Sonntag, 3. März 2019

Rezension: Eine Studie in Scharlachrot - Arthur Conan Doyle

© Fischer Verlag
Eine Studie in Scharlachrot
| Arthur Conan Doyle |

Verlag: Fischer Verlag 2016 (Ersterscheinung 1887)
Seiten: 176 
ISBN: 9783596035632

MEINE BEWERTUNG 

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Watson meets Sherlock

Dr. Watson kehrt aus den Kolonien nach London zurück. Er trifft unversehens durch einen alten Bekannten einen Sonderling: Sherlock Holmes. Ab sofort teilen sie sich eine Unterkunft und Dr. Watson wird durch seinen detektivischen Mitbewohner laufend auf's Neue verblüfft.

"Eine Studie in Scharlachrot" ist der Reihenauftakt um den berühmten Sherlock Holmes, und gleichzeitig Holmes und Watsons erster gemeinsamer Fall.

Bei Sherlock Holmes geht man mit bestimmten Erwartungen an die Story heran. Sein Bild ist durch Fernsehen und ähnlich anmutende Literatur geprägt. Daher war es interessant, endlich einmal das Original um die scharlachrote Studie zu lesen. Es ist ein Werk, das mich durchaus begeistert hat. 


Dr. Watson ist in London und benötigt eine Unterkunft. Er trifft einen alten Bekannten, der ihn an Sherlock Holmes vermittelt, mit dem er fortan leben, wohnen und ermitteln wird.


Das Zusammentreffen von Sherlock Holmes und Dr. Watson war charmant. Man merkt, dass die beiden Herren nicht von kleinauf als Team aufgetreten sind. Watson ist von seiner Zeit in den Kolonien stark angeschlagen, und lässt sich gern auf den verblüffenden Sonderling ein.


Sherlock Holmes beeindruckt mit seiner unnachahmlichen Kombinationsgabe. Während andere dabei sind, das Ergebnis zu begutachten, ist er schon längst hundert Schritte weiter, und versucht seine Theorie zur Ursache zu beweisen.


"Sie haben die Ermittlung so nahe an eine exakte Wissenschaft herangeführt, dass sie kaum noch in dieser Welt zu übertreffen ist". (S. 59)


Damit wird Sherlock Holmes als Urmodell des modernen CSI geoutet, der den Hergang anhand diverser Spuren zur Ursache rückverfolgt. 


In diesem ersten Fall - den Holmes selbst als ‚Eine Studie in Scharlachrot‘ bezeichnet - wird ein Mann vergiftet aufgefunden, und über der Leiche prangt das Wort 'Rache' mit Blut geschrieben. 


Während sich Scotland Yard abmüht, den Tathergang zu rekonstruieren, hat Holmes den Mörder schon längst im Visier. 


Der Roman, der Krimi, wird von Dr. Watson erzählt. Dazu dienen ihm Tagebuchaufzeichnungen, Briefe, Zeitungsausschnitte und Berichte, die im Endeffekt das Gesamtbild um den Fall ergeben. 


Der Fall selbst ist interessant, wenn er auch meinem Empfinden nach viel zu schnell aufgelöst wird. Sherlock Holmes benötigt keine großartigen Hilfestellungen, um Motiven auf die Schliche zukommen. Er denkt kurz darüber nach, und lässt den Mörder in seinem Wohnzimmer erscheinen. 


Arthur Conan Doyle begnügt sich zum Glück nicht damit, sondern nimmt den Leser auf eine Reise ins entfernte Utah in die USA mit. Erst dadurch versteht man, wie es dazu kommen konnte, dass eine vergiftete Leiche unter blutgeschmierten Lettern in London liegt. 


Insgesamt hat mir der erste Fall um Sherlock Holmes und Dr. Watson großen Spaß gemacht. Ich mag den einzigartigen Sonderling Holmes, der schneller denkt als Strom fließen kann, den loyalen Watson, der sich von Holmes Intellekt gefordert fühlt, und den Blick auf das damalige London - das auf mich greifbar wirkt.


Meiner Meinung nach ist „Eine Studie in Scharlachrot“ zurecht ein Krimiklassiker, der hoffentlich noch viele weitere Leser den Auftakt der Krimi-Reihe um Sherlock Holmes miterleben lassen wird. Klassiker-Empfehlung!

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MEINE BEWERTUNG


Chronologische Reihenfolge der Romane und Erzählungen um Sherlock Holmes:

1887 Eine Studie in Scharlachrot
1890 Das Zeichen der Vier
1892 Die Abenteuer des Sherlock Holmes (Erzählungen)
1893 Die Memoiren des Sherlock Holmes (Erzählungen)
1902 Der Hund der Baskervilles [Rezension lesen]
1904 Die Rückkehr des Sherlock Holmes (Erzählungen)
1915 Das Tal der Angst
1917 Seine Abschiedsvorstellung
1927 Sherlock Holmes’ Buch der Fälle

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Kommentare:

  1. Huhu Nicole :D

    Das war nach "Der Hund von Baskerville" auch mein zweiter Fall von Sherlock Holmes und ich war ja, wie du weißt, damals echt begeistert! :D Hach, ich würde alle Abenteuer auch gerne noch einmal erleben, da hast du wirklich noch einige spannende Lsemomente vor dir! :D

    Ich finde Sherlock Holmes Gedankengänge ja auch immer echt faszinierend! :D Er ist schon sehr eigen, aber einfach ein toller Buchcharakter! :D

    Liebe Grüße
    Jessi

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    1. Hallo Jessi,

      das ist ja witzig, dass wir hier die gleiche Reihenfolge haben! :D

      Ich mag Sherlock auch total gern und bin zum zweiten Mal überrascht, wie gut diese Krimiklassiker geschrieben sind. Mich wundert's aber, dass dir die Geschichten so gefallen, weil du es mit Ermittlungen normalerweise gar nicht hast.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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    2. Huhu Nicole :D

      Das wundert mich auch total :D

      Ich weiß auch nicht, aber ich glaube, ich kann dieser Zeitepoche wohl einfach mehr abgewinnen. Zudem finde ich Sherlocks Art einfach einmalig, die aktuelleren Ermittler sind mir immer zu sehr auf eigene Probleme ausgelegt, bei Sherlock Holmes (aber auch Miss Marple oder Hercules Poirot) steht doch eher der Fall im Mittelpunkt! Irgendwie kann ich dem wohl mehr abgewinnen! :D

      Liebe Grüße
      Jessi

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    3. Hallo Jessi,

      ich muss es auch nicht haben, wenn die Ermittler den Leser mit ihren persönlichen Problemen quälen. Früher hat das für mich gepasst, mittlerweile empfinde ich es als geschmacklosen Einheitsbrei. Das ist nicht mehr meins. Und bei den Klassikern bleibt uns das zum Glück erspart. :)

      Liebe Grüße,
      Nicole

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