängt. Reichen ein paar Bierchen zu viel, um in der Menge die Toten sitzen zu sehen? Oder ist doch etwas Übernatürliches schuld daran?


Insgesamt mochte ich diesen Grusel-Snack ganz gern, weil er zwischendrin gut zu lesen ist. Es mangelt am Umfang, denn etliche Seiten mehr hätten Dean Evers Schicksal sicher nicht geschadet. Gewohnte Eloquenz trifft auf annehmbares Grauen, wird aber auf viel zu wenig Raum umgesetzt.

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MEINE BEWERTUNG

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Kommentare:

  1. Huhu Nicole :D

    Da musste ich ja direkt mal googlen, wie teuer dieses Büchlein ist und ich stimme dir zu, solch einen Preis für 64 (!) Seiten!?!? Wohl nur weil Stephen King draufsteht ;/

    Echt schade, die Grundidee klingt hier gut, auch wenn ich Kings "Baseball"-Geschichten meistens etwas schwächer finde, weil er sich immer in seiner Leidenschaft dahinter verliert. Das hat mich schon etwas bei "Das Mädchen" gestört, liegt wohl daran, dass ich keine Ahnung von Sport habe xD

    Liebe Grüße
    Jessi

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    1. Hallo Jessi,

      ich glaube, da zahlt man wirklich für den Namen. :D Ich fand die Geschichte nicht schlecht, aber für ein 'eigenes' Buch war es dann doch zu wenig. Zumindest konnte ich mich ein bisschen gruseln.

      Ja, King und Baseball ist immer so ein Thema. :D Ich finde es gar nicht so uninteressant, weil man dadurch mehr über diesen eher fremden Sport erfahren kann. In "Das Mädchen" hört sie Baseball ja im Radio, oder? Solche Passagen kann ich recht gut überblenden, aber ein Fan bin ich auch nicht davon.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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