Dienstag, 21. April 2020

Rezension: Anton Serkalows Nighthunter. Sammelband 1 - Anton Serkalow

© Anton Serkalow
Anton Serkalows Nighthunter. Sammelband 1
| Anton Serkalow |

Verlag: Independently published 2019
Seiten: 366 
ISBN: 9781072781837

MEINE BEWERTUNG 

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Gruseliges im Wilden Westen

Vampire und Werwölfe neben Cowboys und Indianer? Anton Serkalow hat in diesem Sammelband dem Wilden Westen ein grauenvolles Gesicht verliehen: Geister, Ghule, Zombies und Dämonen mischen den westlichen Teil der USA ordentlich auf. 

Anton Serkalows Nighthunter - bestehend aus Vampir Louis Royaume und dem Gestaltwandler Geistwolf - preschen durch staubige Prärie, galoppieren über Stock und Stein, und schreiten bei mysteriösen Vorfällen hilfreich ein.

Dieses merkwürdige Duo ist ein Fall für sich. Louis Royaume ist der edle, blasse Blutsauger wie man ihn aus herkömmlichen Vampirromanen kennt. Schwarze Eleganz trifft auf geifernde Gier, die er - ganz der Gentlemen - zu unterdrücken weiß. Trotz des klassischen Gehabes, der noblen Blässe und der eloquenten Art, streift er als Cowboy durch den Westen.


An seiner Seite befindet sich Geistwolf, der das Gespann als indianischer Part ergänzt. Der Gestaltwandler ist für den bleichen Freund immer zur Stelle, da sie eine gemeinsame Mission erfüllen, und sich durch ihre mystische Natur verbunden sind. 


In diesem ersten Sammelband sind drei Abenteuer der Nighthunter vereint. In „Die Nacht der Ghule“ heißt es einen Raubüberfall zu überstehen, während in „Die Zombies von Pine Hill“ die Untoten über ein Dorf herfallen, und es bei „Custers letzter Ritt“ gespenstisch wird.


Anton Serkalow vereint Horror-Elemente gekonnt mit dem Wilden Westen der USA. Diese ungewohnte Mischung punktet durch Esprit, Hintergrundwissen und mythischen Charme.


Man merkt, dass der Autor weiß, wovon er schreibt. Anhand von Fußnoten sind historische Zusammenhänge angemerkt, es gibt zahlreiche Verweise zur Wild-West-Popkultur - sei es über Karl May bis zum klassischen Western - und Waffen, Gerätschaften sowie gesellschaftliche Eigenheiten sind außerhalb der Anmerkungen in die einzelnen Geschichten verwebt.


Die Geschichten selbst finde ich gut, meinem Geschmack nach sind sie aber zu kurz. Ich bin allgemein kein Freund von Kurzgeschichten, weil ich mich darauf nicht vollends einlassen kann. Sobald ich ins Geschehen eintauche, kommt es zum Höhepunkt und schon ist es wieder vorbei.


Dennoch hat jede Geschichte in diesem Sammelband ihren eigenen Charme und ist in gruseliger Perfektion gehalten. In „Die Nacht der Ghule“ lernt der Leser das ungewöhnliche Duo kennen, erfährt von seiner Mission und wird blutigst ins Geschehen eingeführt. „Die Zombies von Pine Hill“ fand ich sogar noch besser, weil hier grausiges Leichen-Leben auf den Wilden Westen trifft, allerdings waren mir Louis und Geistwolf fast zu stark im Hintergrund. „Custers letzter Ritt“ ist eine hervorragende Gespenstergeschichte, die ich bildlich vor mir gesehen habe, und schon recht gruselig fand. 


Alles in allem finde ich die Idee um die Nighthunter im Wilden Westen exzellent, die Umsetzung ist äußerst gelungen und die Schauer-Elemente laden zum wohligen Gruseln ein. Wer Kurzgeschichten, Horror und den Wilden Westen mag, sollte sich unbedingt den ersten Teil der Serie oder gleich den gesamten Sammelband 1 schnappen.

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MEINE BEWERTUNG


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