Samstag, 2. November 2019

Rezension: Niemand stirbt allein - Martin Krist

© Martin Krist
Niemand stirbt allein
| Martin Krist |

Verlag: Martin Krist 2019
Seiten: 280 
ISBN: 9783748544883

MEINE BEWERTUNG 

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Plump eingefädelt

Tabea hat eine kleine, glückliche Familie. Sie und ihr Mann Mark vergöttern die Tochter Amy. Jedoch fürchten ihre Eltern, dass Mark eine Gefahr für das familiäre Glück ist. Die junge Mutter wehrt sich gegen diese Vorstellung, bis eines Morgens ein Alptraum zur Realität wird.

„Niemand stirbt allein“ ist ein Psychothriller von Martin Krist, der meiner Ansicht nach - im Gegensatz zu anderen Werken des Autors - nicht überzeugend ist. 

Protagonistin Tabea lebt den Traum einer kleinen Familie. Babytochter Amy rekelt sich wohlig im Bettchen, ihr Mann schläft, und sie selbst kämpft mit den Hausschuhen, als sie an jenem Morgen den Tag beginnt. Zu diesem Zeitpunkt ahnt sie nicht, dass das der Beginn ihres persönlichen Alptraums ist.


Ich schätze den Autor Martin Krist sehr, weil er mich mit seinen Krimis um Henry Frei regelrecht begeistert hat. Ich mag den trockenen Stil - die nüchterne Art - die Ereignisse zu schildern. Auch „Niemand stirbt allein“ ist diese Handschrift deutlich anzumerken. Allerdings scheitert es meiner Meinung nach an der erzählerischen Raffinesse, die der Schriftsteller diesmal vermissen lässt.


Den Einstieg in die Handlung fand ich interessant und spannend. Tabea kriecht aus dem Bett, schaut einem neuen Tag entgegen, weiß ihre Tochter Amy wohlbehalten in ihrem Zimmer und macht sich ins oberste Stockwerk zu ihrem Vater auf. Schon hier gibt es Andeutungen, dass das familiäre Glück eher oberflächlich ist. Die Gefahr ist spürbar, es brodelt, und der Dialog zwischen Tabea und ihrem Vater verhärtet die Zweifel, die einen eingangs beschleichen.


Danach überschlagen sich die Ereignisse, es wird rasant und dann ist die Katze viel zu früh aus dem Sack gehüpft. Denn ab sofort wusste ich, in welche Richtung die Geschichte geht. Es lag für mich auf der Hand, was Tabea widerfährt, weil es plump eingefädelt ist.


Unter anderem habe ich durch manche irrationalen Entscheidungen sowie merkwürdige Ereignisse und schon allein durch Töchterchen Amy sofort durchschaut, worin die Lösung des Rätsels liegt. 


Es gibt so viele Hinweise, wenig plausible Handlungen und ablenkende Ereignisse, dass die großartige Grundidee nicht funktioniert. Ich bin natürlich dran geblieben, weil es sich trotzdem gut lesen lässt. Außerdem musste ich unbedingt wissen, ob meine Vermutung richtig ist. Dennoch hat es mich nicht überzeugt und mir fehlt am Ende der Wow-Effekt.


Der absehbare Schluss war meinem Empfinden nach zu weit hergeholt. Mir ist durchaus bewusst, dass ein Psychothriller nicht immer realistisch sein muss. Trotzdem wirkt der betriebene Aufwand nicht glaubwürdig auf mich. Allein, wenn ich an die finanziellen Ressourcen denke, die hier scheinbar reingesteckt werden, muss ich ungläubig den Kopf schütteln. 


Im Endeffekt ist "Niemand stirbt allein" aufgrund des Stils gut zu lesen und für zwischendurch geeignet. Leider hat der Autor seine Idee zu gewollt vorangetrieben anstatt sie sacht anzustupsen und geschmeidig zu kaschieren, was Spannung und Lesevergnügen hemmt.

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MEINE BEWERTUNG


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