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| © Fischer |
| Malin Stehn |
Verlag: Fischer 2026
Seiten: 448
ISBN: 978-3651025240
MEINE BEWERTUNG
- ★★★★★ -
Spannend schattiertes Perspektivenspiel
Eine ausgelassene Geburtstagsfeier nimmt ein jähes Ende, als Gastgeberin Sandra am nächsten Morgen tot in ihrem Haus aufgefunden wird. Während die Ermittlungen immer weitere Kreise ziehen, geraten Familie, Freunde und Nachbarn gleichermaßen in den Blick der Polizei. Nach und nach zeigt sich, dass hinter den gepflegten Fassaden des Viertels längst nicht alles harmonisch ist.
Nach „Nur eine Lüge“ und „Happy New Year“ war ich sehr gespannt auf „Schattengast“. Malin Stehn hat mich mit ihren vielschichtigen Figuren und ihren raffiniert aufgebauten Spannungsbögen bereits überzeugen können. Der Roman fängt ausgesprochen packend an, denn gleich zu Beginn steht fest, dass Sandra tot ist. Einen Tag nach ihrem vierzigsten Geburtstag wird sie blutüberströmt in ihrem Haus gefunden. Wer sie getötet hat und warum, bleibt dagegen lange völlig offen.
Dann springt die Handlung zurück und arbeitet sich Schritt für Schritt auf die verhängnisvolle Geburtstagsfeier zu. Anfangs brauchte ich zwar etwas Zeit, um die vielen Nachbarn und ihre Familien auseinanderzuhalten, aber nach und nach fügt sich alles zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. Dieses eng verflochtene Miteinander sorgt dafür, dass hinter nahezu jeder Figur ein mögliches Motiv lauert.
Ich mag es, wie geschickt Malin Stehn unterschiedliche Perspektiven miteinander verbindet. Jeder Charakter bringt seine Sorgen, Geheimnisse und blinden Flecken mit. Dadurch verändern sich die eigenen Verdächtigungen ständig. Was anfangs offensichtlich erscheint, bekommt kurze Zeit später schon wieder eine völlig andere Bedeutung. Obwohl man sich ständig im Kreis dreht, beherrscht es die Autorin, dass sie einen neugierig weiter durch die Handlung treibt.
Vor allem Sandras Ehemann Jack hat bei mir gemischte Gefühle ausgelöst. Seine Situation als ehemaliger Bestsellerautor, dessen Karriere ins Stocken geraten ist, fand ich durchaus interessant. Dabei hat mich seine Passivität regelmäßig auf die Palme gebracht. Während Sandra den Alltag, die Familie und die finanzielle Verantwortung trägt, verschließt Jack viel zu lange die Augen vor der Realität. Dass er sich anschließend mit seinen eigenen Entscheidungen immer tiefer in Schwierigkeiten manövriert, konnte ich irgendwann nur noch kopfschüttelnd verfolgen. Manche seiner Handlungen waren für mich kaum nachvollziehbar. Dennoch hat sein Verhalten für Dynamik gesorgt, weil ich ständig wissen wollte, wie er sich wohl als Nächstes aus der Affäre zieht.
Aufgefallen ist mir, dass finanzielle Sorgen thematisch eine größere Rolle spielen. Hinter der gepflegten Vorstadtidylle kämpfen mehrere Familien mit Existenzängsten, Schulden oder persönlichen Abhängigkeiten. Dadurch wirkt das Geschehen angenehm bodenständig und zeigt, dass beinahe jede Figur ihre eigenen Baustellen zu bewältigen hat. Die Kapitel aus der Sicht von Nachbarin Lejla haben mir besonders gut gefallen, weil sie dem Geschehen eine weitere emotionale Ebene verleihen und Zweifel säen.
Spannend fand ich außerdem, wie viele mögliche Täterinnen und Täter die Autorin ins Rennen schickt. Immer wieder war ich überzeugt, auf der richtigen Fährte zu sein, nur um wenige Kapitel später erneut umzudenken. Mal rückte das familiäre Umfeld in den Mittelpunkt, dann wieder die Nachbarschaft oder andere Personen, die scheinbar zufällig mit Sandra in Verbindung standen. Dieses geschickte Spiel mit den Verdächtigungen hat mich bis zum Schluss bestens unterhalten.
Die Auflösung selbst hat mich tatsächlich überrascht. Mit dieser Entwicklung hatte ich überhaupt nicht gerechnet, weil mein Blick konsequent in andere Richtungen gelenkt wurde. Meiner Meinung nach zeigt das, wie gerissen und überlegt Malin Stehn ihre Geschichte konstruiert hat. Dabei empfand ich das Ende als angenehm rund. Es bleibt nicht einfach bei der Aufklärung der Tat, sondern wirft noch einen Blick darauf, wie die Beteiligten mit den Folgen umgehen müssen.
Ganz an die beiden anderen Romane der Autorin reicht „Schattengast“ für mich nicht heran. Dafür fehlte mir stellenweise etwas die Dynamik und manche Entwicklungen wirkten einen Hauch plumper als gewohnt. Trotzdem habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Die verschachtelte Erzählweise, die schattierten zwischenmenschlichen Konflikte und die ständigen Richtungswechsel bei der Tätersuche haben dafür gesorgt, dass ich bis zum Ende mitgerätselt habe. Wer Charaktere mit Ecken und Kanten mag und Freude daran hat, sich immer wieder auf falsche Fährten locken zu lassen, wird mit „Schattengast“ gut unterhalten.
Nach „Nur eine Lüge“ und „Happy New Year“ war ich sehr gespannt auf „Schattengast“. Malin Stehn hat mich mit ihren vielschichtigen Figuren und ihren raffiniert aufgebauten Spannungsbögen bereits überzeugen können. Der Roman fängt ausgesprochen packend an, denn gleich zu Beginn steht fest, dass Sandra tot ist. Einen Tag nach ihrem vierzigsten Geburtstag wird sie blutüberströmt in ihrem Haus gefunden. Wer sie getötet hat und warum, bleibt dagegen lange völlig offen.
Dann springt die Handlung zurück und arbeitet sich Schritt für Schritt auf die verhängnisvolle Geburtstagsfeier zu. Anfangs brauchte ich zwar etwas Zeit, um die vielen Nachbarn und ihre Familien auseinanderzuhalten, aber nach und nach fügt sich alles zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. Dieses eng verflochtene Miteinander sorgt dafür, dass hinter nahezu jeder Figur ein mögliches Motiv lauert.
Ich mag es, wie geschickt Malin Stehn unterschiedliche Perspektiven miteinander verbindet. Jeder Charakter bringt seine Sorgen, Geheimnisse und blinden Flecken mit. Dadurch verändern sich die eigenen Verdächtigungen ständig. Was anfangs offensichtlich erscheint, bekommt kurze Zeit später schon wieder eine völlig andere Bedeutung. Obwohl man sich ständig im Kreis dreht, beherrscht es die Autorin, dass sie einen neugierig weiter durch die Handlung treibt.
Vor allem Sandras Ehemann Jack hat bei mir gemischte Gefühle ausgelöst. Seine Situation als ehemaliger Bestsellerautor, dessen Karriere ins Stocken geraten ist, fand ich durchaus interessant. Dabei hat mich seine Passivität regelmäßig auf die Palme gebracht. Während Sandra den Alltag, die Familie und die finanzielle Verantwortung trägt, verschließt Jack viel zu lange die Augen vor der Realität. Dass er sich anschließend mit seinen eigenen Entscheidungen immer tiefer in Schwierigkeiten manövriert, konnte ich irgendwann nur noch kopfschüttelnd verfolgen. Manche seiner Handlungen waren für mich kaum nachvollziehbar. Dennoch hat sein Verhalten für Dynamik gesorgt, weil ich ständig wissen wollte, wie er sich wohl als Nächstes aus der Affäre zieht.
Aufgefallen ist mir, dass finanzielle Sorgen thematisch eine größere Rolle spielen. Hinter der gepflegten Vorstadtidylle kämpfen mehrere Familien mit Existenzängsten, Schulden oder persönlichen Abhängigkeiten. Dadurch wirkt das Geschehen angenehm bodenständig und zeigt, dass beinahe jede Figur ihre eigenen Baustellen zu bewältigen hat. Die Kapitel aus der Sicht von Nachbarin Lejla haben mir besonders gut gefallen, weil sie dem Geschehen eine weitere emotionale Ebene verleihen und Zweifel säen.
Spannend fand ich außerdem, wie viele mögliche Täterinnen und Täter die Autorin ins Rennen schickt. Immer wieder war ich überzeugt, auf der richtigen Fährte zu sein, nur um wenige Kapitel später erneut umzudenken. Mal rückte das familiäre Umfeld in den Mittelpunkt, dann wieder die Nachbarschaft oder andere Personen, die scheinbar zufällig mit Sandra in Verbindung standen. Dieses geschickte Spiel mit den Verdächtigungen hat mich bis zum Schluss bestens unterhalten.
Die Auflösung selbst hat mich tatsächlich überrascht. Mit dieser Entwicklung hatte ich überhaupt nicht gerechnet, weil mein Blick konsequent in andere Richtungen gelenkt wurde. Meiner Meinung nach zeigt das, wie gerissen und überlegt Malin Stehn ihre Geschichte konstruiert hat. Dabei empfand ich das Ende als angenehm rund. Es bleibt nicht einfach bei der Aufklärung der Tat, sondern wirft noch einen Blick darauf, wie die Beteiligten mit den Folgen umgehen müssen.
Ganz an die beiden anderen Romane der Autorin reicht „Schattengast“ für mich nicht heran. Dafür fehlte mir stellenweise etwas die Dynamik und manche Entwicklungen wirkten einen Hauch plumper als gewohnt. Trotzdem habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Die verschachtelte Erzählweise, die schattierten zwischenmenschlichen Konflikte und die ständigen Richtungswechsel bei der Tätersuche haben dafür gesorgt, dass ich bis zum Ende mitgerätselt habe. Wer Charaktere mit Ecken und Kanten mag und Freude daran hat, sich immer wieder auf falsche Fährten locken zu lassen, wird mit „Schattengast“ gut unterhalten.
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Guten Morgen Nicole,
AntwortenLöschendu hast es perfekt auf den Punkt gebracht mit deiner Rezension. Ich mochte "Schattengast" auch einen Ticken weniger, als die Vorgänger, aber es hat uns beide trotzdem sehr gut unterhalten.
Ich hoffe die Autorin lässt uns nicht zu lange auf eine weitere Geschichte warten.
Liebe Grüße
Martina