Mittwoch, 2. Dezember 2020

Rezension: Trackers. Buch 2 - Nicholas Sansbury Smith

© Festa Verlag
Trackers. Buch 2
| Nicholas Sansbury Smith |
 
Verlag: Festa Verlag 2019
Seiten: 384
ISBN: 9783865527431

MEINE BEWERTUNG
- ★★★★★ -
 


Das Ende fängt gerade erst an

Vor wenigen Tagen wurden die Vereinigten Staaten von Amerika durch einen EMP-Angriff fast vollständig zerstört und sind im völligen Chaos versunken. Wer wird in dieser unwirtlichen Welt überleben?

Es handelt sich um den zweiten Band der Trackers-Reihe von Nicholas Sansbury Smith. Das Besondere an der Reihe ist meiner Meinung nach, dass der Autor Endzeitstimmung mit üblichen Action-Thriller-Elementen vereint und auf diese Weise ein neuartiges Subgenre bedient.

Die USA hat den Boden unter den Füßen verloren, als Nordkorea mit Atomwaffen angegriffen hat. Der Bombenfall ist wenige Tage her, schon herrscht das Chaos. Der Strom ist ausgefallen, Gruppierungen bringen brutale Despoten hervor, Junkies gehen über Leichen und mittendrin ist das Städtchen Estes Park, sowie eine Entführung und eine Verteidigungsministerin, was sich zum abgehobenen Action-Knaller verbindet.

Der EMP-Angriff ist vier Tage her und das Chaos ist enorm. Der Autor zeigt damit, wie zerbrechlich unsere Lebensweise ist, wie schnell es umschlägt, und wie wichtig es ist, dass wir als Menschen zusammenhalten.

In der Handlung greift Smith mehrere Perspektiven auf, die auf mich leider unausgereift wirken.

An erster Stelle ist das Städtchen Estes Park. Colton, Raven und Nathan halten die Gemeinschaft einigermaßen beisammen. Allerdings ändert sich das als Raven und Nathan zur Befreiungsmission aufbrechen und Colton allein die Stellung hält.

Der Action-Part kommt durch Ravens und Nathans Mission hervor. Sie wollen Nathans Neffen, den Sohn der Verteidigungsministerin, aus dem verstrahlten Gebiet befreien. Der Junge ist in großer Gefahr, die zudem von radikalen Gruppierungen ausgeht.

Charlize, die Verteidigungsministerin in verbrannter Hülle, kümmert sich um die Anliegen der USA, wobei sie meist auf ihre Pflichten vergisst und sich in ihrer Sorge ganz der Mutterrolle hingibt.

Diese drei Perspektiven sind meinem Empfinden nach zentral, wobei mir der Erzählstil diesmal zu abgehoben und actionlastig war.

Die Ereignisse in Estes Park verschärfen sich rasant. Die Meute will Blut sehen und Colton kommt nicht mehr gegen die Forderung der Massen an. Für mich handelt es sich hierbei um den plausibelsten Part der Handlung, weil der Autor zeigt, wie schnell Solidarität und menschlicher Zusammenhalt ins Vergessen geraten.

Raven und Nathan begeben sich im Action-Helden-Stil auf ihre Mission. Verletzt, zerschunden, einer absolut lebensbedrohlichen Umgebung ausgesetzt, sind sie auf ihrer Rettungsaktion, wovon sie weder eine Feuersbrunst, eine Horde radikaler Rassisten oder gebrochene Gliedmaßen abhalten.

Über Verteidigungsministerin Charlize habe ich mich durchgängig geärgert. Erstens hat sie selbst so schwere Verletzungen erlitten, sodass sie kaum in der Lage zu stehen ist. Zweitens hat sie überhaupt nicht das Wohl des Landes, sondern ausschließlich den Verbleib ihres Sohnes im Sinn. Mich hat hier gestört, wie sehr diese Frau von ihren Mitarbeitern angehimmelt wird, obwohl sie nicht einmal den kleinen Finger ihrer beruflichen Position entsprechend rührt. Wer so eine Regierung hat, ist auf sich selbst gestellt.

Nicholas Sansbury Smith bedient, neben dem typischen apokalyptischen Verlauf, Action-Elemente, die meinem Geschmack nach übertrieben sind. Trotzdem hat mir der rasante Part gefallen, weil auf diese Weise richtig schön Spannung in der Handlung aufkommt.

Die Handlung ist nicht komplett ausgegoren, denn es hakt teilweise an Erklärungen. Zum Beispiel ist mir nicht klar, warum versehrte Kinder für eine Gruppierung so wichtig sind, wie manche Menschen mit schweren Verstrahlungen und ohne medizinische Behandlung überhaupt überleben, und weshalb trotz widerwärtigster Erfahrungen der Patriotismus derart überhandnimmt.

Trotz meiner Kritik lässt sich dieser zweite Teil der Trackers-Reihe flott und durchgehend gut lesen. An den Patriotismus muss man sich gewöhnen, wobei sich in der Überspitzung meinem Gefühl nach sogar Kritik vom Autor versteckt. Ich denke, dass die Reihe insgesamt auf Action-Spektakel und rasante Szenen setzt, was im Endeffekt genauso abgearbeitet ist.

Letztendlich habe ich bisher nicht entschieden, ob ich weiterhin mit den Trackers das Ende der Vereinigten Staaten verfolge. Für zwischendurch lässt es sich gut lesen und die ungewöhnliche Mischung aus Endzeit und Action-Thriller ist auf jeden Fall abwechslungsreich, wenn auch nicht durchgehend nachvollziehbar umgesetzt.

________________
MEINE BEWERTUNG
★★

Die Trackers-Reihe:
1) Trackers. Buch 1 [Rezension lesen]
2) Trackers. Buch 2
3) Trackers. Buch 3
4) Trackers. Buch 4
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Kommentare:

  1. Guten Morgen Nicole!

    Das ist ja witzig, ich hab heute auch meine Rezension dazu hochgeladen :D
    Bei mir ist es tatsächlich am Ende noch einen Stern schlechter weggekommen als bei dir, aber du hattest ja schon gemerkt, dass es nicht mehr ganz so mein Fall war ... schade eigentlich.

    Ich bin gespannt, ob du dich noch an den dritten Band wagst :)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Guten Morgen Aleshanee,

      dass ist wirklich witzig - als ob wir es abgemacht hätten. :D

      Ja, ich habe mir schon gedacht, dass du es schlechter bewertest, weil du so gar keine Freude daran hattest.

      Mal schauen, ob Hibi und ich die Reihe noch in die Knie zwingen. Wer weiß. :D

      Liebe Grüße,
      Nicole

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