Montag, 6. Juli 2020

Rezension: Max & Moritz - Wilhelm Busch

Cover: Max & Moritz
© Fischer
Max & Moritz
| Wilhelm Busch |

Verlag: Fischer Verlag 2015 (erstmals 1864) 
Seiten: 80
ISBN: 9783596520978

MEINE BEWERTUNG 

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Eine Bubengeschichte in sieben Streichen

Max und Moritz sind perfide, weil man sie sonst nicht kennen würde:

Es war einmal als kleines Kind,
da las ich ein Buch geschwind.
Von bösen Buben und ihren Streichen,
als würde das nicht reichen,
habe ich als Erwachsene nicht gekniffen,
und erneut dazu gegriffen.

Die Streiche von Max und Moritz sind den meisten von uns - zumindest in groben Zügen - bekannt. Ich erinnere mich, dass ich mich als Kind ohnehin vor größeren Buben gefürchtet habe, und mich Wilhelm Busch mit seiner bösartigen Knabengeschichte in meiner Furcht bestärkte.

Die Streiche von Max und Moritz sind erstmals 1864 erschienen und angeblich handelt es ich um eines der meistverkauften Kinderbücher aller Zeiten. Ich habe dazu gegriffen, weil Wilhelm Busch nicht nur meine Kindheit prägte, sondern ich auch als Erwachsene bei besonderen Anlässen gerne aus seinen Werken zitiere. Wer rasch einen Spruch oder sogar ein Gedicht für eine Glückwunschkarte braucht, hat mit Wilhelm Buschs Werken einen wahren Schatz für jede Gelegenheit - inklusive Augenzwinkern - parat. 

Die Geschichte von Max und Moritz besteht aus einem Prolog, den sieben Lausbubenstreichen und dem Epilog. Dabei sind die Reime von Bildern ergänzt, woraus sich eine Bildgeschichte ergibt. 

Max und Moritz sind zwei böse Buben, die in ihrer Stadt fiese Streiche spielen. Dabei ist die Grenze des guten Geschmacks oder der Lausbuben-Verfehlung schnell überschritten, weil die zwei mit richtig harten Bandagen kämpfen: Pfeifen explodieren, Tiere verenden und Kinder werden in den heißen Ofen gesteckt. Daraus ergibt sich ein deutlicher Hang zu Brutalität, der in seiner Grausamkeit überlieferten Märchen und typischen Geschichten vergangener Zeiten entspricht.

Zwar werden diese Geschichten und witzigen Reime meistens jüngeren Lesern präsentiert, doch ich denke, dass sich Wilhelm Busch gleichermaßen an die Erwachsenen richtet. Mit schelmischen Blitzen in den Augen, scharfer Zunge und schwarzem Humor wird von den berüchtigten Streichen des Knaben-Gespanns erzählt, was - zumindest bei mir - zu Dauerschmunzeln führt.

Ich wage nicht zu beurteilen, inwiefern diese schrecklichen Taten und Begebenheiten für junge Leser geeignet sind. Aber als Erwachsene sehe ich „Max und Moritz“ als literarisches Erbe unserer Kultur, mit dem ich mich zwischendurch gern beschäftige. 

Wer - wie ich - manchmal gern in literarischen Kindheitserinnerungen schwelgt, hat mit diesem kleinen, feinen Büchlein nostalgische Lektüre für schelmische Momente zur Hand. Ich mochte es jedenfalls gern, auch beim wiederholten Mal. 
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MEINE BEWERTUNG

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Kommentare:

  1. Huhu Nicole :D
    Da werden Kindheitserinnerungen wach :D Ich hab damals die Verfilmung ja mit dem Ende echt verstörend gefunden xD Aber ich hatte auch als Kind ein Buch mit der Geschichte und mochte es sehr. Damals hat meine Oma noch gelebt und mir immer daraus vorgelesen, das war schön. Leider hatten meine Eltern nie irgendeinen Bezug zu Büchern und dann hörte das "Vorgelesen bekommen" irgendwann auf ... Aber dennoch bleiben doch die Erinnerungen!

    Liebe Grüße
    Jessi

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    1. Hallo Jessi,

      ich glaube, ich habe nie einen Film davon gesehen. Aber als Kind im Kindergarten kann ich mich dunkel an diese Lausbuben erinnern. Jetzt als Erwachsene fällt mir der Sprachrhythmus der Geschichte erst richtig schön auf. Das hat schon Unterhaltungswert.

      Mir wurde als Kind auch nicht viel vorgelesen. Meine Eltern waren keine Leser. Aber ich habe immer nach Geschichten und Bücher gegiert. Eigentlich ganz, ganz merkwürdig. Ich bin wohl schon mit dieser Bücher- bzw. Lesegier zur Welt gekommen. XD

      Liebe Grüße,
      Nicole

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    2. Huhu Nicole,

      Haha, ja das war bei mir auch so. Ich war in der Grundschule dauernd in der Bücherei und war so froh, die Welt der Bücher zu haben ... Und meine Eltern könnten das gar nicht verstehen. Schon seltsam, wie man gewisse Leidenschaften ohne direkte Einflüsse entwickelt.

      Liebe Grüße
      Jessi

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    3. Guten Morgen, Jessi!

      Ja, das ist manchmal ganz merkwürdig. Mein Vater fragt sich bis heute, woher meine intensive Liebe zu Büchern kommt. Meine Eltern haben es aber immer als einen Teil von mir angenommen. Es gehört einfach zu mir - und dass irgendwie von Anfang an. :D

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  2. Hey Nicole,

    hach wie schön :) Ich besitze das "Große Wilhelm-Busch-Buch" und da sind auch Max und Moritz mit drin. Kennst Du "Die fromme Helene?". Das liebe ich auch :D

    Liebe Grüße Melli

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    1. Hallo Melli,

      ich glaube, ich hatte dieses "Große Wilhelm-Busch-Buch" als Kind. Leider hat es die Jahre bis ins Erwachsenenzeitalter nicht überstanden, obwohl ich nach wie vor Bücher aus meiner Kindheit wie einen kostbaren Schatz hüte.

      Nein, an die fromme Helene kann ich mich leider nicht erinnern.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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