Mittwoch, 7. März 2018

Rezension: Stark. The Dark Half - Stephen King

© Random House
Stark. The Dark Half
| Stephen King |

Verlag: Heyne Verlag 2009
Seiten: 544 
ISBN: 9783453433984

MEINE BEWERTUNG 

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Die dunkle Seite

Schriftsteller Thad Beaumont will sich von seinem Pseudonym verabschieden. Doch nachdem er sich von dem Namen George Stark offiziell getrennt hat, geht ein blutrünstiger Mörder um, der ausgerechnet Thad Beaumonts Fingerabdrücke hat ...

Stephen Kings "Stark. The Dark Half" ist ein blutiger Horror-Roman, der im Stil von Robert Louis Stevenson mit den zwei Seiten der Medaille spielt. 

Auf der einen Seite gibt es den bekannten Autor Thad Beaumont, der es mit seinen Büchern zumindest zu Preis-Nominierungen und passablen Verkaufszahlen bringt. Im Gegensatz zum berüchtigten George Stark, schlagen seine Bücher aber nicht so in den Bestseller-Listen ein. Stark punktet durch Blutrünstigkeit und einem rasiermesserscharfen Protagonisten, dem keine furchtsame Regung entgeht.

Für Beaumont ist es an der Zeit dem bösen Stark offiziell "Adieu" zu sagen, weil er in der Hand eines Erpressers ist. Außerdem ist es ganz nett, auf diese Weise einen PR-Gag zu veranstalten und Stark im wörtlichen Sinn zu Grabe zu tragen. 

Doch was, wenn sich das fiktive Pseudonym dem inszenierten Tod widersetzt und zu mordgieriger Realität wird?

Meiner Meinung nach hat Stephen King hier mal wieder eine wahre Horror-Vision kreiert, die vielleicht manchem Autor das Blut in den Adern gefrieren lässt. King lässt Beaumonts Pseudonym auferstehen, haucht im Leben ein und dieser werkt wie eine Furie, um nicht als Fiktion begraben zu werden.

Beaumont holt die Realität schnell ein, weil seine Fingerabdrücke bei Mordopfern gefunden werden. Die Polizei hat ihn im Visier, George Stark sitzt ihm im Nacken und er selbst kann nicht begreifen, wie es überhaupt erst dazu gekommen ist.

Bei diesem Buch spritzt das Blut, verwest das Fleisch und stinkt der Eiter, wobei alles Geschehen von einer bedrohlichen Aura umgeben ist. Setzt sich das Böse durch oder wird das Gute siegen? Und wie ist es überhaupt dazu gekommen, dass zwei Seiten einer Person lebendig sind?

King geht auf etliche Themen ein, die sogar in natürlichen Vorkommnissen ihren Ursprung haben. Davon will ich hier allerdings nichts erzählen, weil man es beim Lesen selbst erfahren soll. Jedenfalls räumt er dem schriftstellerischem Schaffensprozess viel Platz in diesem Werk ein, was für versierte Kingleser bestimmt hoch interessant zu lesen ist. Meiner Meinung nach geht er mit "The Dark Half" auch die dunkle Seite des Schriftstellerseins an. Er reisst Sorgen sowie Probleme an, die mit dieser Berufung verbunden sind und wenig im Rampenlicht stehen.

Ich habe Stephen King erneut von einer anderen Seite kennengelernt, weil er in „Stark. The Dark Half“ relativ viel Blut einsetzt und dennoch das Mysteriöse zum Zug kommen lässt. Es hat mir gut gefallen! Besonders beim ersten Drittel bin ich an den Seiten geklebt. Danach lässt die Spannung etwas nach, weil die Handlung fast zu glatt über die Bühne geht. Schnell hat man den Dreh raus und ahnt sehr früh, wie das alles wohl enden wird. Dafür ist die Grundidee schaurig, grauslich und Furcht einflößend zugleich, und wird von King in blutige Details zerlegt.

Der Schreib- und Erzählstil ist gewohnt souverän und phänomenal. Von kleinen Details bis zu großen Zusammenhängen ist alles dabei, was das Horror-Herz begehrt. 

Meiner Ansicht nach ist „Stark. The Dark Half“ ein Horror-Roman für den blutliebenden Leser geschrieben, der sich für Schreibprozesse von Schriftstellern interessiert und sich gern vom Mysteriösem fesseln lässt. 
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MEINE BEWERTUNG

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Kommentare:

  1. Huhu Nicole :D

    Das Buch habe ich in meiner Jugend gelesen und ich fand es damals schon echt krass. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir hier der Thad Beaumont, ich stehe ja total drauf, wenn Stephen King Autoren als Protagonisten einsetzt! :D

    Vor kurzem habe ich übrigens den Film hier zu diesem Buch gesehen und fand ihn ebenfalls echt krass! :D Kann ich dir nur empfehlen!

    Liebe Grüße
    Jessi

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    1. Guten Morgen, Jessi!

      Den Film mag ich mir gar nicht vorstellen, da stellen sich mir die Nackenhaare auf! XD Bei Büchern kann man ja oft selbst entscheiden, wie weit das Kopfkino gehen darf ...

      Ich mag es auch gern, wenn Kings Hauptpersonen Autoren sind. Da schimmert dann immer etwas von ihm selbst durch, bilde ich mir ein.

      Bei seinen Büchern staune ich, wie vielseitig er schreiben kann. Er weiß laufend zu überraschen.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  2. Hallo Nicole,

    es ist schon eine Weile her, als ich das Buch gelesen habe, doch ich fand es auch sehr packend! Stimmt, es ist sehr gut King-Horror, bei dem mir aber vorallem die mysteriösen Vorkommnisse gefallen haben. :)

    Liebe Grüße
    Nicole

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    1. Hallo Nicole,

      es war mysteriös, aber von der Handlung her total geradlinig. Das fand ich mal spannend, weil King eher zu Schnörkeln neigt. Es war toll!

      Liebe Grüße,
      Nicole

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