Donnerstag, 26. Dezember 2019

Rezension: Die Sonnenschwester - Lucinda Riley

© Random House
Die Sonnenschwester
| Lucinda Riley |

Verlag: Goldmann Verlag 2019
Seiten: 832 
ISBN: 9783442314478

MEINE BEWERTUNG 

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Elektra, die Prominente

Elektra ist reich, prominent und schön. Immerhin verdient sich die Jüngste der d’Aplièse-Schwestern ihren Lebensunterhalt als Topmodel. Gehetzt von Glanz und Glamour versinkt sie immer mehr im Drogensumpf, wodurch sie an ihre Grenzen stößt. Doch als ihre Großmutter Stella den Laufsteg von Elektras Leben betritt, erfährt sie, woher sie stammt, und warum das Wissen um ihre Wurzeln wichtig ist.

"Die Sonnenschwester" ist der sechste Band der Sieben-Schwestern-Reihe von Lucinda Riley. Obwohl es eigentlich nur sechs Schwestern sind, beschäftigt sich diese Reihe mit der Herkunft der sieben Schwestern aus dem Hause d’Aplièse. Allesamt sind sie von Pa Salt adoptiert und er hat ihnen eine märchenhafte Kindheit in einem Anwesen am Genfer See geschenkt. Mit Pa Salts Tod ist es für die Frauen an der Zeit, sich mit ihrer Herkunft auseinanderzusetzen. Dazu widmet Lucinda Riley jeder Schwester einen eigenen Band.

Elektra ist die Jüngste der Schwestern, die umgeben vom Glamour der Modewelt in New York residiert. Jedoch verzweifelt das attraktive Model immer mehr am eingeschlagenen Weg. Sie verliert sich in einer Spirale aus Männerbekanntschaften, Alkohol und Drogen, und übersieht, dass es andere Möglichkeiten im Leben gibt. 


Doch dann wird Elektra vom Besuch ihrer leiblichen Großmutter überrumpelt. Stella erzählt ihr die Geschichte ihrer Herkunft, worin die Amerikanerin Cecily Huntley-Morgan eine treibende Rolle spielt. 


Damit bleibt Lucinda Riley ihrer bisherigen Vorgehensweise treu und sie teilt den Roman in zwei hauptsächliche Erzählstränge ein. In der Gegenwart begleitet man Elektra, und lernt das Topmodel mit ihren Macken und Allüren kennen. Im Vergangenheitsstrang reist man mit Cecily Huntley-Morgan nach Kenia, wo Elektras Schicksal Jahrzehnte vor ihrer Geburt beeinflusst wird.


Der Part um Elektra war meinem Empfinden nach speziell. Mir war von vornherein bewusst, dass es sich bei ihr um den schwierigsten und kritischsten Charakter der Schwestern handelt. Obwohl sie mir durchgängig nicht sympathisch war, fand ich ihre Entwicklung überzeugend und habe mit ihr gefühlt, was teilweise eine Achterbahnfahrt ist. Besonders gut hat Riley die Abhängigkeit von Drogen und Alkohol sowie Elektras Entzug beschrieben. Auch wenn das Thema an sich nicht unbedingt so packend ist, waren es fesselnde Lesemomente, die insgesamt aufwühlend und bewegend sind.


Allerdings neigt Riley zu einer übertriebenen Gutwilligkeit, weil sie unnötige Nebenhandlungen kreiert und thematisch das Fass zum Überlaufen bringt. Zum Beispiel wird der muslimische Glauben als beiläufiger Strang erkoren, was - meiner Meinung nach - als Ergänzung zu Rassismus, Sucht und sozialer Ungerechtigkeit zu viel gewesen ist.


Herzstück des Romans ist Cecily Huntley-Morgan, die es als junge Frau in den 1940er-Jahren nach Kenia verschlägt. Hiermit hat Lucinda Riley eine Hommage an Tania Blixen und "Jenseits von Afrika" geschaffen, weil es einige Parallelen zu dem Klassiker gibt. Es kommt sogar ein Herr vor, der unverschämte Ähnlichkeit mit Robert Redford hat, was mancher Nebenfigur dieses Romans ins Auge sticht:


"Er erinnert mich ein bisschen an Robert Redford, findest du nicht?" (S. 748) 


Nichtsdestotrotz geht Riley ihren eigenen Weg und lässt das Kenia dieser Zeit lebendig werden. Die weite Savanne, Lebenshunger und selbstgewählte Einsamkeit konkurrieren mit unbändigem Tatendrang, dem Streben nach Sinn und einer Liebe, die erst am Entstehen ist. Cecilys Geschichte hat mich ergriffen, mich berührt und ich habe den Kopf geschüttelt, weil ich so manche Entscheidung dieser Frau kaum ertragen habe.


Für mich ist „Die Sonnenschwester“ ein ergreifender Roman, um Liebe, Familie und Afrika, der den übertriebenen Goodwill und Glamour der Gegenwart in den Schatten stellt. Insgesamt ist es der komplexeste, thematisch schwierigste Band der Reihe, der dank der interessanten Protagonisten auf jeden Fall zu fesseln weiß. 


Letztendlich bin ich nun auf den Abschlussband der Reihe gespannt, und freue mich, wenn es mit dem Geheimnis um die mysteriöse siebente Schwester weitergeht.

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MEINE BEWERTUNG

Die Sieben-Schwestern-Reihe:

1) Die sieben Schwestern [Rezension lesen]
2) Die Sturmschwester [Rezension lesen]
3) Die Schattenschwester [Rezension lesen]
4) Die Perlenschwester [Rezension lesen]
5) Die Mondschwester [Rezension lesen]
6) Die Sonnenschwester


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Kommentare:

  1. Liebe Nicole,
    eine wunderbare Rezension und natürlich musstest du Robert Redford einfließen lassen =) Passt perfekt!
    Meine Rezi wird es erst im Januar geben....
    Hab noch einen schönen Feiertag!
    Martina

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    1. Hallo Martina,

      danke dir! Ja, Robert Redford musste rein, ich hatte während des Lesens ständig sein Bild vor Augen. :D

      Ich hoffe, du hast noch ein paar gemütliche Tage vor dir!

      Liebe Grüße,
      Nicole

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