Sonntag, 25. April 2021

Rezension: Die Patientin - Christine Brand

| Christine Brand |

Verlag: Blanvalet 2020
Seiten: 480 
ISBN: 9783764507046

MEINE BEWERTUNG 

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Einer packenden Geschichte auf der Spur

Der blinde Nathaniel und sein Patensohn Silas sind unzertrennlich. Einmal pro Monat besuchen sie Silas‘ Mutter auf der Komastation, weil es Nathaniel wichtig ist, dass der Vierjährige weiß, wer seine Mutter ist. Doch dann liegt eine fremde Frau in dem Bett und Carole scheint spurlos verschwunden zu sein.

„Die Patientin“ ist der zweite Band der Krimi-Reihe um die Journalistin Milla Nova, die sich auf der Jagd nach einer aufregenden Story gerne mal in Gefahr begibt. 

Die Ausgangssituation fand ich gelungen umgesetzt. Daran merkt man, dass sich Autorin Christine Brand mit interessanten Gedankenspielen auseinandersetzt. Der blinde Nathaniel und sein vierjähriger Patensohn Silas besuchen jeden Monat die Mutter des Jungen, die schon mehrere Jahre im Koma liegt. Bei einem dieser Besuche merkt der kleine Silas, dass die Frau im Bett nicht seine Mutter ist. Was ist mit Carole geschehen?

Christine Brand streut auf diese Weise wichtige Themen und spannende Fragen ein. Wer achtet auf die Rechte von Komapatienten, wenn keine Angehörigen vorhanden sind? Wie wird mit ihnen umgegangen, und wie kann es sein, dass ein Patient plötzlich verschwunden ist?

Daraus spinnt die Autorin einen hochinteressanten Krimi, der gesellschaftliche Fragen, Tücken und Bedenken aufwirft, die trotzdem in ein unterhaltsames Gewand eingepackt sind. 

Jedenfalls bittet Nathaniel Milla um Hilfe, weil sie ihm schon einmal glaubte, als andere ihn für verwirrt hielten. Die Journalistin sieht sich den Fall um Carole Stein an und kommt einer packenden Geschichte auf die Spur. 

Als Protagonistin steht Milla Nova klar im Vordergrund. Ich habe mich an ihrer Seite exzellent unterhalten gefühlt. Mir gefällt, dass sie neben ihren Näschen für gute Geschichten auch manchmal vom Regen in die Traufe gerät, und somit keine strahlende Heldin am Journalismus-Himmel ist. 

Neben den journalistischen Tätigkeiten wird am Rande Millas Privatleben beleuchtet, dass mehr aus Arbeit als aus Vergnügen besteht. Trotzdem gibt es einen sanft amourösen Part, der für weitere Konfliktpunkte im Rahmen der Krimihandlung sorgt.

Andere Passagen sind aus Nathaniels Perspektive erzählt, die ich schon im ersten Band höchst gelungen fand. Ich finde es interessant von seinen Wahrnehmungen, Problemen und sogar Vorteilen im Alltag zu lesen. Außerdem freue ich mich, dass er - im Vergleich zum vorherigen Teil – Mut gefasst und sich auf die Füße gestellt hat. Ich hätte eindeutig mehr Abschnitte aus seiner Perspektive begrüßt.

In den Schreibstil habe ich mich verliebt. Ich bin es eher gewohnt, Bücher von deutschen Autoren zu lesen, die eben deutsches Deutsch bei ihrer Wortwahl verwenden. Deshalb fällt es mir positiv auf, wenn - wie in meinem Sprachgebrauch - zum Beispiel von einem Leiberl geschrieben wird, wenn von einem Unterhemd die Rede ist.

Ich habe diesen zweiten Band um Milla Nova gern gelesen. Vielleicht hätte die Handlung einen Hauch mehr Spannung vertragen, andrerseits wäre es dann wahrscheinlich zu überladen gewesen. 

Begeisterten Krimilesern empfehle ich definitiv einen Blick auf diese Reihe um die Schweizer Journalistin Milla Nova, die sich todesmutig in dunkle Keller und auf staunenswerte Fährten begibt, um gesellschaftskritische Reportagen ins Fernsehen zu bringen und gleichzeitig der Polizei auf die Sprünge hilft. 
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MEINE BEWERTUNG
★★★★
Die Reihe:
2) Die Patientin
3) Der Bruder
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