Sonntag, 10. März 2019

Rezension: Die Letzten. Zerfall - Oliver Pätzold

© Oliver Pätzold *
Die Letzten. Zerfall
| Oliver Pätzold |

Verlag: Book on Demand 2018
Seiten: 376 
ISBN: 9783752876499

MEINE BEWERTUNG 

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Realistisch-schockierendes Endzeit-Szenario

Eine Pandemie rottet die Menschheit so gut wie aus. Robert und seine Kinder Hanna und Alexander überleben. Sie wagen sich nach wochenlanger Zurückgezogenheit in die Welt hinaus. Was werden sie finden?

"Die Letzten. Zerfall" ist ein Endzeit-Thriller von Oliver Pätzold, der meiner Meinung nach durch eine gute Portion Realismus für Gänsehaut beim Leser sorgt. 

Robert und die Kinder verbarrikadieren sich in ihrer Wohnung. Sie wissen, dass etwas Furchtbares vor sich geht. Die Übertragungen im Fernsehen schockieren, die wenigen Telefongespräche verunsichern, und die Bilder in den sozialen Medien sind alarmierend. Mit einem Mal ist der Spuk vorbei, und sie wissen nicht, was draußen in der Welt noch übrig ist.


Ich habe mir dieses Buch zugelegt, weil ich von Viren, Epidemien und Pandemien fasziniert bin, so lange sie natürlich zwischen Buchseiten beziehungsweise am Reader bleiben. In diesem Szenario geht Autor Oliver Pätzold auf eine Vision ein, die selbst vor zivilisierten Gesellschaften nicht halt macht: Er merzt die Menschheit mit einen Virus aus. 


Den Zerfall der Welt erlebt man mit Robert und seinen Kindern - beide im Teenie-Alter - gemeinsam. Robert isoliert sich mit Alexander und Hanna in der Wohnung, sie verstecken sich vor der Außenwelt und meiden jeglichen Kontakt zu anderen. 


Auf diese Weise sind sie einige der letzten Überlebenden, vor denen sich eine neue, brutale Welt offenbart.


Zugegeben, ich hatte mir von der Geschichte her mehr Informationen über den Ausbruch der Krankheit gewünscht. Gern hätte ich erlebt, wie ein virales Rädchen das andere treibt, wie Behörden und Organisation reagieren, und wie langsam alles zusammenbricht. Diesen Teil spart Pätzold völlig aus, in dem er seine Figuren hinter der scheinbar sicheren Wohnungstür wähnt. 


Zentral ist hingegen die Entwicklung nach dem der Virus seinen Kreis gezogen hat. Hier setzt der Autor an, und er beweist, dass es nicht unbedingt Zombies braucht, um eine erschütternde Welt zu kreieren. 


Robert kämpft sich mit seinen Kindern durch. Sie suchen Nahrungsmittel, frisches Wasser und eine sichere Unterkunft, nach dem sie zum ersten Mal auf den gefährlichsten Feind gestoßen sind: Die Menschen selbst. 


Es herrscht Chaos, Anarchie und das Recht des Stärkeren. Jede Moral wurde mit den Toten der Pandemie zu Grabe getragen, und auch vor Robert macht der sittliche Verfall nicht halt.


Bei diesen Aspekten hat der Autor gnadenlos realistische Beschreibungen geliefert, bei denen ich mich oft angewidert abgewendet hat. Er arbeitet den gesellschaftlichen Zerfall nachvollziehbar heraus, und sorgt für absolute Unbehaglichkeit in brenzligen Situationen. Diese Realismus macht die Qualität dieses Thrillers aus, weil ich dem Autor auf’s Wort glaube, dass es so kommen kann.


Bei den Figuren hat es mir - meinem Geschmack nach - an Tiefe gefehlt. Man erfährt kaum etwas über ihr voriges Leben. Sie wirken blass, distanziert und austauschbar. Sogar die Protagonisten sind meinem Gefühl nach auf eine Statistenrolle reduziert, die ihnen jegliche Lebendigkeit raubt. 


Andrerseits kommt die Story für sich ohne prägnante Charaktere aus, und sie funktioniert, auch ohne schillernde Figuren im Vordergrund. 


Im Endeffekt bietet Oliver Pätzold ein schockierend-realistisches Endzeit-Szenario an, das einem aufgrund des realistischen gesellschaftlichen Zerfalls,  den Magen umdreht und zu denken gibt. 

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MEINE BEWERTUNG
Die Reihe:
1) Die Letzten. Zerfall
2) Die Letzten. Verlust


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