Montag, 18. März 2019

Rezension: Blind - Christine Brand

| Christine Brand |

Verlag: Blanvalet 2019
Seiten: 448 
ISBN: 9783764506452

MEINE BEWERTUNG 

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Dunkle Perspektive und Spannung

Ein Schrei, und die Verbindung bricht ab! Nathaniel war soeben noch mit einer Frau verbunden, die ihm dabei half, ein Hemd auszusuchen. Nach dem verstörenden Schrei, meldet sie sich nicht mehr. Es muss etwas geschehen sein, doch die Polizei glaubt dem Blinden nicht.

"Blind" ist der Auftakt einer neuen Krimi-Reihe um die Journalistin Milla Nova. In diesem ersten Band, steht der blinde Mann Nathaniel im Zentrum, der sich, nach hilflosen Versuchen, bei Milla Unterstützung erhofft. 

Die Ausgangslage ist gekonnt gewählt. Ein blinder Mann will sich mittels der App "Be my eyes" helfen lassen. Durch die App werden Sehbehinderte mit Sehenden verbunden, die ihnen im Alltag behilflich sind. Doch gerade als die Unbekannte am anderen Ende der Leitung das richtige Hemd auswählt, ertönt ein Schrei und die Verbindung ist weg. Was ist passiert?


Die Situation ist kniffelig, weil ein Blinder nunmal keinen guten Augenzeugen abgibt. Nathaniel ist sich sicher, dass der Frau etwas geschehen ist. Nur will ihm niemand glauben, weil es gar so abstrus klingt.


Zu Beginn lernt man Nathaniel kennen. Der blinde Mann tastet sich durch die Welt, hat es aufgrund seiner körperlichen Einschränkung schwer, dennoch lässt er sich nicht von seinem eigenständigen Leben abhalten. Gleichzeitig offenbart sich langsam, dass Nathaniel im Kindesalter selbst Opfer eines Gewaltverbrechens war, woher auch seine Blindheit rührt.


Bei der Figur Nathaniel muss ich sachte Kritik üben. Für einen Mann, der auf die Vierzig zugeht, hat er meiner Meinung nach teilweise etwas unbeholfen reagiert. Von seinen Taten, Aktionen und Gedanken her, hätte ich ihn eher auf Mitte Zwanzig geschätzt. Allerdings ist allgemein bekannt, dass man nie wirklich erwachsen wird ... 


Milla ist Journalistin durch und durch. Sie will Nathaniel zur Seite stehen und beginnt mit ihm gemeinsam unterschiedlichen Möglichkeiten auf den Grund zu gehen. An und für sich glaubt sie nicht, dass wirklich ein Unglück hinter dem ominösen Schrei steckt. Doch etliche Ungereimtheiten bringen sie doch ins Grübeln.


An dieser Stelle weiß man als Leser nicht mehr, wo man steht. Es ist unklar, ob es überhaupt eine Gewalttat und ein Opfer gibt. Man zweifelt an Nathaniels Wahrnehmung und bewundert seine Hartnäckigkeit, was dem Krimi fesselnden Rätsel-Charakter verleiht.


Die Ereignisse werden aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Vordergründig begleitet man Nathaniel durch seinen Alltag und lernt auf diese Weise seine Sicht auf die Welt kennen. Es wird anschaulich geschildert, wie versiert sich ein blinder Mensch bewegt. Außerdem steht man Milla zur Seite, wie sie detektivisch an ihren Storys arbeitet, dramatische Geschichten aufdeckt, und sich mit der Polizei anlegt.


Einen sanft amourösen Zug erhält die Handlung durch Millas Beziehung zu einem leitenden Beamten der Polizei, die zudem für Reibungspunkte sorgt, weil sich journalistische Aktivitäten in Verbindung mit polizeilichen Ermittlungen nur schwer vertragen.


Ich habe diesen Krimi extrem gern gelesen. Die Handlung war von Anfang an spannend und faszinierend umgesetzt. Mittendrin wusste ich nicht mehr, wem ich was glauben kann, welche Hinweise tatsächlich den Schlüssel für die Handlung beinhalten, und ob Nathaniels Hartnäckigkeit nicht übertrieben ist. 


Der Showdown hat mich sogar wach gehalten, weil ich unbedingt wissen musste, wie es zu Ende geht. Es war spannend, beklemmend und insgesamt logisch - auch wenn es bei der Schlüssigkeit vielleicht ein paar Kleinigkeiten zu bemängeln gibt. 


Ich habe mich exzellent unterhalten gefühlt und mir hat dieser Krimi großartigen Lesespaß gebracht. Wer Krimis, eine dunkle Perspektive und Spannung mag, wird mit „Blind“ mehr als zufrieden sein. 

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MEINE BEWERTUNG

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Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar.



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