Montag, 15. Juni 2020

Rezension: Mörderische Renovierung - Edgar Cantero

© Golkonda Verlag
Mörderische Renovierung
| Edgar Cantero |

Verlag: Golkonda Verlag 2018
Seiten: 420
ISBN: 9783946503491

MEINE BEWERTUNG 

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Skurrile Geisterhausgeschichte

Der letzte Wells hat sich von seinem Schlafzimmerfenster im Axton House in den Tod gestürzt. Wenige Monate später tritt ein seltsames europäisches Paar sein Erbe an. Das angebliche Spukhaus hat damit neue Bewohner, die in ihrer Merkwürdigkeit der Geschichte des Hauses um nichts nachstehen.

„Mörderische Renovierung“ ist ein spezieller Gruselroman, der neben der faszinierenden Handlung aufgrund der außergewöhnlichen Erzählform und Aufmachung überaus lesenswert ist.

Das Buch wurde mir als besondere Schauerlektüre empfohlen. Da ich grundsätzlich immer auf der Suche nach Horrorliteratur, Gruselromanen und speziellen Büchern bin, habe ich „Mörderische Renovierung“ nicht zu lange warten lassen und mich auf Geistersuche ins Axton House gewagt.

Von Anfang an ist das Buch sehr, sehr speziell. Die Protagonisten sind der Erbe A. und seine Gefährtin Niamh, die allein wegen ihrer europäischen Herkunft aus dem gewohnt-amerikanischen Rahmen des Axton Hauses fallen.  

A. und Niamh ziehen in das Haus ein und treten somit das Erbe der Familie Wells an. Das Haus hat einen eigentümlichen Ruf, die Bewohner ebenso. Es ranken sich Schauergeschichten um das Anwesen und bald haben A. und Niamh geistvolle Erlebnisse. Das mysteriöse Gespann lässt sich davon nicht beirren, und von Beginn an fühlt es sich an, als ob sie eine Mission erfüllen. 

Das Anwesen selbst ist riesig, höchst elegant und tatsächlich gruselig. A. und Niamh verirren sich des Öfteren in den zahlreichen Räumlichkeiten, stöbern durch Papiere oder verlaufen sich am Weg in die Küche. Obwohl die enormen Ausmaße des Hauses Ehrfurcht gebietend sind, merkt man schnell, dass sich das seltsame Paar wohlfühlt, und sich auf ganz andere Details konzentriert. Das Schlafzimmer - aus dem sich der entfernte Verwandte von A. aus dem Fenster stürzte - wird sozusagen als Hauptquartier auserkoren. Bald leidet A. unter grausigen Träumen, die ihn bis in die Realität verfolgen.

„Mörderische Renovierung“ ist keine typische Gruselhausgeschichte. Zwar bildet das Haus mit seinen Geistererscheinungen den Rahmen, doch im Mittelpunkt steht eigentlich dieses eigenartige europäische Paar, das genauso geheimnisvoll wie die Geschehnisse im Haus ist. 

Edgar Cantero hat dazu eine aufregende Erzählform gewählt, die mich als Leser von Beginn an faszinierte. Es wird anhand von Notizen, Briefen, Transkripten von Gesprächen sowie Videoaufzeichnungen, Verhören, Bestellscheinen oder Telefongesprächen berichtet. Daraus ergibt sich ein spezielles Sammelsurium, das die Geschichte von Axton House erzählt. 

Der Roman spielt in den 1990er-Jahren, den technischen Hilfsmittel entsprechend wird die Handlung erzählt. A. und Niamh platzieren Kameras mit Bewegungsmelder im Haus. Als Leser ist man in gewisser Weise anhand der Videotranskripte live dabei, wenn sich in Axton House etwas regt. Außerdem wird häufig an die geheimnisvolle Tante Liza geschrieben, wodurch die Gedanken und Gefühle der Protagonisten veranschaulicht sind. 

Die Atmosphäre ist fesselnd und faszinierend zugleich. Mir hat es zuerst die spezielle Erzählform angetan, im weiteren Verlauf hat mich die sonderbare Handlung umgehauen. Anfangs dachte ich, dass es sich nur um eine gewöhnliche Geistergeschichte handelt, die auf außergewöhnliche Weise erzählt wird. Doch je weiter man sich durch Transkripte und Notizen liest, desto gewisser ist, dass es in eine sehr abgefahrene Richtung geht. Dazu mag ich gar nicht mehr sagen, weil es ansonsten das Lesevergnügen nimmt.

„Mörderische Renovierung“ ist skurril, überraschend und teilweise unheimlich, und meiner Meinung nach ein originelles Buch, dass sich bei Grusel- , Schauer- und Horror-Freunden einen Regalplatz verdient. 
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MEINE BEWERTUNG

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Kommentare:

  1. Hi Nicole!

    Das hört sich wirklich toll an und ich freu mich grade noch ein bisschen mehr auf das Buch. Ich denke, da werde ich dann auch nicht mehr lange warten können ... ich sammle ja eigentlich immer ein bisschen für den Oktober, also die "Vor-Halloween" Wochen, aber ich denke nicht, dass ich das Buch so lange liegen lassen kann ^^

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Hallo Aleshanee,

      na, da bin ich gespannt, was du dazu sagen wirst. :D Es ist tatsächlich sehr speziell, doch das mochte ich recht gern. Die Gruselatmosphäre war weniger zentral. Also, das Buch lässt sich auch bestimmt außerhalb von Halloween gut lesen.

      Haha, ja, das ist ein guter Plan, sich ein paar Horror- und Gruselbücher für die Jahreszeit anzusammeln. Ich mag das Genre halt das ganze Jahr über total gern. Deshalb läuft es bei mir fast umgekehrt. An Halloween kann ich Tipps bei anderen einsammeln, die ich dann über das nächste Lesejahr verteile. :)

      Liebe Grüße,
      Nicole

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    2. Ich hab das Genre ja eine zeitlang sehr vernachlässigt. Dann hab ich mir vorgenommen, wenigstens in den Wochen vor Halloween mich damit ein bisschen in die richtige Stimmung zu bringen ^^
      Mittlerweile, durch meine Stephen King read und re-read Vorhaben, hab ich wieder mehr Lust darauf bekommen und lese ja jetzt auch immer wieder eins zwischendurch - es wird also mehr xD

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    3. Ja, ist mir schon aufgefallen, dass du wieder mehr Geschmack an Horror findest. Ich denke, das kommt manchmal so phasenweise - egal, um welches Genre es sich handelt. Zwischen den ganzen düsteren Büchern, brauche ich dann wieder ein bisschen Herzflatter, Emotion oder einen geradlinigen Krimi.

      Jedenfalls - mich freut es, dass du mehr in die Richtung liest. Bei dir greife ich immer wieder gute Tipps ab. :)

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  2. Huhu Nicole :D

    Na, da hast du mich jetzt natürlich angefixt :D Ich find ja schon das Cover so toll, so schön oldschool! :D

    Diese Erzählart klingt auch echt interessant! Ich mag auch Bücher, die nur aus Briefen oder Chatverläufen bestehen! :D Da klingt das hier wirklich toll, dadurch kann echt eine ganz besondere Atmosphäre entstehen!

    Vielen lieben Dank für den Tipp!

    Liebe Grüße
    Jessi

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    1. Hallo Jessi,

      dieses Buch ist wirklich ganz eigenartig. Ich mag das auch, wenn eine Geschichte durch solche Stilmittel erzählt wird. Gruselig ist es meinem Empfinden nach aber nicht, ein bisschen unheimlich vielleicht.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  3. Hallo Nicole,
    oh ja, das Buch mochte ich auch sehr gerne. :)
    Es ist einfach was besonders wie du schon sagst. Mich hat es damals auch einfach total umgehauen.
    Ich verlinke dich mal bei meiner Rezension.
    Liebe Grüße
    Diana

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    1. Hallo Diana,

      vielen Dank für die Verlinkung! :)
      Das Ende fand ich total strange. Irgendwie ahnt man, dass da etwas unter der Oberfläche brodelt. Doch die Richtung hätte ich mir nie vorgestellt. Und der gesamte Aufbau ist einfach genial. So etwas mag ich sehr.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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    2. Bei dem Ende habe ich eigentlich mal auf eine Art Fortsetzung gehofft. Aber auch so kann man das Buch wunderbar lesen.
      Und ich weiß was du meinst, so einen Aufbau wie in diesem Buch mag ich auch immer sehr. Das hebt sich von der Masse ab. :)

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  4. Huhu meine Feine!

    Einige eher enttäuschte Stimmen hab ich dazu vernommen, aber auch viele begeisterte und auch du machst mich gekonnt neugierig auf den Titel. Ich glaube, es führt langsam kein Weg mehr an einem Kauf vorbei *lach

    Mukkelige Grüße!

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    1. Hallo Janna,

      es ist halt sehr speziell und man muss sich wohl wirklich darauf einlassen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es nicht jeden gefällt. Es ist doch eigenartig zusammengestellt. Bei mir hat's aber einen Nerv getroffen, mich hat's fasziniert. Gruselig fand ich es im Großen und Ganzen nicht. Es ist keine typische Geisterhaus-Geschichte.

      Liebe Grüße & schönen Sonntag,
      Nicole

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    2. Gefällt nicht allen, eigenartig zusammengestellt - zwei Punkte die mich besonders neugierig machen (=

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    3. Oh ja, dafür bin ich auch sehr anfällig. ^^

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  5. Hi Nicole,

    ich bin erleichtert, dass es dir auch so gut gefallen hat. Wäre echt blöd gewesen, wenn es gegenteilig gewesen wäre, nach dem ich dich so damit angefixt hatte.
    Mit dem Ende hatte ich so komplett gar nicht gerechnet. Das hat es für mich noch mal perfekt abgerundet.
    Leider kommt vom Autor nichts mehr nach. Ich würde gerne wieder eine Geschichte von ihm lesen.
    Liebe Grüße
    Laura

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    1. Hallo Laura,

      naja, das hätte doch auch nichts gemacht. Geschmäcker sind eben unterschiedlich und manchmal passt's halt dann doch nicht. Aber, dein Tipp war sehr, sehr fein. Ich habe es total gern gelesen.

      Nein, das stört mich gar nicht, dass es keine Fortsetzung gibt. Dann wäre der Schnippselzauber weg, weil man ja den Effekt am Ende nicht mehr hat. Man würde dann schon die Richtung kennen. Aber vielleicht ist uns der Autor mal ein neues Werk vergönnt?

      Liebe Grüße,
      Nicole

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    2. Genau das meinte ich!^^ Ein Fortsetzung brauche ich zu diesem Titel auch nicht, aber mehr vom Autor in diese Richtung wäre schon echt toll!
      Mal abwarten, vielleicht passiert da ja noch etwas.
      Liebe Grüße
      Laura

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    3. Stimmt, Laura. Vielleicht legt Edgar Cantero noch etwas nach. Zumindest scheint es auf Englisch weitere Bücher von ihm zu geben.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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