Dienstag, 5. Januar 2021

Rezension: Frostgrab - Allie Reynolds

| Allie Reynolds |

Verlag: Harper Collins 2020
Seiten: 416 
ISBN: 9783959675529

MEINE BEWERTUNG 
- ★★★★ - 



Frostige Freundschaft

Snowboarderin Milla trifft sich in den französischen Alpen mit ihren Freunden von früher wieder. Zehn Jahre ist es her, dass sie sich gemeinsam an die sportliche Spitze kämpften, bis eine Tragödie den Traum beendete. Was als unschuldiges Treffen beginnt, wird zur lebensbedrohlichen Gefahr. Sie sind allein auf der eisigen Bergspitze, die Seilbahn steht still und ein Psychospielchen beginnt.

„Frostgrab“ ist ein winterlicher Psychothriller von Allie Reynolds, der in den eisigen Höhen der französischen Alpen spielt, und packend umgesetzt ist.

Die Freunde von damals treffen auf der Bergspitze ein, und schon regt sich Unwohlsein. Plötzlich ist die Seilbahn ausgefallen, es ist kein Mensch außer ihnen da, ihre Handys sind verschwunden, und sie stellen sich die Frage, wer sie überhaupt eingeladen hat. 

Die Ausgangslage ist nicht neu. Ein paar Freunde von früher treffen sich an einem einsamen Ort, und ein Racheengel schwingt das Schwert der Vergeltung. Allerdings hat Autorin Allie Reynolds dieses altbekannte Thema exzellent umgesetzt und einen fesselnden Pageturner geschrieben. 

Protagonistin Milla ist der Dreh- und Angelpunkt für das Geschehen. Vor zehn Jahren hat sie ihre Snowboard-Karriere beendet und in Rückblenden kehrt man zum gleichen Ort, mit denselben Menschen in die Vergangenheit zurück. Diese Passagen sind stark vom Sport geprägt. Sie veranschaulichen Millas Ehrgeiz, das letzte bisschen Kraft, aus ihren Muskeln zu holen, sich den Weg an die Spitze zu bahnen und alles andere hinter ihre Ambitionen zu stellen. 

Außerdem kommt die Gruppendynamik von damals exzellent zur Geltung. In der Rückschau erfährt man, wie die ehemaligen Snowboarder Freunde geworden sind, mit welch harten Bandagen sie um den ersten Rang kämpfen, und das manch einer für den sportlichen Erfolg beinah über Leichen geht. 

Interessant waren die Veränderungen, die seither auf der Skipiste eingetreten sind. Zum Beispiel fuhr kaum jemand mit Helm, was mittlerweile zum Standard und in vielen Skigebieten zur Pflicht geworden ist. 

In der Gegenwart sitzen sich die gescheiterten Sportlerträume gegenüber, schauen auf eingeschneiten Ruhm zurück, und grollen den Unstimmigkeiten von damals hinterher. Als Leser weiß man von Beginn an, dass vor zehn Jahren eine Tragödie geschehen ist, und dieses Ereignis nach wie vor an den Sportlern zehrt. Die Autorin spart sich die Details des Unheils bis zum Ende auf, was den Verlauf noch mitreißender macht.

Mit dem Setting war meine Neugier entfacht. Allie Reynolds hat den Ablauf ausgesprochen geschickt eingefädelt, und dabei den boshaften Kampfgeist der Sportler in den Vordergrund gestellt. Biestiges Verhalten und Konkurrenzdenken stehen beim Training an der Tagesordnung, und so mancher gewinnt, weil er den Gegner im Schnee einfahren lässt. 

Die Pistenstimmung zieht sich bis in die Gegenwart, nur dass hier ungemütliche Kälte und eisige Böen, zwischen den Freunden und als Bedrohung vom Berg, spürbar sind. 

Die frostige Atmosphäre finde ich fesselnd und genial umgesetzt, und sie hat den Lesespaß enorm angetrieben.

Die Handlung ist insgesamt vorhersehbar, wobei einige fiese Kniffe zum Zug kommen, die richtig hart zu lesen sind. Trotz des wenig überraschenden, und meinem Geschmack nach übertriebenen, Endes, hat es mir großen Spaß gemacht, mit Milla und ihren Freunden der eiskalten Wahrheit ins Gesicht zu sehen.

Im Endeffekt ist „Frostgrab“ ein außerordentlich guter Psychothriller, der sich aufgrund von Spannung, Szenerie und Setting flott lesen lässt. Ich habe damit fesselnde Lesestunden verbracht und bin mir sicher, dass andere Thriller-Fans ebenso Freude an der frostigen Freundschaft haben werden. 
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MEINE BEWERTUNG

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Kommentare:

  1. Hallo Nicole,
    nun haben wir tatsächlich am selben Tag die Rezi zu Frostgrab eingestellt =) Deine finde ich sehr gut!!!!
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Hallo Martina,

      das ist ja witzig. :D Hätten wir es darauf angelegt, wäre es sicher nichts geworden.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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  2. Huhu Nicole :D

    Also mich hat das Buch ja mal wieder bestens unterhalten und irgendwie gezeigt, dass dies hier genau mein Genre ist :D Nur gibts zu wenig in dem Bereich :D

    Ich muss ja sagen, dass ich mit der AUflösung in der Form nicht gerechnet hatte, für eine Person hatte es ja echt etwas sehr Tragisches ... :D

    Liebe Grüße
    Jessi

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    1. Hallo Jessi,

      die eine Person hat mich auch überrascht, aber das Ende an sich war gar nicht überraschend und zu stark hingebogen. Das ist halt meistens mein Kritikpunkt und da tun sich wohl fast alle Autoren schwer mit mir. :D

      Ansonsten fand ich es richtig, richtig gut. Ich hoffe, dass wir mehr von der Autorin zu lesen kriegen.

      Liebe Grüße,
      Nicole

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