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| © Quelle: Amazon* |
| Rowen Chambers |
Verlag: Joffe by dp 2025
Seiten: 376
ISBN: 978-3690904162
MEINE BEWERTUNG
- ★★★★★ -
ISBN: 978-3690904162
MEINE BEWERTUNG
- ★★★★★ -
Kurzweilige Spannung im winterlichen Setting
Statt Spaß und Erholung in den Bergen erwartet Beth ein mörderische Auszeit. In einer abgelegenen Luxushütte abgeschnitten von der Außenwelt, wird der Freundestrip zum gefährlichen Kammerspiel.
Bei diesem Thriller haben mich Cover und Klappentext sofort gehabt. Winterliche Settings haben bei mir ohnehin einen Bonus, und die verschneite Abgeschiedenheit dieses Ferienhauses hat genau meinen Nerv getroffen. Kurzerhand habe ich mir das Buch ohne großes Überlegen gegönnt. Ich war tatsächlich ein klassisches Werbeopfer. Aber ich habe es nicht bereut.
Beth reist gemeinsam mit ihren Mann Derek zu einem jährlichen Treffen mit Freunden aus College-Zeiten. Normalerweise findet dieses Wiedersehen im Sommer statt. Dieses Mal haben sie sich für einen Winterurlaub in den Bergen von New Hampshire entschieden. Untergebracht sind sie in einem luxuriösem Ferienhaus, das weniger rustikal sondern sehr komfortabel wirkt.
James' wohlhabende neue Frau Olivia hat diesen Ort ausgewählt. Sie sorgt dafür, dass es der Gruppe an nichts fehlt. Sie kocht, organisiert und behält alles im Blick. Trotz dieser Fürsorge bleibt sie auf Distanz. Insbesondere Beth gegenüber, die trotz reger Versuche keine Nähe zur Gastgeberin aufbauen kann.
Erzählt wird die Geschichte überwiegend aus der Perspektive von Beth. Sie ist keine Figur, die ich sofort ins Herz geschlossen habe. Auf mich wirkt sie nervös, angespannt und überfordert von den Umständen. Schon die Anreise bereitet ihr Unbehagen. Die Abgeschiedenheit, der Schnee und die Vorstellung von der Außenwelt abgeschnitten zu sein, wühlen sie regelrecht auf. Dazu kommt der Druck, weil sie gleich nach dem Urlaub einen neuen Job antritt. All das macht sie unruhig und wirklich anstrengend. Gleichzeitig hat genau diese Unruhe mein Leseerlebnis intensiviert. Ihre ständige Alarmbereitschaft hat mich dazu gebraucht, genauer hinzuschauen und Situationen kritischer zu betrachten. Innerlich habe ich mir aber mehr als einmal gedacht, sie möge sich bitte zusammenreißen.
Zur Gruppe stoßen neben den altbekannten Freunden neue Konstellationen hinzu. Olivias beste Freundin Shelby bringt ihren Bruder Ryan mit. Ryans Verhalten aus College-Zeiten hat Beth bis heute nicht vergessen und daher ist ihr seine Anwesenheit alles andere als recht. Außerdem reist Tyler mit einer neuen Freundin an, die so gar nicht in die Dynamik der Gruppe passen will.
Trotzdem wirkt nach außen vieles harmonisch. Es gibt gemeinsame Essen, Spaziergänge im Schnee und Filmabende am Kamin. Allerdings gärt es unter der Oberfläche. Alte Erinnerungen, unausgesprochene Spannungen und persönliche Abneigungen sorgen dafür, dass die Atmosphäre nie unbeschwert ist.
Als das Wetter umschlägt, die Straße blockiert wird und plötzlich keine Telefone mehr zur Verfügung stehen, kippt die Situation endgültig und Beth steht am Rande eines Nervenzusammenbruchs. Die Gruppe ist auf sich gestellt und plötzlich ist eine Person von ihnen tot. Mehr sage ich jetzt nicht dazu, außer, dass die Geschichte deutlich anzieht und geschickt mit Misstrauen, Beobachtungen und der Frage, wem zu trauen ist, spielt.
Der Plot selbst erfindet das Genre nicht neu. Rowen Chambers setzt weniger auf raffinierte Wendungen und viel mehr auf eine solide, gut lesbare Erzählweise. Für mich hat das wunderbar funktioniert. Immer wieder fließen Einblicke in die Vergangenheit ein, die den Figuren mehr Tiefe verleihen und Geheimnisse beleuchten. Ich mochte es sehr, die einzelnen Charaktere zu beobachten, sie einzuordnen und ihre Beziehungen zu einander genauer anzusehen. In solchen abgeschlossenen Szenarien baut sich dadurch, meiner Meinung nach, unterschwellige Spannung meistens gut auf.
Das Finale schlägt einen typischen Ton für die Art Thriller an und wirkt daher nicht in allen Punkten überzeugend. Es wirkt konstruiert und überzogen, dennoch gibt es einen letzten kleinen Schauer, der recht interessant gewesen ist. Meiner Meinung nach ist hier der Weg das Ziel, und das war vollkommen ausreichend für mich.
"Traue ihnen nicht" ist kurzweilige Spannung im winterlichen Setting, mit Figuren, die man aufmerksam beobachtet. Es ist kein Meisterwerk, aber ein Buch, dass mir beim Lesen durchgehend Spaß gemacht hat.
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