Freitag, 10. Januar 2020

Rezension: Redwood Love. Es beginnt mit einem Blick - Kelly Moran

© Audible Studios*
Redwood Love. Es beginnt mit einem Blick
| Kelly Moran |

Verlag: Audible Studios 2019
Dauer: 12 h : 02 min 
ASIN: B07N6CV5YL
Sprecher: Dagmar Bittner

MEINE BEWERTUNG

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Wie eine Wolldecke im tiefstem Winter

Avery zieht in die Kleinstadt Redwood, weil sie ihr Ehedesaster hinter sich gelassen hat. Gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter Hailey wagt sie einen Neuanfang. Schneller als gedacht wird mehr als ein neues Umfeld daraus, als sie auf den Tierarzt Cade O‘Grady trifft.

„Redwood Love. Es beginnt mit einem Blick“ ist der erste Band der Redwood-Love-Trilogie und damit der Auftakt der Redwood-Reihe. Dabei ist das Städtchen Redwood zentral, wo den drei O‘Grady-Tierärzten jedes Frauenherz zu Füßen liegt.

Ich bin überhaupt nicht der Typ, der in diesem Genre liest. Normalerweise fühle ich mich bei Thriller und Horror daheim. Zwischen all den grausigen Geschichten habe ich zur Abwechslung mal etwas für’s Herz gebraucht und mich aufgrund der vielen positiven Bewertungen für dieses Buch entschieden.


Protagonistin Avery zieht es nach Redwood, weil hier ihre Mutter lebt. Sie hat eine schlimme Ehe hinter sich und das Töchterchen Hailey ist Autistin, was das Leben insgesamt nicht einfacher macht. 

Gerade einmal in Redwood angekommen, trifft sie auf den anziehenden Tierarzt Cade O‘Grady, der ihr Herz höher schlagen lässt. Hält sie an ihrem Vorsatz fest, dass sie auf keinen Fall eine neue Beziehung will?

Der Schauplatz Redwood ist so gut, dass er sogar in einem Liebesroman fast unwirklich wirkt. Die Menschen sind freundlich, allzeit hilfsbereit, passen aufeinander auf, die meisten kennen sich von Kindesbeinen an, und dank Twitter sind alle zu jeder Zeit über das kleinste Ereignis informiert. In dieser Stadt kann man sich eigentlich nur wohlfühlen, zumindest wenn man keine Privatsphäre braucht.


Ein besonderes Glanzlicht für die Damen des Orts sind die O‘Grady-Tierärzte. Diese drei Brüder sind attraktiv, tierlieb und auf ihre Weise charmant. Es verwundert kaum, dass gefühlt jede Frau ein Haustier hat! 


Avery bekommt sofort einen Job und fängt tatsächlich bei den begehrten O‘Gradys in der Tierarztpraxis an. Kein Wunder, dass früher oder später die Funken fliegen, weil man sich als Single-Frau kaum dem O’Grady-Charme entziehen kann. 


Mir hat mein Ausflug nach Redwood Spaß gemacht. Trotz hohen Kitschfaktors treibt es Kelly Moran derart auf die Spitze, dass man sich der Geschichte von Avery und Cade nicht entziehen kann. Die Autorin bedient alle Wunschvorstellungen des weiblichen Geschlechts und gibt sogar den Bad Boy der Story zum Knuddeln frei. 


Trotzdem gibt es etliche nervende Aspekte, bei denen man die Augen überdreht. Diese bitte ich mit einem Augenzwinkern zur Kenntnis zu nehmen, weil Redwood Love insgesamt einfach nur kuschelig ist: 

Avery befindet sich in einem Zwiespalt, weil sie keine Beziehung will. Diese Tatsache wird immer wieder betont, ständig, am laufenden Band. Cade ist die Geduld in Person, und obwohl er als Weiberheld gilt, hat er nicht eine Frau während des Romans abgeschleppt. Außerdem empfiehlt es sich, dass er beruflich umsteigt, weil er ausgesprochen kompetent mit autistischen Kindern umgeht. Und die Sexszenen sind merkwürdig. Sie sind wunderbar beschrieben, es knistert und prickelt. Aber wenn man genau darüber nachdenkt, sind sie doch ein bisschen weit von der Realität entfernt. Zu guter Letzt ist es mit der Handlung nicht weit her, doch was erwartet man sich von einem leichten Liebesroman? Eben.

„Redwood Love. Es beginnt mit einem Blick“ ist kuschelig wie eine Wolldecke im tiefstem Winter, womit man es sich vorm Kaminfeuer gemütlich macht. Es prasselt, knistert, knackt, und wenn man lang genug dabei bleibt, wird einem warm um's Herz. 

Auch wenn mir das Genre nur bedingt liegt, habe ich wunderbare Stunden in Redwood verbracht. Vielleicht greife ich irgendwann zum nächsten Band. 
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MEINE BEWERTUNG

Reihenweise Wohlfühlen in Redwood: 
1) Redwood Love. Es beginnt mit einem Blick
2) Redwood Love. Es beginnt mit einem Kuss
3) Redwood Love. Es beginnt mit einer Nacht
4) Redwood Dreams. Es beginnt mit einem Lächeln
5) Redwood Dreams. Es beginnt mit einem Knistern


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Kommentare:

  1. "...und gibt sogar den Bad Boy der Story zum Knuddeln frei" - HERRLICH Nicole.^^

    Im Gegensatz zu dir greife ich schon mal eher zu einem Buch wie diesem und dennoch bin ich an der Reihe vorbeigeschlendert, obwohl sie in der Bib steht und mir schon unter die Nase gerieben wurde. Zudem habe ich die neuen Bücher der Autorin vermerkt - Wildflower Summer.

    Ich mag deine Rezi zu dem Buch sehr und es freut mich, dass du solch flauschige Lesestunden hattest. Vielleicht ziehe ich ja doch irgendwann mal nach...neugierig wie ich bin. :D

    Liebste Grüße und ein entspanntes Wochenende wünsche ich dir.

    Hibi

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    1. Hallo Hibi,

      es freut mich, dass dir die Stelle aufgefallen ist. :D Da habe ich mir nämlich richtig Mühe gegeben.

      Ja, es war mal ganz was anderes und ich kann mir gut vorstellen, dass ich zwischendrin öfter zu solchen Büchern greife. Es muss ja nicht immer Mord und Totschlag sein. Jetzt muss ich mir natürlich gleich "Wildflower Summer" ansehen - klingt nach einer perfekten Sommerlektüre bei der einen das Herz aufgeht. :)

      Liebe Grüße und dir ebenso ein feines Wochenende,
      Nicole

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    2. Wilflower Summer? Das werde ich mir auch mal ansehen....=)

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  2. Liebe Nicole,
    da ist sie ja, deine Rezension zu "Redwood Love" =)
    Ich habe das Buch ja vor längerer Zeit in der Mitte weggelegt. Mir war das Redwood Feeling zu viel...hoppla...falsch ausgedrückt von mir, denn gerade das ist es, was alle so am Buch lieben. Ja, es ist "kuschelig", aber es nervte mich kolossal, dass es im Roman total hochgelobt wurde keinerlei Privatsphäre zu haben!
    Ich lebe in einem Dorf mit nicht ganz 2000 Einwohnern und dann nochmals in einen Dörfchen mit ca. 80 Einwohner, das zum anderen Dorf gehört und ich mag es absolut nicht, wenn ein Nachbar anderen Menschen (oftmals mir fremden Menschen) Dinge über mich erzählt, die ich selbst kaum weiß ;) Wo man weiß, wann ich wohin fahre oder wann ich die Toilette benütze..
    Aber wie du schon so lieb schreibst, man soll die Geschichte nicht zu ernst nehmen und ich habe wirklich einige sehr köstliche Rezensionen zum Buch gelesen. Sicherlich liegt es auch an der Stimmung, die man beim Lesen hat. Ich habe zum Beispiel den ersten Band der Marie Force Reihe "Alles, was du suchst" gelesen ((noch)keine Rezension auf dem Blog)...das ist nicht viel anders und da mochte ich diese Dorfgemeinschaft...ist aber genauso kitschig ;)
    Wenn mir mal wieder nach Kuschelfaktor ist, dann werde ich die zweite Hälfte auch lesen. Im Moment bin ich aber im lieber im Mittelalter oder inmitten eines Krimis, egal zu welcher Zeit. Aber das wird sich sicherlich auch wieder ändern ;)
    Alles Liebe
    Martina

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    1. Hallo Martina,

      bzgl. Redwood bin ich absolut bei dir. Das ist ein furchtbarer Ort, in dem ich niemals leben könnte. Dafür ist mir Privatsphäre zu wichtig. :D Aber der Ort ist nur der Rahmen der Liebesgeschichte, daher habe ich dem jetzt gar nicht so viel Gewicht gegeben. Mir hat's Spaß gemacht, ich habe es aber auch von Anfang bis Ende mit einem Augenzwinkern gehört - ich wusste ja schon von anderen Rezensionen, was mich erwarten wird. Für die Weihnachtszeit hat's bei mir perfekt gepasst. :)

      Und wie du schon schreibst, dafür muss man wirklich in der richtigen Stimmung sein, wenn man kein Stammleser in dem Genre ist.

      Liebe Grüße & schönes Wochenende,
      Nicole

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  3. OMG...ihr zwei...ich glaube, ich lebe in Redwood und wusste es bis eben gar nicht.^^
    Zwar ist unser Örtchen hier etwas größer, ABER wir wohnen in einer `Sackgasse´ nur mit DHH...eine kleine Sackgasse...eine eigene kleine Welt. Da spielen die Kinder noch auf der Straße, man bringt sich gegenseitig etwas vom Einkaufen mit, in den Sommermonaten sitzt man zusammen, ABER der andere weiß auch, bis wann du auf warst, wann du aufgestanden bist, wer im Schlafi am Briefkasten war, etc. Der Zusammenhalt ist fantastisch, man darf halt nur keinen schlechten Tag haben, an dem einen die Privatsphäre wichtig ist. :D

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    1. Hibi, du wohnst wohl wirklich in Redwood. XD Habt ihr auch drei heiße Tierärzte anzubieten? Das wäre dann eine Empfehlung für die eine oder andere Single-Freundin.

      Bei unseren Dörfern ist es meist Boshaftigkeit, die es zum furchtbaren Umfeld macht. Gar nicht, weil jeder alles weiß, doch es wird immer gleich geurteilt, und jeder weiß immer besser, wie man sein Leben führen soll. Ich denke, das meint Martina.

      Wir haben nicht einmal direkte Nachbarn, was es recht angenehm macht. Doch letztens wollten mein Mann und ich an einem Wochentag spazieren gehen. Da wurde uns gesagt, dass das nicht gut ist, weil sonst denken die Leute, wir würden nicht arbeiten gehen. :D

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    2. Ähm...nein. So ein Mist aber auch...nur die Billig-Version von Redwood.^^

      Aber zum Glück sind wir uns nicht ganz unähnlich, sodass von Boshaftigkeit keine Rede sein kann. Die Schilderungen von euch beiden sind da schon sehr anstrengend. Könnte ich auch nicht haben und wollen würde ich das schon gar nicht.

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